«Beleidigung seiner Kultur»
Italiener verweigert Pizza Hawaii – und wird gekündigt

Ein Pizzabelag kostet einen italienischen Koch in Australien den Job: Er betrachtet Ananas als «Beleidigung seiner Kultur». Doch laut Restaurant ging es auch um andere Konflikte am Arbeitsplatz.
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Bei der Pizza Hawaii scheiden sich nach wie vor die Geister.
Foto: Getty Images

Darum gehts

  • Koch Davide Tamburella weigerte sich in Brisbane, Pizza mit Schinken und Ananas zu belegen
  • Das Restaurant La Costa entliess ihn nach Konflikten, Beschwerden und früheren Weigerungen
  • Seine Klage scheiterte an der Frist, zudem verlor er die Aussicht auf ein Dauervisum in Australien
Daniel Macher
Daniel MacherRedaktor News

Dass Italiener die Rezepte ihrer traditionellen Speisen äusserst ernst nehmen, dürfte bekannt sein. Käse auf Meeresfrüchte-Pasta, Sahne in der Carbonara oder Ananas auf der Pizza treiben so manchem stolzen Italiener die Schweissperlen auf die Stirn. Wie ernst es ein italienischer Koch mit der kulinarischen Tradition nimmt, zeigt ein kurioser Fall aus Australien.

Davide Tamburella, Koch in einem Restaurant in Brisbane, weigerte sich, für eine Veranstaltung Pizza mit Schinken und Ananas zuzubereiten. Der Belag sei eine «Beleidigung seiner Kultur», weshalb er entsprechende Anweisungen der Geschäftsleitung nicht befolgen müsse, wie die BBC berichtet.

Ananas-Verächter in Ananas-Hochburg

Im Mai wurde Tamburella aus dem inzwischen geschlossenen Restaurant La Costa entlassen. Die Geschäftsleitung hatte sich zuvor auch über seinen Umgangston, Schimpfwörter und wiederkehrende Konflikte am Arbeitsplatz beschwert. Die Ananas-Verweigerung war offenbar kein Einzelfall: Innerhalb von vier Jahren soll sich der Koch bereits dreimal geweigert haben, die Frucht auf Pizzen zu legen.

Tamburella klagte daraufhin vor der australischen Fair Work Commission wegen ungerechtfertigter Kündigung. Seine Beschwerde wurde jedoch abgewiesen, weil er die Einreichungsfrist versäumt hatte. Mit der Entlassung verlor er zudem die Aussicht auf ein vom Restaurant unterstütztes Visum für einen dauerhaften Aufenthalt.

Besonders pikant: Ausgerechnet Queensland, wo sich der Vorfall ereignete, gilt als Ananas-Hochburg Australiens und produziert sämtliche kommerziell angebauten Ananas des Landes. Tamburella arbeitet inzwischen wieder in Brisbane. Ananas sucht man auf der Speisekarte seines neuen Arbeitgebers allerdings vergeblich.

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