Darum gehts
- Russland setzt im Ukraine-Krieg neue Jet-Kamikaze-Drohnen ein
- Geran-4-Drohnen erreichen 500 km/h, zerstörten kürzlich Zug in Odessa
- 3000 Drohnen produziert Russland monatlich, Ukraine fehlen effektive Abwehrmittel
Russland setzt im Ukraine-Krieg auf eine neue tödliche Waffe. Es sind hochmoderne Kamikaze-Drohnen mit Düsenantrieb. Kürzlich schlug ein solches Geschoss bei Odessa ein. Das Ziel: ein normaler Personenzug. Die russische Geran-4-Drohne zerstörte die Lokomotive vollständig.
Der Lokführer und sein Assistent konnten sich nicht mehr in Sicherheit bringen. «Die Lokomotivbesatzung hatte nicht genug Zeit, vollständig anzuhalten und sich selbst zu retten», schrieb der ukrainische Bahn-Chef Oleksandr Pertsowski im Netz. Auch Präsident Wolodimir Selenski äusserte sich auf X. Er nannte den Angriff auf das zivile Ziel einen «bewussten Terrorakt».
3000 Drohnen pro Monat
Die Geran-4 ist eine Weiterentwicklung der iranischen Schahed-Drohnen. Der entscheidende Unterschied: Die neuen Jet-Modelle sind bis zu 500 km/h schnell. Das ist fast viermal schneller als die alten Propeller-Drohnen. Für Zivilisten ist das lebensgefährlich, für die ukrainische Luftabwehr ein Albtraum.
Offenbar produziert Russland die Jet-Drohnen nun im grossen Stil. In den Anlagen in Jelabuga, einer Stadt im Süden des Landes, laufen die Modelle Geran-4 und Geran-5 vom Band. Das berichtet das Fachportal «Militarnyi». Die neuen Drohnen fliegen weiter, sind schneller und tragen schwerere Sprengköpfe. Zudem können sie mit Suchköpfen ausgerüstet werden, die Ziele autonom anvisieren. Die monatliche Produktion soll bereits bei 3000 Stück liegen – und Satellitenbilder sollen zeigen, dass die Fabriken noch weiter ausgebaut werden.
Die Ukraine sucht derweil verzweifelt nach Abwehrmitteln. Präsident Selenski nannte dies wiederholt eine der dringendsten Aufgaben. Ein ukrainischer Hersteller testet bereits eine «Jet-Killer»-Drohne. Doch am effektivsten bleiben vorerst weiterhin Kampfjets wie die F-16, MiG-29 und Mirage 2000-5. Davon hat die Ukraine aber noch viel zu wenige, um Putins neue Drohnen-Armee zu stoppen.