Fast 50 Jahre im Gletscher
Bierexperte macht den Geschmackstest

Fast 50 Jahre lag ein verlorenes Bierfass im Eis der Zillertaler Alpen – nun hat Bergläufer Daniel Oberlechner es geborgen. Der Geschmackstest fiel laut Bierexperte Lukas Harpf überraschend aus.
Kommentieren
1/2
Auf 3000 Metern Höhe fand Daniel Oberlechner ein verschollenes Fass Bier.
Foto: deanmandile.com via mandile/Instagram

Darum gehts

  • Ein 1978 verlorenes Bierfass tauchte nach fast 50 Jahren in den Zillertaler Alpen wieder auf
  • Oberlechner fand das Fass nach Gewitter und Gletscherrückgang unterhalb der Schwarzensteinhütte
  • Bierexperte Lukas Harpf verkostete den Fund mit Kollegen und bezeichnete das Bier als einwandfrei
Daniel Macher
Daniel MacherRedaktor News

Ein Bierfass, das fast ein halbes Jahrhundert im ewigen Eis verbrachte, sorgt in Südtirol für Staunen. Wie die deutsche Zeitung «Bild» berichtet, ist das verschollene Fass nun wieder aufgetaucht. Doch die grosse Überraschung folgte erst nach der Bergung: Der Inhalt soll tatsächlich noch geniessbar sein.

Die ungewöhnliche Geschichte begann 1978. Damals ging bei einem Helikopterflug über die Zillertaler Alpen ein Bierfass verloren. Es rutschte aus einem Transportnetz und verschwand in einer Gletscherspalte auf rund 3000 Metern Höhe. Jahrzehntelang blieb es dort verborgen.

Verborgen unterm Gletscher

Der Bergläufer Daniel Oberlechner (42) hatte von dem verschollenen Fass gehört. Bei seinen Touren hielt er deshalb immer wieder Ausschau danach. Diesen Sommer wurde seine Suche belohnt: Nach einem heftigen Gewitter und durch den Rückgang des Gletschers kam das Fass unterhalb der Schwarzensteinhütte wieder zum Vorschein.

Die Bergung hatte es allerdings in sich. Rund 40 Kilogramm wog der Fund. Oberlechner transportierte ihn mit einer Kistenkarre über Eis und Geröll ins Tal.

Bierexperte wagt den Geschmackstest

Dort überliess er die entscheidende Prüfung seinem Chef Lukas Harpf, einem ausgewiesenen Bierexperten. Dieser verkostete das historische Gebräu gemeinsam mit Kollegen und Freunden. Das Resultat überraschte: Laut Harpf ist das Bier noch einwandfrei. Sowohl Geschmack und Bernsteinfarbe als auch der Kohlensäuregehalt hätten überzeugt.

Harpf vermutet, dass ein glücklicher Umstand für die ungewöhnliche Haltbarkeit verantwortlich ist: Das Bier könnte im Fass nie vollständig gefroren sein. Normalerweise ist Fassbier nur Wochen bis wenige Monate haltbar. Dieses Exemplar hat offenbar deutlich mehr Durchhaltevermögen bewiesen.

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen