Darum gehts
- Ungarn wählt am 12. April, Orban steht unter massivem Druck
- Umfrage: Tisza-Partei führt mit 56 Prozent, Fidesz bei 37 Prozent
- 26 Prozent der Wählenden noch unentschlossen, Wahlbeteiligung könnte hoch sein
In fünf Tagen wird in Ungarn gewählt – und Ministerpräsident Viktor Orban (62) steht unter Druck. Nun kommt Unterstützung aus Washington. Vance reist heute nach Budapest, um seinem politischen Verbündeten zu helfen. Der US-Vizepräsident soll bei einer Kundgebung auftreten und anschliessend eine Rede halten.
Aktuellen Umfragen zufolge liegt Péter Magyar (45) von der oppositionellen Tisza-Partei knapp vor Orbans Fidesz-Partei. In einer am Mittwoch veröffentlichten Erhebung des Meinungsforschungsinstituts 21 Research Centre kommt Tisza unter den entschiedenen Wählern auf 56 Prozent. Die Fidesz-Partei liegt bei 37 Prozent. Allerdings sind 26 Prozent der Befragten noch unentschlossen. Der Abstand könnte sich also noch verringern.
Internationale Unterstützung für Orban
Orban setzt im Wahlkampf vor allem auf aussenpolitische Themen und warnt vor einer stärkeren Einbindung Ungarns in den Ukraine-Krieg. Vertreter der Opposition um Magyar hingegen äussern die Sorge, dass der derzeitige Regierungskurs die Beziehungen zur Europäischen Union belasten könnte.
Rückhalt erhält Orban von Donald Trump (79). «Ich unterstütze seine bevorstehende Wahl, ja ich stehe sogar voll hinter ihm, auch wenn es nicht jedem in Europa gefällt», so der US-Präsident.
Auch zu Kreml-Chef Wladimir Putin (73) möchte Orban gute Beziehungen unterhalten. Die «Financial Times» berichtete zudem, dass die Social Design Agency, eine Kreml-nahe Medienberatung, eine Desinformationskampagne für Orban führt. In den sozialen Medien wird versucht, Orban als «starken Führer mit globalen Freunden» darzustellen. Moskau hat jegliche Vorwürfe der Einmischung in die ungarische Politik zurückgewiesen.
Chinas Staatschef Xi Jinping (72) bezeichnete Orban mehrfach als «langjährigen Freund» und intensiviert Kooperationen in Elektromobilität und Infrastruktur.
Das Orban- und das Magyar-Lager mobilisieren beide intensiv. Deshalb rechnen Beobachter mit einer hohen Wahlbeteiligung.