Darum gehts
- Familie aus dem Kanton Aargau verliert Gepäck auf Edelweiss-Flug nach Calgary
- Mehrstündiger Ausfall der Gepäckanlage am Flughafen Zürich führt zu Chaos und Frust
- Nach tagelanger Wartezeit: Koffer mit Geschenken endlich zurück bei Familie
Es sollte eine tolle Reise werden, entpuppte sich aber als tagelanger Frust-Trip. Schuld war ein Koffer-Puff am Flughafen in Kloten ZH. Markus M.* (42) ist mit seinen beiden Kindern (9 und 11 Jahre) am vergangenen Freitag von Zürich aus nach Calgary in Kanada geflogen.
«Bereits beim Check-in gab es Probleme mit dem Gepäck, da die Förderbänder nicht gingen», erzählt der Familienvater Blick. «Wir mussten unsere Koffer an der Seite des Check-in-Schalters in einen Wagen legen.» Was der Aargauer da noch nicht ahnte: Es sollte alles noch viel schlimmer kommen.
Koffer seit Tagen verschollen
«Als wir in Calgary angekommen waren, waren unsere Koffer nicht dabei», berichtet er weiter. M. ging an den für Edelweiss zuständigen Schalter und meldete den Verlust seines Gepäcks. Er war nicht der Einzige, wie er weiter schildert. «Ich habe mit ganz vielen anderen vom selben Flug das Formular ausgefüllt, das mir gegeben wurde.»
Am Schalter fragt er, wann mit dem Gepäck gerechnet werden könne. Die Antwort: Bis zum nächsten Tag, normal dauere es etwa 24 Stunden. Doch bis die Koffer von M. und seinen Kindern wieder auftauchen sollten, sollte viel mehr Zeit vergehen.
Wann meldet sich Edelweiss endlich bei Markus M.?
Bei M. und seinen Kindern kam Frust auf. «Ich habe viermal bei Edelweiss in Zürich angerufen. Dort wusste man nicht einmal, dass unsere Koffer nicht angekommen sind.» Am Flughafen hatte man ihn einen Tag nach der Landung an die Edelweiss-Kundenhotline verwiesen. Die Koffer blieben verschollen.
Als er es am Sonntagabend, mehr als 48 Stunden nach der Landung, verzweifelt erneut am Airport in Calgary probiert, fand er vor Ort noch immer etwa 20 andere Leidensgenossen vor, die ebenfalls von Zürich in die kanadische Grossstadt geflogen waren. E-Mails oder Anrufe von Edelweiss? Blieben laut M. bis dahin komplett aus.
Mit den Koffern sind auch selbstgebastelte Geschenke verschwunden
M. war mit seinem Latein am Ende. Verzweifelt wandte er sich an Blick. «Ich will meine Koffer haben! Die Kinder auch», sagte er am Telefon.
Er schickte Blick das Foto einer Plastik-Einkaufstasche, darin befanden sich Zahnbürsten, Deo, Kleidung – das Nötigste. Eigentlich sollte es längst weiter zu Bekannten an einen anderen Ort in Kanada gehen. «Ich habe aber die Adresse unserer Unterkunft in Calgary auf dem Formular angegeben. Was passiert mit unseren Koffern?», fragte er sich verzweifelt. «Wir haben Geschenke für die Bekannten im Koffer. Meine Kinder haben extra etwas gebastelt. Sie haben sich so gefreut, es den Bekannten zu überreichen.»
Edelweiss äussert sich zum Koffer-Chaos
Was sagt Edelweiss zum Koffer-Chaos? «Am Freitag kam es am Flughafen Zürich zu einem mehrstündigen Ausfall der Gepäcksortieranlage. Davon waren verschiedene Abflüge mehrerer Fluggesellschaften betroffen, darunter auch der Edelweiss-Flug WK14 von Zürich nach Calgary. In der Folge konnten nicht alle Gepäckstücke wie geplant verladen werden, weshalb ein Teil des Gepäcks zunächst in Zürich zurückbleiben musste», meldet Andreas Meier, Leiter Unternehmenskommunikation, auf Anfrage zurück.
«Gemeinsam mit unserem Partner Swissport setzen wir alles daran, die betroffenen Gepäckstücke so rasch wie möglich an ihre Besitzerinnen und Besitzer nachzusenden. Dafür wurden gemäss unseren Informationen bei Swissport bereits am Freitag zusätzliche Nachtschichten sowie am Samstag weitere Sonderschichten eingesetzt, um das zurückgebliebene Gepäck auf die nächsten verfügbaren Flüge zu verladen», beteuert Meier. Man bedaure die Unannehmlichkeiten für die Gäste. «Selbstverständlich haben betroffene Passagierinnen und Passagiere im Rahmen der geltenden internationalen Bestimmungen Anspruch auf eine Entschädigung für notwendige Auslagen, die aufgrund der verspäteten Gepäckauslieferung entstanden sind», fügt er an.
Zu guter Letzt meldet sich auch Markus M. nochmals bei Blick. Nach dem ganzen Stress wünscht er sich von der Airline eine Entschädigung, weil durch die Telefonate in die Schweiz und den Noteinkauf in Kanada zusätzliche Kosten entstanden sind. Er hat aber auch eine gute Nachricht: «Wir haben am Montag sechs Stunden am Flughafen in Calgary verbracht und haben nun unsere Koffer.» Jetzt können die Ferien endlich richtig losgehen. Und die Bekannten ihre Geschenke entgegennehmen.
* Name bekannt