Darum gehts
- Varenna am Comer See verhängt Bussen bis 185 Franken für Badekleidung
- Reisegruppen auf maximal 25 Personen begrenzt, um Gassen zu entlasten
- Varenna hat 650 Einwohner und empfängt jährlich Hunderttausende Touristen
Ein kleines Dorf am Comer See zieht die Notbremse: Wer in Varenna künftig mit nacktem Oberkörper oder in Badebekleidung durch die Gassen läuft, muss mit einer Busse von bis zu 200 Euro (knapp 185 Franken) rechnen. Die Gemeinde will damit gegen unpassendes Verhalten von Touristen vorgehen und die Lebensqualität der rund 650 Einwohner schützen.
Wie der «Guardian» berichtet, hat Varenna neue Regeln eingeführt, die das Erscheinungsbild des historischen Ortes bewahren sollen. Das Tragen von Badehosen, Bikinis oder freiem Oberkörper ist demnach nur noch am Seeufer oder bei Bootsausflügen erlaubt. Wer sich nicht daran hält, riskiert eine Geldstrafe von 50 Euro aufwärts.
Zusätzlich begrenzt die Gemeinde die Grösse von Reisegruppen auf maximal 25 Personen. Die engen Kopfsteinpflastergassen sollen nicht durch grosse Gruppen blockiert werden.
Einheimische begrüssen Massnahmen
«Varenna ist ein wunderschönes Dorf, und wir sind stolz darauf, jedes Jahr Hunderttausende Besucher aus aller Welt willkommen zu heissen», sagte Bürgermeister Mauro Manzoni. «Die Lebensqualität unserer Einwohner darf jedoch nicht dem Massentourismus geopfert werden.» Bei vielen Einheimischen stossen die Massnahmen offenbar auf Zustimmung.
Varenna ist nicht der einzige italienische Ort, der gegen die Folgen des Massentourismus vorgeht. Auch andere beliebte Ferienziele haben in den vergangenen Jahren strengere Regeln eingeführt. In Sorrent wurden bereits Bussen für Herumlaufen in Badekleidung verhängt, während Portofino unter anderem Massnahmen gegen lange Aufenthalte an beliebten Fotospots ergriff.