Deutlich schneller als erwartet
Winterstürme im Pazifik wandern immer weiter nach Norden

Im Pazifik wandern Winterstürme immer weiter nordwärts – das beeinflusst auch europäisches Wetter. Schuld ist der Klimawandel, der diese Veränderung deutlich schneller vorantreibt als angenommen. Aktuell verwandelt der Wintersturm Goretti Westeuropa in eine Eisbox.
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Die Winterstürme über dem Pazifik verschieben sich immer weiter nach Norden. Schuld ist der Klimawandel.
Foto: IMAGO/ITAR-TASS/ Sipa USA

Darum gehts

  • Winterstürme verschieben sich wegen Klimawandel schneller nach Norden und Osten
  • Kalifornien könnte trockener werden, Waldbrandgefahr steigt deutlich
  • Seit 1970er bekannt: Sturmstrassen wandern, beschleunigt durch Klimawandel
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Mattia JutzelerRedaktor News

Kälte, Ausfälle im öffentlichen Verkehr und Autounfälle wegen glatter Strassen. Winterstürme sorgen in der kalten Jahreszeit für Chaos. Wie fast alle Wetterphänomene werden aber auch sie vom Klimawandel beeinflusst. Auf der anderen Seite der Erde, im Pazifischen Ozean, verschieben sich die Wintersturmbahnen wegen der Erderwärmung nämlich immer weiter nach Norden.

Dass sich diese Sturmstrassen verschieben, ist bereits seit den 1970er-Jahren bekannt. Eine neue Studie des Fachmagazins «Nature» zeigt jetzt allerdings: Diese Veränderungen passieren deutlich schneller als erwartet!

Waldbrandgefahr erhöht

Die Folgen dieser Verschiebung werden vor allem in Nordamerika spürbar sein. Die nördlicheren Winterstürme tragen mehr Feuchtigkeit in die Arktis und nach Alaska, während etwa die Westküste der USA als Konsequenz deutlich trockener werden könnte. Das würde die Waldbrandgefahr in US-Bundesstaaten wie Kalifornien deutlich erhöhen. Auch könnte das Eis in der Arktis schneller wegschmelzen als gedacht.

Auch Europa betroffen

Die Auswirkungen der Sturmverschiebung im Pazifik werden Europa laut einem Bericht von «Focus» nur indirekt betreffen. Die Eisschmelze könnte globale Atmosphärenmuster und damit das europäische Wetter beeinflussen. Diese Muster steuern insbesondere, wie kalt und stürmisch die Winter in Europa werden.

Während die Winterstürme im Pazifik nach Norden wandern, verschieben sie sich im Atlantik nach Osten. Diese Verschiebung hat weniger starke Auswirkungen auf Europa als die Sturmwanderung im Pazifik auf Nordamerika.

Forscher der europäischen Fachgesellschaft für Erdwissenschaften können extremere Winde und ungewöhnliche Regenfälle als Konsequenz nicht ausschliessen. Dies, weil die Verschiebung der Winterstürme im Atlantik sogenannte «aussertropische Zyklone» fördert. Das sind die in Europa typischen Winterstürme, die wir auch momentan erleben

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