Abgeordnete Carina Schiessl: «Schweizer würden nicht abgewiesen»
AfD will Ausländer aus Bädern, Parks und Bahnhöfen verbannen

Das Badi-Verbot für Ausländer in Pruntrut JU löste in Deutschland viel Beifall aus. Jetzt fordert AfD-Politikerin Schiessl ein Verbot für ausländische Männer für öffentliche Anlagen in Deutschland.
Kommentieren
1/10
Pruntrut im Jura sorgte mit seinem Verbot für ausländische Tagestouristen weltweit für Aufsehen.
Foto: keystone-sda.ch

Darum gehts

  • Pruntrut JU verbot im Sommer 2025 ausländischen Gästen den Badi-Zutritt
  • Deutsche Hallenbäder führen Geschlechterquote und Anmeldungspflicht für Gruppen ein
  • Die AfD fordert ein Ausländerverbot in Badeanstalten, Parks und Bahnhöfen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
RMS_Portrait_AUTOR_242.JPG
Guido FelderAusland-Redaktor

Weil sich in Pruntrut JU französische Badigäste immer wieder danebenbenahmen, hat die Gemeinde im Sommer 2025 den Badi-Besuch eingeschränkt. Ausländer erhielten keinen Zutritt mehr. Willkommen waren nur noch Personen, die in der Schweiz wohnen oder arbeiten.

In den deutschen Medien stiess die umstrittene Aktion auf ein gewaltiges Echo. Geschätzt 99 Prozent der Kommentare lobten das harte Durchgreifen der Schweizer, «die uns Deutschen wieder mal um Lichtjahre voraus» sind. Denn in Deutschland sorgen ausländische Gruppen in Freibädern ebenfalls für Probleme – noch mehr als in der Schweiz.

Entspannung nach Restriktionen

Vor einigen Monaten haben auch deutsche Hallenbäder Massnahmen ergriffen. So gilt in der Havel-Therme im brandenburgischen Werder folgende Regelung:

  • Geschlechterquote: Ein Geschlecht darf das andere nur um maximal 20 Prozent überwiegen. Ist die Grenze erreicht, wird weiteren Männern oder Frauen der Zutritt verwehrt – unabhängig davon, ob man ein Billett gebucht hat. Wenn also bereits 60 Prozent männliche Gäste im Bad sind, werden weitere Männer erst nach Frauen eingelassen. 

  • Anmeldung: Gruppen ab drei Personen müssen sich zwingend im Voraus anmelden und die Personalien angeben.

Grund für die Massnahmen: «Wir hatten grosse Probleme, vor allem mit Männergruppen, die teils auch noch alkoholisiert waren», sagt Therme-Geschäftsführer Andreas Schauer gegenüber der «Bild»-Zeitung. Die Belästigungen reichten von Begrapschungen von Gästen und Personal bis zu Messerstechereien auf dem Parkplatz. Die erste Bilanz nach knapp einem Jahr mit den neuen Regeln: «Es ist deutlich entspannter.»

Kontrolle wie in einer Diskothek

Nach dieser Bilanz ist es für die bayerische AfD-Bundestagsabgeordnete Carina Schiessl (35) «höchste Zeit, klare Worte zu wählen». Sie fordert daher bundesweit für alle Badeanlagen ein generelles Einlassverbot für Gruppen junger Migranten ohne deutsche Staatsbürgerschaft. Dazu soll an der Kasse eine Ausweis-Kontrolle durchgeführt werden – «wie bei einer Diskothek».

Da es in Deutschland auch Immigranten aus der Schweiz gibt, präzisiert Schiessl gegenüber Blick: «Ich glaube nicht, dass jemand, der von Verstand ist, einen Schweizer Badegast abweisen würde. Unsere Schweizer Freunde sind nicht dafür bekannt, unsere Regeln oder unsere Kultur zu missachten.»

In ihrem Fokus steht eine andere Gruppe. «Vor allem junge Männer aus dem arabischen Raum tendieren stark zu übergriffigem Verhalten und müssen daher konsequent abgewiesen werden.» Sie wählt drastische Worte: Diese Männergruppen seien «in Wahrheit importierte Horden junger Männer, die unsere Frauen und Kinder terrorisieren».

Auch in Bahnhöfen und Parks

Das Verbot soll sich nicht nur auf Badeanstalten beschränken. Auch bei Bahnhöfen und Parks möchte Schiessl den Zugang kontrollieren lassen. «In meinem Wahlkreis Regensburg ist dieses Problem bereits vollkommen ausser Kontrolle geraten. Ich kann mir gut vorstellen, hier eine Ausweitung der Verbote vorzunehmen.»

Vorderhand bleibt Schiessl bei ihrem Aufruf an alle Bäderbetreiber, da eine gesetzliche Regelung zurzeit bei der schwarz-roten Regierung sowie im Bundestag keine Chance hätte. Schiessl, deren Partei inzwischen die CDU in Umfragen überholt hat, sagt: «Sobald sich in Deutschland die Mehrheitsverhältnisse geändert haben, werde ich ein bundesweites Gesetz für solche Verbote fordern.»

Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen