Besitzer lassen Haustiere im Stich
Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk
Wer kann, der flüchtet aus dem Nahen Osten. Einige lassen dabei sogar ihre Haustiere zurück. Das bekommen aktuell die Tierheime zu spüren. «Die Tierheime sind überfüllt und geben ihr Bestes, flexibel zu bleiben, da diese Zeiten sehr schwierig sind», sagt Aditi Gouri, die Besitzerin eines Tierpensionsdienstes zur britischen Zeitung «The Telegraph».
Unfassbar: Manche Haustierbesitzer sollen ihre Tiere einfach auf der Strasse zurückgelassen haben. Bilder von an Laternenpfählen angebundenen Hunden, ohne Futter und Wasser, kursieren in sozialen Medien. Laut Angaben eines Freiwilligen in einem Tierheim häufen sich in Whatsapp- und Facebook-Gruppen die Hilferufe. «Ich habe mittlerweile rund 200 Beiträge gesehen, in denen Hunde ausgesetzt wurden, oft an Strassenlaternen angebunden, ohne dass ein Besitzer gefunden werden konnte», erzählt er.
Die Organisation «K9 Friends Dubai», die sich auf die Vermittlung von Hunden spezialisiert hat, meldet eine Flut von Anfragen von Tierbesitzern, die ihre Vierbeiner zurücklassen wollen. Auch Tierärzte berichten von einem Anstieg der Nachfragen zur Einschläferung von Haustieren. «Einige Tierhalter wollen die Kosten und den Papierkram für die Umsiedlung nicht auf sich nehmen», so eine Veterinärin. Die Tierschutzorganisation «War Paws», die Tieren in Konfliktgebieten hilft, zeigt sich entsetzt.
Betrüger nutzen Iran-Krieg schamlos aus
Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk
Noch immer sind viele Schweizer wegen des Iran-Kriegs im Nahen Osten gestrandet. Und genau das nutzen Betrüger jetzt schamlos aus. 16'000 Franken – so viel Geld haben Betrüger einem Schweizer Ehepaar abgenommen, das glaubte, seiner Tochter in Dubai helfen zu müssen.
Die Eltern erhielten eine Whatsapp-Nachricht von einer Schweizer Telefonnummer, in der sich die Betrüger als ihre Tochter ausgaben. Der Vorwand: Eine angebliche finanzielle Notlage. «Eigentlich wollte ich dich nicht fragen, aber ich habe ein dringendes Problem. Kannst du mir helfen?», stand in der Nachricht, wie «24 Heures» berichtete.
Die echte Tochter, die tatsächlich seit vier Jahren in Dubai lebt, bekam zu diesem Zeitpunkt von dem Betrug nichts mit. Sie war am Tag des Vorfalls auf einer Wanderung und meldete sich erst am nächsten Tag bei ihrer Mutter. «Sie fragte mich, ob es mir gut ginge und ob ich das Geld erhalten hätte. In diesem Moment wusste ich sofort, was passiert war», so die Schweizerin.
Die besorgten Eltern hatten den Betrügern vertraut und insgesamt zwei Überweisungen in Höhe von 16'000 Franken auf ein niederländisches Konto getätigt. Als sie den Betrug bemerkten, wandten sie sich sofort an ihre Bank. Glücklicherweise war die Überweisung noch nicht abgeschlossen. Die Bank reagierte schnell und leitete Schritte ein, um das Geld zurückzuholen.
Emirate kämpfen gegen Fake-Videos
Von Johannes Hillig, Redaktor am Newsdesk
Falschinformationen im Internet verbreiten? Gerade jetzt im Iran-Krieg tauchen immer wieder Bilder und Videos auf, die mit KI verändert wurden, oder erst gar nicht im Iran-Krieg aufgenommen wurden, sondern in einem anderen Kontext entstanden sind. Und das ist gefährlich. Solche Falschinfos können sich innert weniger Zeit im Internet verbreiten. Kein Wunder: Ein Klick und schon ist das Video weitergeleitet.
Um dagegenzuhalten, gibt es in den Vereinigten Arabischen Emiraten strenge Gesetze. Ein Fake-Video hochzuladen oder nur weiterzuschicken, kann teuer werden. Laut «Gulf News» drohen seit 2021 strenge Strafen, darunter bis zu zwei Jahre Haft und Geldbussen von bis zu 200'000 Dirham (rund 42'000 Franken), wenn während Krisen oder Notfällen falsche Informationen verbreitet werden. Das Gesetz sieht nicht nur Strafen für die Ersteller von irreführenden Inhalten vor, sondern auch für diejenigen, die solche Inhalte verbreiten, ohne deren Richtigkeit zu prüfen.
Aber wie erkennt man Fake-Videos überhaupt? Beat Vontobel vom Medien-Faktencheck-Team beim Blick gibt dir Tipps. Hier geht es zum Video.
Das Gesetz kommt nicht von ungefähr. Die Vereinigten Arabischen Emirate kennen sich aus und wissen um die Macht des Internets. Sie haben sich eine Armee aus Influencern aufgebaut, die das Image Dubais massgeblich geprägt hat. Doch das bekommt jetzt durch den Iran-Krieg Risse. Der Druck auf die Influencer steigt. Meine Kollegin Sara Belgeri hat dazu recherchiert. Den Artikel findest du hier.
Bahrain meldet Dutzende Verletzte nach Drohnenangriff
Von Gabriel Knupfer, Redaktor Nachtdienst
Der Iran hat erneut den Golfstaat Bahrain attackiert. Das Innenministerium des kleinen Inselstaats meldete in der Nacht 32 Verletzte. Darunter befinden sich Kinder und mehrere Schwerverletzte.
Alle Opfer seien Zivilisten und Bürger des Landes. Nach Angaben des Ministeriums war die südlich der Hauptstadt Manama gelegene Insel Sitra Ziel einer Drohnenattacke. Mehrere Häuser seien beschädigt worden.
Zuvor hatte der Iran bereits eine Anlage zur Entsalzung von Meerwasser mit einem Drohnenangriff beschädigt, wie das Ministerium am Sonntagvormittag mitteilte. Es handle sich um eine «iranische Aggression, die sich willkürlich gegen zivile Ziele» richte.
Der Iran attackierte in den vergangenen Tagen immer wieder die Nachbarländer in der Golfregion. Dabei wurden mehrere Zivilisten getötet. Hardliner im Iran begründen die Angriffe damit, dass die angegriffenen Länder US-Truppen beherbergen.
Nikkei-Index stürzt um mehr als 6 Prozent ab
Von Gabriel Knupfer, Redaktor Nachtdienst
Die explodierenden Ölpreise sorgen für Panik an den Märkten. Die Börsen in Ostasien geben in der Nacht bereits einen Vorgeschmack darauf, was am Montag weltweit droht.
In Tokio stürzte der Nikkei-Index um mehr als 6 Prozent ab. Hohe Verluste verzeichnete auch die Börse in Südkorea. Der KOSPI rauschte am Morgen um über 7 Prozent in die Tiefe.
Hintergrund ist der Iran-Krieg der die Schifffahrt durch die Strasse von Hormus stark beeinträchtigt. Der Import von Öl ist für die ostasiatischen Volkswirtschaften von herausragender Bedeutung.
Seit Kriegsbeginn hat der Ölpreis um 50 Prozent zugelegt. Ende Februar lag der Preis noch um die 70 Dollar pro Barrel. Inzwischen wurde die 100-Dollar-Marke geknackt. Auch das Benzin ist weltweit deutlich teurer geworden.
Inzwischen tanken viele Deutsche in der Schweiz, weil der Sprit hierzulande noch etwas günstiger ist. Mehr dazu im Artikel von Kollege Ulrich Rotzinger hier.
Ölpreis schiesst über die Marke von 100 Dollar
Von Gabriel Knupfer, Redaktor Nachtdienst
Der Krieg im Iran wird zur Belastungsprobe für die Weltwirtschaft. Der Preis für die in Europa massgebliche Ölsorte Brent stieg am Sonntag zeitweise um knapp 19 Prozent auf fast 110 Dollar pro Barrel (159 Liter). In den USA sprang die Sorte WTI erstmals seit 2022 über die Marke von 100 Dollar.
Hintergrund ist die Angst vor einer längeren Sperrung der Strasse von Hormus. Seit dem Angriff auf den Iran passieren kaum noch Schiffe die Meerenge am Persischen Golf. Durch diese wird in Friedenszeiten täglich rund ein Fünftel des weltweiten Ölhandels transportiert.
Der katarische Energieminister warnte in der «Financial Times» vor weiteren Verwerfungen. Er hält wegen des Krieges einen Anstieg des Ölpreises auf 150 Dollar für möglich.
Auch die Bombardierung eines Öllagers im Iran sorgte am Sonntag für Aufsehen. Dichte Rauchschwaden verdunkelten den Himmel über der Hauptstadt Teheran. US-Energieministers Chris Wright betonte aber, dass man nicht vorhabe, die iranische Ölindustrie anzugreifen.
Für US-Präsident Donald Trump könnten vor allem höhere Benzinpreise in den Zwischenwahlen im Herbst zum Problem werden. Eine neue Ölkrise würde zudem weltweit die Inflation anheizen, wie Kollege Beat Schmid in seiner Analyse schreibt.
Chamenei-Nachfolger gewählt: Sohn Modschtaba (56) ist der neue iranische Führer
Bereits am Sonntagmorgen wurde bekannt, dass der iranische Expertenrat einen Nachfolger für Ajatollah Ali Chamenei (†86) bestimmt hat. Nun ist bekannt: Bei dem neuen iranische Oberhaupt handelt es sich um dessen Sohn, Modschtaba Chamenei (56). Das bestätigt die iranische Nachrichtenagentur Fars.
Seiner Wahl ging eine Beratungszeit von einer Woche voraus – der Expertenrat, die höchste Klerikerversammlung der Islamischen Republik, entscheidet normalerweise schneller.
Modschtaba gilt als Hardliner, steht den Revolutionsgarden nahe und soll ein riesiges Vermögen horten.
US-Militär: Siebte Einsatzkraft stirbt im Krieg mit dem Iran
Die Zahl der im Iran-Krieg gefallenen US-Einsatzkräfte ist von sechs auf sieben gestiegen. In der vergangenen Nacht sei ein Angehöriger der Streitkräfte den Folgen seiner Verletzungen erlegen, die er während der ersten Angriffen des Irans erlitten habe, teilte das für die Region zuständige US-Kommando (Centcom) auf X mit. Konkret soll die Person demnach bei einem Angriff auf US-Soldaten am vergangenen Sonntag in Saudi-Arabien schwer verletzt worden sein.
Trump hatte am Samstag an der Überführung der sechs zuvor bereits im Iran-Krieg gefallenen Soldaten teilgenommen. Er reiste dafür zum Luftwaffenstützpunkt Dover im Bundesstaat Delaware. Die sechs Soldaten waren nach US-Angaben in den ersten Kriegstagen bei einem Drohnenangriff in Kuwait getötet worden.
Revolutionsgarden-Hauptquartier offenbar zerstört
Von Natalie Zumkeller, Redaktorin am News-Desk
Wie ein Sprecher der israelischen Armee am Sonntagabend bekannt gab, soll das Hauptquartier der iranischen Revolutionsgarde in Teheran in einer «kürzlich erfolgten Angriffswelle» zerstört worden sein.
Dies behauptet Brigadegeneral Effie Defrin während einer Pressekonferenz. Ihm zufolge seien von dem Gebäude aus die Angriffe auf Israel und andere Staaten koordiniert worden. Der Iran hat die Angaben bisher nicht bestätigt.
Saudi-Arabien meldet erste Todesopfer
Von Natalie Zumkeller, Redaktorin am News-Desk
Wie der saudische Zivilschutz am Sonntag mitteilte, kam es in Saudi-Arabien in Folge eines Luftangriffs auf ein Wohngebäude zu zwei Todesopfern und zwölf Verletzten. Es sind die ersten Toten, die das Königreich in dem Konflikt zu beklagen hat.
Getroffen wurde ein Wohnkomplex in Al-Kharj, etwa 107 Kilometer südöstlich von Riad. Bereits am Samstag wurde die Gegend von der iranischen Revolutionsgarde wegen ihrer Radarsysteme ins Visier genommen.