Die Amerikanerin Christa Pike (50) wurde wegen Mordes im US-Bundesstaat Tennessee zum Tode verurteilt – doch die Hinrichtung verlief nicht nach Plan. Zwei Injektionen mit dem tödlichen Mittel Pentobarbital überlebte Pike am Mittwoch. Nach dem gescheiterten Versuch wurde sie in ein Spital gebracht. Derzeit soll sie bewusstlos sein und mit einem Beatmungsgerät beatmet werden.
Auf den Vorfall folgen nun erste Konsequenzen. So tritt Frank Strada, der Gefängnisdirektor von Tennessee, laut der «New York Times» zurück. Das gab Gouverneur Bill Lee am Samstag bekannt. «Ich weiss seine Bereitschaft zu schätzen, in dieser schwierigen Zeit die Interessen der Einwohner Tennessees an erste Stelle zu setzen. Ich habe seinen Rücktritt akzeptiert und bin dankbar für sein Engagement, einen reibungslosen Führungswechsel zu gewährleisten.»
Fünf verpatzte Hinrichtungen
In einem persönlichen Statement erklärt Strada, sein Rücktritt stehe im Zusammenhang mit der gescheiterten Hinrichtung von Pike. Da nun eine unabhängige Untersuchung des Falls begann, sei es «im besten Interesse der Einwohner von Tennessee», dass er zurücktrete. Er beteuert, sich an alle Protokolle gehalten zu haben und erklärte seine Bereitschaft, mit den Behörden zu kooperieren.
In Stradas zeit als Gefängnisdirektor gab es fünf verpatzte Hinrichtungen – zwei in Tennessee und drei in Arizona, wo er 2022 als stellvertretender Direktor tätig war. Wie «The Guardian» berichtet, sollen die fünf Fälle laut Experten auffällige Gemeinsamkeiten aufweisen. So sollen die Verurteilten lange leiden haben müssen – speziell, da es Probleme gab, eine Vene für die Giftverabreichung zu finden. In einem Fall im Mai 2026 hätten Beamte über eine Stunde lang eine passende Vene bei Tony Carruthers gesucht. Der US-Amerikaner wurde wegen einem dreifachen Mord in den 90er-Jahren zum Tode verurteilt.
Als dieses Vorhaben scheiterte, wurde die Hinrichtung abgesagt und aufgeschoben. Nach dem Fall von Pike soll es in Tennessee dieses Jahr keine weiteren Hinrichtungen geben.