Darum gehts
- Sturm Goretti bringt Schneechaos nach Grossbritannien, besonders Schottland und Wales betroffen
- Schottland: Dorf Insch mit 2700 Bewohnern tagelang von Schneemassen isoliert
- Sturm Goretti verursacht in der Schweiz Orkanböen bis 118 km/h
Starke Schneefälle infolge von Sturm Goretti legen aktuell Grossbritannien lahm. Besonders in Schottland und Wales nehmen die Schneemassen besonders gefährliche Ausmasse an. Für den höchsten Berg in Wales, den gut 1000 Meter hohen Snowdon, wurde am Donnerstag eine Lawinenwarnung herausgegeben.
Der Snowdon ist ein beliebtes Wandergebiet bei Touristen. In den vergangenen Tagen seien viele Menschen in die Region gekommen, um die winterlichen Bedingungen mit viel Schnee zu geniessen, berichtet der «Daily Mirror». Mit der Lawinenwarnung sollen potenzielle Unfälle verhindert werden.
Auch in den schottischen Highlands gibt es für mehrere Regionen bereits bestehende Lawinenwarnungen. «Natürliche Lawinen können auftreten, in manchen Fällen sind grosse, in Einzelfällen sogar sehr grosse Lawinen möglich», sagt ein Sprecher des zuständigen Lawinendienstes gegenüber der «Daily Mirror».
Schottische Dörfer isoliert
In Schottland sind ausserdem einige Dörfer wegen der Schneemassen von der Aussenwelt abgeschnitten, berichtet die «Daily Mail». So waren etwa die gut 2700 Einwohner des Dorfes Insch für einige Tage in ihren Häusern eingeschlossen. Einige Einwohner beschreiben die Situation gegenüber der Tageszeitung als «den schlimmsten Winter seit 25 Jahren».
Einige Dörfer in Nordengland stellen sich jetzt auf ähnliche Umstände ein. In der Nacht auf Freitag soll es nochmals zu mindestens 30 Zentimeter Neuschnee kommen. In Cornwall im Südwesten Englands werden derzeit Sturmböen mit einer Geschwindigkeit von bis zu 160 Kilometern pro Stunde gemessen. Die britische Regierung hat eine Notfall-Wetterwarnung per SMS an eine halbe Million Handys verschickt.
Starke Sturmböen in der Schweiz möglich
In der Schweiz macht sich der Sturm vorwiegend durch starke Windböen bemerkbar. «Am Freitagmorgen liegt die Schweiz mitten im Windfeld des Bombenzyklons», sagt Meteorologe Michael Eichmann von Meteonews.
Das mächtige Sturmtief überrollt uns dann im Mittelland mit Sturmböen zwischen 60 und 80 km/h. In den höheren Lagen, an exponierten Stellen in den Bergen, baut sich Goretti sogar zu Orkanböen aus. «Etwa auf dem Pilatus oder dem Säntis gibt es Orkanböen, also Windgeschwindigkeiten über 118 km/h», so der Meteorologe.
Gleichzeitig bringt der Sturm eine Warmfront mit sich. Diese sorgt ab Donnerstag für wärmere Luft in der Schweiz. Bis Mittag schneie es noch im Flachland, dann steige die Schneefallgrenze auf etwa 1300 bis 1500 Meter.
Die ersten Auswirkungen des Sturms machen sich bereits am Donnerstag bemerkbar. So musste etwa die Swiss wegen der aktuellen Wettersituation bereits 21 Flüge streichen.