Darum gehts
- Geheimdienstchef Vasyl Maljuk tritt zurück, bleibt aber im SBU-System tätig
- Selenski fordert mehr «asymmetrische Operationen» gegen Russland ohne konkrete Details
- Jewgenij Chmara wird Interimschef, Personalwechsel im Sicherheitsapparat angekündigt
Einem X-Post des ukrainischen Präsidenten Wolodimir Selenski (47) nach, tritt der bisherige Leiter des ukrainischen Geheimdienstes SBU von seinem Amt zurück. Selenski habe mit Maljuk über mögliche Kandidaten zur Ernennung als neue SBU-Leitung gesprochen, schrieb der ukrainische Präsident auf der Plattform X.
Maljuk bestätigte bei Telegram seinen Rücktritt. Er gab an, im SBU-System zu bleiben, um «asymmetrische Spezialoperationen von Weltniveau» umzusetzen.
Mehr «asymmetrische Operationen» gegen Russland benötigt
Es brauche mehr ukrainische «asymmetrische Operationen» gegen Russland und mehr starke Ergebnisse bei der Vernichtung des Feinds, führte Selenski aus, ohne Details zu nennen, um welche Art Operationen es sich genau handelt. Darin sei Maljuk am stärksten, und das werde er auch weiterhin im SBU tun. Schon 2022 leitete er den Geheimdienst vorübergehend, nachdem Selenski den damaligen Geheimdienstchef Iwan Bakanow entlassen hatte.
Per Dekret ordnete Selenski an, dass Jewgenij Chmara als Interimschef die SBU-Leitung übernimmt. Kurz nach seinem Post über sein Treffen mit Maljuk schrieb Selenski von einer Reihe weiterer Gespräche mit Vertretern aus dem ukrainischen Sicherheitsapparat. Der erste dieser Posts betraf Chmara, den Leiter des Zentrums für Spezialoperationen «A» des ukrainischen Geheimdienstes. Dabei ging es demnach auch um Entwicklungsmöglichkeiten des SBU und Spezialoperationen, die derzeit vorbereitet würden.
Selenski gestaltet Sicherheits- und Verteidigungsapparat um
Ebenfalls am Montag ernannte Selenski die frühere kanadische Vize-Premierministerin Chrystia Freeland zur Beraterin für Wirtschaftsentwicklung, wie er in sozialen Medien mitteilte. Die frühere Journalistin stammt aus einer Familie ukrainischer Emigranten in Kanada.
Selenski stellt derzeit den Sicherheits- und Verteidigungsapparat seines Landes personell teils neu auf. So ernannte er den bisherigen Militärgeheimdienstchef Kyrylo Budanow zum Chef seines Präsidentenamtes und kündigte einen Wechsel an der Spitze des Verteidigungsministeriums an. Der Vizeregierungschef und Minister für digitale Transformation, Mychajlo Fedorow, solle das Amt von Denys Schmyhal übernehmen, hatte Selenski gesagt. Schmyhal wiederum soll Energieminister werden. Das Parlament muss die Personalien bestätigen.