Darum gehts
- Louis (†17) in Narbonne brutal geprügelt, fünf Verdächtige in U-Haft
- Ermittler fanden Video: Gruppe lockte Opfer gezielt in einen Hinterhalt
- Täter und Opfer aus Betreuungssystem, lebenslange Haftstrafe möglich
Fünf Tage kämpfte der junge Louis (†17) im Spital von Perpignan um sein Leben – vergeblich. Der Teenager erlag seinen schweren Verletzungen. Rettungskräfte hatten den bewusstlosen Jungen, der in einer betreuten Wohngruppe lebte, am 20. Juni auf einer Baustelle gefunden. Er war übersät mit Prellungen und schweren Blutungen, wie die französischen Zeitungen «Le Parisien» und «L’Indépendant» berichten.
Jetzt sitzen fünf Verdächtige wegen versuchten Mordes in U-Haft. Zwei von ihnen sind 19 Jahre alt, drei noch minderjährig.
Als Motiv wird Rache vermutet
Die Ermittler kamen den mutmasslichen Tätern durch ein Video auf die Spur, das in den sozialen Medien kursierte. Staatsanwalt Jean-Philippe Rey erklärt: Es zeigt, wie «eine Gruppe junger Männer das Opfer schlug und bewusstlos zurückliess».
Die Schläger lockten Louis am Abend des 19. Juni in einen feigen Hinterhalt. Der Staatsanwalt geht von einer geplanten Tat aus: «Bisherige Aussagen der Verdächtigen sind widersprüchlich.» Das Motiv? Rey vermutet einen Racheakt.
Der Fall löst in Frankreich eine Welle der Bestürzung aus
Besonders tragisch: Das Opfer und die Täter kannten sich offenbar aus dem Betreuungssystem. «Die Verbindung zwischen den Verdächtigen liegt in den verschiedenen Pflegefamilien, in denen sie untergebracht waren», so der Staatsanwalt.
Der Fall löst in Frankreich eine Welle der Bestürzung und eine hitzige Debatte über Jugendgewalt aus. Politiker aller Lager reagieren geschockt. Bildungsminister Gabriel Attal verurteilte die Tat scharf: «Gestern starb Louis, ein 17-jähriger Teenager, in Narbonne. Er wurde in einen Hinterhalt gelockt, schwer misshandelt und auf einer Baustelle zum Sterben zurückgelassen.»