Darum gehts
- Der Iran-Angriff der USA trägt den Namen «Operation Epic Fury»
- Das Pentagon nutzt ein Computersystem namens Nicka zur Systematisierung von Einsatznamen
- Ein Überblick über die grössten amerikanischen Militäroperationen
Midnight Hammer oder Operation Prosperity Guardian: Wenn die USA angreifen, dann stets in Begleitung episch klingender Namen. Auch der jüngste Angriff der USA auf den Iran wird als Operation Epic Fury bezeichnet, zu Deutsch epische Wut. Wahllos werden die Titel der Operationen nicht vergeben. «Die öffentliche Wahrnehmung einer Militäroperation kann ebenso wichtig sein für ihren Erfolg wie die Durchführung der Mission selbst», sagte Generalmajor Charles McClain bereits 1994.
Heute nutzt das Pentagon ein Computersystem namens Nicka, um Codewörter und Operationen zu systematisieren. Blick liefert eine Übersicht über die grössten und wichtigsten US-Militäroperationen.
Epic Fury (2026)
«Kein Abbruch, viel Glück», laute die Botschaft Trumps gemäss US-Generalstabchef Dan Caine (57). Mit diesen Worten gab der US-Präsident Donald Trump (79) den Befehl zum Angriff namens Epic Fury frei, zu deutsch: gewaltiger Zorn. Seit vergangenen Samstag werden Ziele im Iran beschossen. Mit Epic Fury wolle man verhindern, dass der Iran Nuklearsysteme bauen könnte, erklärt US-Verteidigungsminister Pete Hegseth (45). Ziel des aktuellen Angriffs sei es, die militärische Kapazität des Landes zu schwächen. Allerdings wurden bereits Tote in der Zivilbevölkerung gemeldet.
Midnight Hammer (2025)
Die Operation Midnight Hammer fand im Sommer 2025 statt, als das US-Militär Israel im Krieg unterstützte und iranische Atomanlagen zerstörte. Über 125 Kampfflugzeuge waren im Juni beteiligt, 14 GBU-57-Bomben und Dutzende Tomahawks wurden eingesetzt, um die nuklearen Anlagen zu zerstören.
Freedom’s Sentinel (2015–2021)
Als Weiterführung der Operation Enduring Freedom in Afghanistan wurde die Operation Freedom's Sentinel eingeführt. Nach den Kriegseinsätzen änderte sich der Fokus der Operation: Die US-Streitkräfte blieben im Land, um unterstützende und wiederaufbauend Massnahmen durchzuführen.
Fokus lag besonders auf sogenanntem «Counterterrorism», Massnahmen, die terroristische Aktivitäten verhindern, bekämpfen oder rechtlich verfolgen.
United Assistance (2014)
Von Dezember 2013 bis Mitte September 2014 wurden Liberia, Guinea und Sierra Leone vom Ebola-Virus heimgesucht. Ziel dieser Operation war nicht Krieg, sondern humanitäre Unterstützung. Präsident Barack Obama (64) betrachtete die internationale Ausbreitung von Ebola als Bedrohung für die nationalen Interessen der USA.
Inherent Resolve (2014 bis heute)
Eine der grössten von den USA durchgeführten Operationen ist die Operation Inherent Resolve. Mit dieser militärischen Operation wollte man die Terrormiliz IS schwächen und bekämpfen, die sich 2014 besonders im Irak und Syrien ausbreitete. Am 17. Oktober 2014 richtete das US-Verteidigungsministerium die Militäroperation ein, um laufende Militäraktionen des IS zu kontrollieren. Übersetzt bedeutet diese Operation «Unerschütterliche Entschlossenheit», eine Anspielung auf die rund 80 Nationen und lokalen Partnerschaften, die Teil der Operation waren oder weiterhin sind.
Odyssey Dawn/ Unified Protector (2011)
Die Operation Odyssey Dawn hatte das Ziel, eine Flugverbotszone zum Schutz der Zivilbevölkerung in Libyen einzurichten. Es sollte verhindert werden, dass die Muammar Gaddafi treu ergebenen Regierungstruppen Luftangriffe auf die Anti-Gaddafi-Kräfte ausführen. Dieser militärische Einsatz gilt als erste grössere von Obama geführte Militäroperation. Die Operation wurde von der Nato als Operation Unified Protector weitergeführt.
Iraqi Freedom (2003-2011)
Der Irak-Krieg wurde als Operation Iraqi Freedom bezeichnet. Die Bush-Regierung startete gemeinsam mit Grossbritannien am 20. März 2003 die ersten Angriffe auf den Irak. Grund dafür sei, dass die Vereinigten Staaten besonders fragil gewesen seien und der Irak Massenvernichtungswaffen besessen habe. Die Massenvernichtungsmittel wurden jedoch nie gefunden. Als die Gewalt ab 2007 allmählich nachliess, verringerten die Vereinigten Staaten Schritt für Schritt ihre Truppenstärke und beendeten ihren Militäreinsatz im Dezember 2011 offiziell.
Enduring Freedom (2001-2014)
Die Reaktion auf die Terroranschläge am 11. September 2001 in New York trägt den Namen Operation Enduring Freedom. Knapp einen Monat nach dem Angriff auf die Zwillingstürme in New York, bei denen knapp 3000 Menschen ums Leben kamen, antworteten die Bush-Regierung und Grossbritannien mit dem Afghanistan-Krieg.
Enduring Freedom war in drei Phasen aufgeteilt: 2001 mit dem Sturz der Taliban, 2002 bis 2008 mit dem Aufbau der Kerninstitutionen des afghanischen Staates und 2009 bis 2014 unter der Obama-Regierung mit einer Strategieänderung. Ziel war, die Bevölkerung Afghanistans vor Aufständischen zu schützen, anstatt zu versuchen, eine grosse Anzahl von Militanten zu töten. Zwar wurde das Taliban-Regime gestürzt und die al-Qaida geschwächt, doch die staatliche Stabilität Afghanistans blieb fragil. 2014 markiert den Schluss der Operation, wobei der Afghanistan-Krieg erst 2021 endete.
Desert Storm (1991)
Operation Desert Storm war die militärische Offensive der von den USA geführten Koalition, um Kuwait von der irakischen Besatzung zu befreien. Nach der irakischen Invasion Kuwaits im August 1990 bauten die USA und Verbündete in Saudi-Arabien Streitkräfte auf und setzten zunächst auf Sanktionen und Ultimaten.
In der Nacht vom 16. auf den 17. Januar 1991 begann eine grossangelegte Luftoffensive gegen militärische, infrastrukturelle und führungstechnische Ziele im Irak und in Kuwait. Am 24. Februar startete eine kurze, aber intensive Bodenoffensive, die innerhalb von etwa 100 Stunden die irakischen Truppen aus Kuwait vertrieb. Politisch blieb der irakische Diktator Saddam Hussein zwar an der Macht, doch der Irak war militärisch geschwächt, international isoliert und wurde durch Sanktionen und Kontrollregime langfristig unter Druck gesetzt.
Es war der erste Grosskonflikt, der live und rund um die Uhr im Fernsehen übertragen wurde. Die US-Amerikaner sprachen diesbezüglich auch von einem «CNN-Krieg». Der damals noch junge Sender dominierte mit seiner Präsenz vor Ort die Berichterstattung.