Peter Magyar gewinnt historische Wahl
Das ist der neue Ministerpräsident von Ungarn

Peter Magyar gewann am Sonntag eine historische Wahl in Ungarn. Doch wer ist der Mann, der einst Politik für seinen Gegner machte? Wie steht er zur EU und worin ist er sich mit Viktor Orban trotz allem einig?
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Ehemaliges Fidesz-Mitglied – und nun entthront er Orban: Peter Magyar.
Foto: AFP

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Peter Magyar gewinnt historische Wahl in Ungarn, wird wohl Ministerpräsident
  • Ex-Fidesz-Politiker kritisiert Viktor Orbans Misswirtschaft und verspricht demokratische Reformen
  • 50'000 Freiwillige unterstützen Magyars Tisza-Partei sowie 1000 Experten
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Natalie ZumkellerRedaktorin News

Peter Magyar hat sich in Ungarn als unerschrockener Hoffnungsträger gegen das autoritäre Regime von Viktor Orban positioniert. Nun hat sich das ausgezahlt – der 45-Jährige gewann am Sonntag eine historische Wahl in Ungarn und dürfte bald neuer Ministerpräsident werden.

Der ehemalige Fidesz-Politiker und heutige Anführer der Tisza-Partei prangerte bereits lange die Missstände im Land an und verspricht grundlegende Reformen. Ungarn liege ihm am Herzen – das zeigt sich lustigerweise auch in seinem Namen. Übersetzt bedeutet Magyar «ungarisch».

Zuerst Freund, dann Feind von Orban

Magyar, der 2024 mit einem Interview bei der kritischen Onlineplattform Partizan seinen Bruch mit Orbans Fidesz-Partei publik machte, hat eine klare Botschaft: Die 16 Jahre an der Macht hätten Ungarn nicht vorangebracht, sondern ins Chaos gestürzt. Staatliche Krankenhäuser und Schulen seien heruntergewirtschaftet, medizinisches Personal und Lehrpersonen unterbezahlt. Magyar übt viel Kritik an Orbans Misswirtschaft, die das Land in eine Sackgasse geführt haben soll.

Besonders brisant: Magyar kennt die Mechanismen der Fidesz-Partei wie kaum ein anderer. Als ehemaliger Fidesz-Beamter und Diplomat in Brüssel war er Teil des Systems – bis er sich entschloss, auszusteigen. «Ich war sehr lange ein Mitglied im Fidesz-Zirkel. Bis jetzt konnte ich nichts sagen, weil meine Frau noch Teil des Systems war», erklärte er damals.

Seine Ex-Frau, Judit Varga, die einst Justizministerin unter Orban war, wurde nach einem Pädophilie-Skandal innerhalb der Partei zur politischen Zielscheibe und verlor ihre Ämter. Für Magyar ein Wendepunkt: Er begann, öffentlich über Korruption und Machtmissbrauch in der Regierungspartei auszupacken.

«Können dieses Land verändern»

In nur zwei Jahren hat Magyar eine neue Bewegung aufgebaut. Seine Tisza-Partei, benannt nach Ungarns zweitlängstem Fluss, hat 50'000 Freiwillige mobilisiert und ein Team von 1'000 Experten für ein umfassendes Regierungsprogramm gewonnen. «Wir sind bei den Menschen», rief er einer Menge von 2000 Anhängern auf einem Marktplatz in Veszprem zu. «Wir haben eine fantastische Gemeinschaft, mit der wir dieses Land verändern können.»

Sein Ziel ist klar: die Ablösung von Viktor Orban und die Wiederherstellung demokratischer Strukturen. Magyar verspricht, Ungarn wieder zu einem stabilen EU-Partner zu machen und die eingefrorenen 20 Milliarden Euro EU-Hilfsgelder zurückzuholen. Seine Tisza-Partei ist bereits im EU-Parlament vertreten und gehört dort zur konservativen EVP-Fraktion, gemeinsam mit der CDU und CSU. Doch nicht alles an Orbans Politik will er ändern – etwa die strikte Haltung in der Asylpolitik will Magyar beibehalten.

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