Darum gehts
- Die «Bild» nennt Akram S. als Kopf von «Gen Z regelt» und zeigt erstmals ein Foto von ihm
- Bei Protesten in über 30 deutschen Städten kam es in Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt zu Schäden
- Im Impressum steht eine Schweizer Mietadresse, laut Akram S. zum Schutz seiner Privatadresse
Die Demonstrationen der Gruppe «Gen Z regelt» sorgten für Schlagzeilen. Der Kopf der Protestbewegung selbst blieb hingegen immer im Hintergrund. Lange wurde gerätselt, wer tatsächlich hinter den Demonstrationen steckt. Der Name Akram S.* tauchte dabei immer wieder auf. Ein Gesicht zu dem Namen gab es allerdings nie. Bis jetzt.
Die «Bild» will den Kopf hinter den landesweiten Protesten identifiziert haben und veröffentlichte erstmals ein Foto von Akram S. Seine Bewegung initiierte am vergangenen Wochenende Demonstrationen in über 30 Städten in Deutschland. Protestiert wurde unter anderem für bessere Bildung und gegen eine Wehrpflicht.
Proteste eskalierten
Obwohl die Organisatoren die Demonstranten zum friedlichen Protestieren ermahnten, eskalierten die Kundgebungen am Halloween-Abend teilweise. In Berlin, Hamburg und Köln brannten Barrikaden und es kam zu Sachbeschädigungen. In Frankfurt wurden sogar Schaufenster eingeschlagen und Geschäfte geplündert.
«Wir fordern alle Teilnehmer dazu auf, friedlich zu demonstrieren», sagte Akram S. vor den Protesten zur «Frankfurter Allgemeinen». «Wenn sich jemand nicht daran hält, ist es Aufgabe der Polizei, diejenigen zu entfernen, die gegen Gesetze verstossen. Mit solchen Leuten wollen wir nichts zu tun haben.»
Auch in der Schweiz eskalierten am Halloween-Wochenende Demonstrationen in Zürich und Basel. Die Kundgebungen übernahmen hierzulande zwar teilweise das Motto der Proteste in Deutschland, die Bewegung «Gen Z regelt» organisierte in der Schweiz aber wohl keine der Demonstrationen direkt.
Adresse in der Schweiz
Akram S. wohne in einer Kleinstadt im deutschen Bundesland Niedersachsen. Sein Name steht im Impressum der Internetseite von «Gen Z regelt». Dabei ist interessant: Akram S. gibt als Adresse einen Briefkasten in der Schweiz an. Es handle sich um einen Mietbriefkasten für 9 Franken im Monat.
Wo in der Schweiz genau sich dieser Briefkasten befindet, bleibt offen. Die Adresse auf der Internetseite wurde in der Vergangenheit bereits mehrfach geändert.
Im Interview mit der «Frankfurter Allgemeinen» äusserte sich Akram S. dazu. «Es ist doch vollkommen klar, dass ich auf so einer Website nicht meine Privatadresse angebe», meinte er. «Wir sind junge Menschen und haben irgendwo Angst, dass diejenigen, die nicht hinter unserer Aktion stehen, uns verfolgen. Viele Anbieter für solche Mietadressen haben uns abgelehnt, weil sie befürchten, dass an der vergebenen Adresse Menschen randalieren, die gegen uns sind.»
Interne Konflikte
Allerdings kriegt die Bewegung momentan nicht nur von Aussenstehenden Gegenwind zu spüren. Auch intern soll es bei «Gen Z regelt» brodeln. Laut der «Bild» werfen Anhänger der Gruppierung Akram S. vor, sich eigenmächtig zum Anführer ernannt zu haben. Ausserdem grenze er die Bewegung nicht klar genug von politisch rechten Gruppierungen ab. Das sollen Chatverläufe zeigen, die die Zeitung ausgewertet hat.
Der mutmassliche Protest-Chef selbst hat sich bisher nicht öffentlich zu diesen Vorwürfen geäussert. In der Vergangenheit behauptete er, dass viele verschiedene Personen für die Organisation von «Gen Z regelt» verantwortlich seien. Sie alle hätten sich über die sozialen Medien kennengelernt. «Wir kennen uns nicht alle persönlich und kommen aus unterschiedlichen Städten. Wir teilen dieselbe Sorge: Die Angst um unsere Zukunft. Einige von uns sind Studenten, andere stehen schon im Berufsleben.»
Im November hat die Protestbewegung weitere Kundgebungen in Deutschland geplant. Vorgesehen sind Aktionen am 14. und 20. November.