Video zeigt überlebende Passagiere im Zug
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Unglück in Spanien:Video zeigt Ausmass der Zug-Katastrophe

Dutzende Tote
Was wir über das Zugunglück in Spanien wissen – und was nicht

In Andalusien entgleiste ein Hochgeschwindigkeitszug und kollidierte mit einem Gegenzug. Dutzende Tote und Verletzte sind zu beklagen. Blick zeigt, was bisher über den Unfall bekannt ist – und welche Fragen offen sind.
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Im spanischen Andalusien kam es zu einem tragischen Zugunglück.
Foto: AFP

Darum gehts

  • Zugunglück bei Adamuz: Kollision und Entgleisung fordern Dutzende Todesopfer
  • Unfall trotz moderner Strecke und zeitgemässen Sicherheitssystemen mit unklarer Ursache
  • Mindestens 39 Tote und bis zu 150 Verletzte, viele schwer verletzt
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Daniel MacherRedaktor News

Nach dem schweren Zugunglück nahe der andalusischen Gemeinde Adamuz mit Dutzenden Todesopfern laufen die Ermittlungen zur Ursache auf Hochtouren. Viele Details zum Ablauf, zu den beteiligten Zügen und zur genauen Zahl der Opfer sind weiterhin unklar. Auch zentrale Fragen zum Unfallhergang oder zur Anzahl der Verletzten variieren in der medialen Berichterstattung. Was wir über das Unglück wissen – und was nicht. Ein Überblick.

Was ist passiert?

Am Sonntagabend zwischen 19.40 und 19.45 Uhr entgleiste nahe Adamuz (Provinz Córdoba) ein Hochgeschwindigkeitszug der privaten Bahngesellschaft Iryo. Der Zug LD AV Iryo 6189 war auf dem Weg von Málaga nach Madrid. Mehrere entgleiste Wagen gerieten auf das Nachbargleis und kollidierten mit einem entgegenkommenden Renfe-Alvia-Zug LD AV 2384 von Madrid nach Huelva. Beide Züge wurden teilweise zerstört, mehrere Wagen stürzten einen rund vier Meter hohen Hang hinunter. Das Unglück zählt zu den schwersten Zugkatastrophen in Spanien seit mehreren Jahren.

Was wissen wir zum Unfallhergang?

Nach bisherigen Erkenntnissen entgleisten die letzten drei Wagen des Iryo-Zugs auf einem geraden Streckenabschnitt, mutmasslich im Bereich einer Weiche, aus bislang ungeklärten Gründen. Die Wagen gerieten auf das Gegengleis, wo sie mit dem entgegenkommenden Alvia-Zug kollidierten, der nach offiziellen Angaben mit rund 200 km/h unterwegs war. Dessen erste zwei Wagen wurden aus den Schienen gerissen und stürzten einen Abhang hinunter. Unklar bleibt, warum es zur Entgleisung kam und weshalb die Sicherheitssysteme den Unfall nicht verhinderten.

Was wissen wir über die Strecke?

Die Unfallstelle liegt an der Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen Madrid und Córdoba. Der Abschnitt gilt als modern und technisch auf dem neuesten Stand. Erst im Mai 2025 war er umfassend saniert worden. Laut Verkehrsministerium wurden rund 700 Millionen Euro investiert. Die Strecke verläuft an dieser Stelle geradlinig. Offen ist, ob trotz der Erneuerung ein Problem an der Infrastruktur, ein Fehler an einer Weiche oder ein bislang unbekannter Defekt vorlag.

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Was wissen wir über die Züge?

Bei dem entgleisten Zug handelt es sich um den italienischen Hochgeschwindigkeitszug Iryo-Frecciarossa, der bis zu 300 km/h fahren kann. Er ist erst rund vier Jahre alt. An Bord befanden sich 317 Passagiere. Der Gegenzug war ein Renfe-Alvia mit etwa 100 Fahrgästen, wie die spanische Zeitung «El País» berichtet. Beide Züge galten als technisch einsatzfähig. Ob ein technischer Defekt am Zug, an der Signaltechnik oder menschliches Versagen eine Rolle spielte, ist Gegenstand der laufenden Untersuchungen.

Wie viele Tote und Verletzte gibt es?

Nach aktuellen Angaben kamen mindestens 39 Menschen bei dem Unfall ums Leben, darunter der 27-jährige Lokführer des Alvia-Zugs. Medien berichten teils von leicht unterschiedlichen Zahlen: Während einige Quellen 73 Verletzte angeben, sprechen andere von rund 70 Personen, von denen etwa 30 in ernstem Zustand in Spitäler gebracht wurden. Jedoch ist die endgültige Opferzahl noch unklar, da mehrere Verletzte in kritischem Zustand sind und die Identifizierung der Toten noch läuft.

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