«Du weisst, was du zu tun hast»
Fluglehrer (†42) springt aus Cessna – Schülerin (22) muss allein landen

In Argentinien sprang ein Fluglehrer während eines Trainingsflugs aus einer Cessna und liess seine Schülerin allein zurück. Sie landete das Flugzeug sicher. Die Leiche des Fluglehrers wurde später gefunden. Nun werden die Hintergründe bekannt.
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Leandro B. sprang aus einer Cessna in den Tod.
Foto: Instagram

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Pilot stürzt sich in Argentinien aus 250 Metern in den Tod
  • Flugschülerin landet Cessna trotz begrenzter Erfahrung sicher
  • 42-jähriger Pilot war in psychiatrischer Behandlung, Arbeitgeber unwissend
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Janine EnderliRedaktorin News

Er öffnete die Flugzeugtür, sprang hinaus und liess seine Flugschülerin (22) alleine in der Cessna zurück. In Argentinien hat sich Anfang Juli ein dramatischer Zwischenfall ereignet. Pilot und Fluglehrer Leandro B.* (†42) stürzte sich mitten während eines Trainingsflugs aus einem Flugzeug und überliess seine Schülerin ihrem Schicksal.

Mittlerweile werden immer mehr Details zu der Tragödie bekannt. Pilot Leandro B.* (†42) soll sich sogar noch von der jungen Frau verabschiedet haben. «Du weisst, was du zu tun hast», soll er laut Medienberichten gesagt haben – dann legte er sein Handy weg und öffnete die Türe. Er sprang aus 250 Metern in die Tiefe.

«Wir sind erschüttert»

Seine Schülerin musste das Flugzeug daraufhin allein landen. Sie behielt die Nerven, schaltete die Bodencrew ein und landete das Flugzeug sicher. Die junge Frau besass bereits eine Pilotenlizenz, hatte aber nur begrenzte Flugerfahrung und absolvierte zusätzliche Ausbildungsstunden.

In der argentinischen Zeitung «Clarín» zeigte sich Eduardo Alvarez, Vertreter der Flugschule Flying Parrot Córdoba, schockiert. «Wir sind sehr traurig über das Geschehene. Er war ein wundervoller Mensch mit einem bezaubernden Lächeln und einer klaren Lebenseinstellung. Dass dies geschehen ist, hat uns zutiefst erschüttert.»

Laut Alvarez und seinem Vater hat sich B. in psychiatrischer Behandlung befunden. Seinem Arbeitgeber hat er jedoch nicht Bescheid gegeben. 

Musste B. seinem Arbeitgeber Bescheid geben?

Nach dem argentinischen Arbeitsrecht musste B. der Flugschule keine Details über seine psychiatrische Behandlung verraten. Solange er sich fit fühlte und pünktlich, gepflegt und unauffällig zum Dienst erschien, gab es für den Arbeitgeber keine rechtliche Handhabe oder Pflicht, seine mentale Gesundheit tiefergehend zu überprüfen.

In Europa ist die arbeitsrechtliche Situation für den Piloten im Grunde identisch: Auch hier schützt das Gesetz die Privatsphäre und kein Pilot muss seinem Arbeitgeber eine psychiatrische Diagnose auf den Tisch legen.

Anders sieht die Rechtslage jedoch aus, sobald es um den flugmedizinischen Prüfer und die Luftfahrtbehörden geht. Hier bricht der Schutz der Privatsphäre zugunsten der Flugsicherheit weg.

Polizei ermittelt

In Argentinien müssen Piloten medizinisch relevante Veränderungen gegenüber den zuständigen flugmedizinischen Stellen offenlegen. Bei der Erneuerung des Tauglichkeitszeugnisses ist eine Gesundheitsdeklaration abzugeben, in der auch psychiatrische Behandlungen erfasst werden.

Nimmt ein Pilot zwischen den regulären Untersuchungen eine psychiatrische Behandlung auf oder beginnt eine medikamentöse Therapie, muss dies flugmedizinisch geprüft werden – ob daraus eine Meldung an die Behörde folgt, hängt vom Einzelfall ab. Liegt eine gesundheitliche Beeinträchtigung vor, die die Flugtauglichkeit infrage stellt, dürfen die Lizenzrechte erst nach erneuter flugmedizinischer Beurteilung wieder ausgeübt werden.

Die argentinische Polizei ermittelt nun die Hintergründe von B.s Tod. 

* Name bekannt 

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