Darum gehts
- Gericht in Paris verurteilte zehn Personen wegen Cybermobbing gegen Brigitte Macron
- Strafen: Sensibilisierungskurs bis acht Monate Bewährung für falsche Behauptungen
- Beiträge erreichten zehntausende Klicks, Täter zwischen 41 und 65 Jahren alt
Vor einem Gericht in Paris wurden am Montag zehn Personen wegen Cybermobbing gegen Frankreichs First Lady Brigitte Macron (72) schuldig gesprochen. Das vermeldet die Nachrichtenagentur AP. Die Beschuldigten hatten im Internet falsche Behauptungen über ihr Geschlecht und ihre Sexualität verbreitet, darunter auch die Behauptung, sie sei als Mann geboren.
Die Strafen reichen von einer Schulung zur Sensibilisierung für Cybermobbing bis hin zu einer achtmonatigen Bewährungsstrafe. Das Gericht sprach von «besonders erniedrigenden, beleidigenden und bösartigen» Kommentaren, die sich auf falsche Behauptungen über angebliche Transidentität und angebliche pädophile Straftaten gegen Brigitte Macron bezogen.
Macrons Tochter spricht vor Gericht
Einige Beiträge der Angeklagten – acht Männer und zwei Frauen im Alter von 41 bis 65 Jahren – wurden zehntausende Male aufgerufen, berichtete AP weiter. Macron war der Verhandlung ferngeblieben. Zu den Angeklagten gehören ein in Frankreich bekannter Verschwörungstheoretiker sowie eine Frau, die sich als Medium und Werbefachfrau ausgibt und deren X-Konto inzwischen gesperrt wurde. Sie wird als massgeblich an der Verbreitung des Gerüchts beteiligt angesehen.
Ihre Tochter, Tiphaine Auzière (41), sagte vor Gericht aus, dass sich der Zustand ihrer Mutter seit der Zunahme der Online-Belästigungen ihrer Meinung nach verschlechtert habe. «Sie kann die schrecklichen Dinge, die über sie gesagt werden, nicht ignorieren», erklärte Auzière. Die Auswirkungen hätten sich auf die gesamte Familie, einschliesslich Macrons Enkelkinder, ausgewirkt.