Wingsurfer auf dem Zürichsee trotzt den Wetterbedingungen
0:38
Trotz Sturmwarnung:Wingsurfer auf dem Zürichsee trotzt den Wetterbedingungen

Bombenzyklon Goretti
Meteorologen warnen vor Sturm und Lawinen

Am Samstag fällt in den Bergen viel Neuschnee – es droht in Teilen der südwestlichen Alpen eine grosse Lawinengefahr. Im westlichen Jura und Alpsteingebirge drohen schwere Sturmwinde.
Kommentieren
1/5
Die Ausläufer des Sturmtiefs Goretti sorgen in der Schweiz für turbulentes Wetter (Archiv).
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Sturmtief Goretti bringt Sturm und Schnee nach Mitteleuropa
  • Windspitzen von bis zu 135 km/h im Kanton Bern gemessen
  • Grosse Neuschneemengen erwartet, Lawinenwarnung für mehrere Gebiete
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
RMS_Portrait_AUTOR_862.JPG
Georg NopperRedaktor News

Die Ausläufer von Sturm Goretti haben die Alpennordseite erfasst. Die Wetterdienste warnen für Samstag vor einer gefährlichen Kombination aus Sturmböen und intensiven Schneefällen in den Bergen.

Meteorologe Michael Eichmann sprach am Donnerstag im Zusammenhang mit Sturmtief Goretti von einem «Bombenzyklon». Wird es jetzt richtig schlimm?

Gemäss Meteo News kommt es im westlichen Jura, in den Gebieten Les Diablerets, Aletsch und im Alpsteingebirge noch bis Samstagmittag zu schweren Sturmwinden. Auch im Mittelland und im Norden sind kräftige Winde angesagt.

Schneefallgrenze sinkt

Und wo schlägt die Schneewalze zu? Meteo News prognostiziert für Samstag ein weiteres Absinken der Schneefallgrenze. In der Westschweiz und im Wallis liegt sie dann bei etwa 500 bis 600 Metern, in der Nord- und Ostschweiz teilweise sogar tiefer.

In den Bergen werden am Wochenende gebietsweise enorme Neuschneemengen von bis zu über einem Meter prognostiziert. Es entsteht eine Nordstaulage, bei der feuchte Luftmassen aus dem Norden auf die Alpen treffen, wodurch sie gezwungen sind, aufzusteigen. Dabei kühlen sie ab und kondensieren. Die Folgen sind ergiebige Niederschläge in Form von Schnee. Dies hat in weiten Teilen der südwestlichen Alpen eine grosse Lawinengefahr (Stufe 4 von 5) zur Folge. 

Der Bund gab für die folgenden Gebiete eine Lawinenwarnung heraus:

  • Östliches Berner Oberland
  • Westliches Berner Oberland
  • Nördliches Wallis
  • Chablais
  • Walliser Südalpen
  • Vispertäler
  • Goms

Die Warnung gilt bis Samstag, 18 Uhr. Einschränkungen des Strassen- und Schienenverkehrs sind möglich. Das Bundesamt für Meteorologie empfiehlt in den betroffenen Gebieten, vor Autofahrten Informationen über die Verkehrslage einzuholen und die Anweisungen der Winterdienste zu beachten. Das Auto ist auf Wintertauglichkeit zu prüfen. Weitere Informationen zur Lawinensituation stellt das tägliche Lawinenbulletin des WSL-Instituts für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) zur Verfügung. Aufgrund der Sturmwinde wird empfohlen, lose Gegenstände im Freien wie Blumentöpfe oder Gartenmöbel an einem geschützten Ort zu versorgen oder zu befestigen.

Surfer mitten im Hudelwetter

Dass der Wind auffrischt, war am Freitag bereits zu merken. Die grössten Windspitzen wurden laut einer Aufstellung von Meteo News auf dem Bantiger im Kanton Bern (135 km/h), auf dem Säntis (133 km/h) und in Les Diablerets VD (129 km/h) gemessen. Eine entsprechende Wetterwarnung bleibt vorerst bis Samstagmittag bestehen.

In Stäfa ZH nutzte ein Surfer das Hudelwetter für einen Ritt auf dem Zürichsee, wie Blick-Community-Redaktorin Eva Kunz am Freitag feststellte. «Als ich mit einer Tasse Kaffee in der Hand am Fenster stand und beobachtete, wie der Sturm Goretti auf dem Zürichsee Fahrt aufnahm, traute ich meinen Augen nicht», berichtet Kunz. «Trotz Wetterwarnung und blinkender Sturmwarnleuchten sah ich einen Wingsurfer auf dem Wasser.»

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen