Darum gehts
- Co-Pilot soll Piloten auf Flydubai-Flug mutmasslich attackiert haben.
- Oman Air hatte den Co-Piloten al-Hammami 2024 wegen radikaler Ansichten entlassen.
- Die spätere Anstellung bei Flydubai gelang jedoch offenbar problemlos.
Nach dem mutmasslichen Angriff auf den Piloten des Flydubai-Flugs von Dubai nach Tel Aviv am Mittwochmorgen sind neue Details zum festgenommenen Co-Piloten und mutmasslichen Angreifer bekannt geworden. Laut CNN handelt es sich beim Co-Piloten um den omanischen Staatsbürger Hamam al-Hammami (29).
Al-Hammami wurde in den Vereinigten Arabischen Emiraten als Sohn eines omanischen Vaters und einer syrischen Mutter geboren und verbrachte mehrere Jahre seines Lebens in den VAE. Schon Jahre zuvor war er offenbar wegen extremistischer Ansichten aufgefallen. Wie «Fox News» und «Wall Street Journal» schreiben, hatte ihm die Fluggesellschaft Oman Air bereits im Jahr 2024 die Flugerlaubnis entzogen und ihn suspendiert. Grund: Er war beim Aufrufen radikal-islamischer Webseiten erwischt worden.
Co-Pilot war wegen Radikalisierung bekannt
Nach seiner Entlassung in Oman zog der omanische Staatsbürger, der Teile seines Lebens bei seiner syrischstämmigen Mutter im Ausland verbracht hatte, noch im selben Jahr nach Dubai. Brisant: Problemlos konnte er dort bei Flydubai anheuern.
Der Fall wirft nun ein verheerendes Licht auf die Sicherheitsüberprüfungen in der Aviatikbranche: Vor der Einstellung verzichtete Flydubai offenbar darauf, Rücksprache mit Oman Air über die Hintergründe des Piloten zu halten. Zudem ist unklar, ob die omanischen Behörden ihre Bedenken bezüglich der radikalen Ansichten des Mannes überhaupt an andere Staaten oder Fluggesellschaften weitergegeben hatten.
Auffällige Posts direkt nach Vorfall
CNN hat auch das Internetprofil des Co-Piloten Hamam al Hammami gefunden und durchsucht. Nur wenige Stunden nach dem Vorfall wurden auf seinem LinkedIn-Account zwei Beiträge veröffentlicht. Ob al-Hammami sie im Cockpit selbst hochlud oder vorab per Zeitschaltung programmierte, ist unklar.
Der erste Beitrag zeigte Cockpit-Aufnahmen einer Boeing 737 MAX. Auf einem Display sind Flugnummer und Datum erkennbar: OMA624, 11. Oktober 2023 – ein Flug aus seiner Zeit bei Oman Air. Im Video tauchen zudem Maschinen der israelischen Fluggesellschaften El Al und Arkia auf. Der Clip endet abrupt mit Aufnahmen des ehemaligen Al-Kaida-Anführers Aiman al-Sawahiri sowie des Selbstmordattentäters Humam al-Balawi.
Radikal-religiöser Auftritt im Internet
Ein zweiter Beitrag zeigt eine KI-generierte Animation der heiligen Stätten Mekka, Medina und Jerusalem, unterlegt mit einem arabischen Gedicht über Demütigung, Tod und den Kampf um die eigene Würde.
Noch aufschlussreicher sind laut CNN seine ebenfalls gelöschten Aktivitäten auf X. Eine Analyse von rund 3000 Tweets aus den Jahren 2021 und 2022 durch CNN offenbart eine radikal-religiöse und frauenfeindliche Haltung: Al-Hammami forderte darin, dass seine künftige Ehefrau einen Nikab tragen und nach der Hochzeit nicht mehr arbeiten dürfe. Gemischtgeschlechtliche Arbeitsplätze bezeichnete er als schädlich für Frauen.