Christian Bauer unterwegs in der Antarktis Dieses Bad hat sich gewaschen!

Die Antarktis: gigantische Eisberge, Pinguine und Killerwale. Ein Abenteuerland der Superlative. Reisejournalist Christian Bauer ist unterwegs im Südpolargebiet und berichtet hier von seinen Erlebnissen. Heute trifft er Umweltaktivist Lewis Pugh, der zum Schutz der Antarktis in die eisigen Fluten steigt.

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Bellinghausen See, Antarktis, 63° Süd 59° West. Bleischwarzes Wasser, bizarre Eisberge, totale Stille. Wassertemperatur: am Gefrierpunkt. Lewis Pugh, 47, steht am Bug eines Schlauchboots, konzentriert. In wenigen Sekunden wird der Marathonschwimmer in das Eiswasser springen und einen Kilometer kraulen.

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Eindrücklich: Lewis Pugh krault an den Eisbergen vorbei.


Während ich in Daunenklamotten an der Reling stehe, trägt Pugh bloss eine Badehose. Ich erfriere schon beim Zuschauen. 17 Minuten wird er für die 1000 Meter brauchen -  die durchschnittliche Überlebenschance eines untrainierten Menschen liegt bei 10 Minuten. Was nach Selbstmord klingt, dient einem guten Zweck. Pugh, der UN-Botschafter der Ozeane, kämpft seit Jahren für den Schutz des antarktischen Meeres. Dafür macht der Brite regelmässig mit spektakulären Aktionen auf seine Umwelt-Belange aufmerksam.

Erstes internationales Aufsehen erregte der ehemalige Jurist 2007, als er am Nordpol schwamm. «Kein Mensch sollte am Nordpol schwimmen können», so Pugh. «Meine Aktionen sind einfach aber wirkungsvoll. Diese Message versteht jeder.»

Dank Lewis Pugh: Schutzabkommen für das Rossmeer erreicht

Sein bisher wichtigster Erfolg war die Unterzeichnung des Schutzabkommen für das Rossmeer in der Antarktis vom Oktober diesen Jahres, an dessen Verhandlungen er beteiligt war.

Nun möchte der Umweltschützer noch einen Schritt weiter gehen und für drei weitere Meeresschutzgebiete um die Antarktis kämpfen. Bis zum Jahr 2020 soll ein sieben Millionen Quadratkilometer grosses Schutzgebiet entstehen - so gross wie Australien.

«2020 ist ein ehrgeiziger Zeitplan», so Pugh. «Aber für den Schutz dieser wunderbaren Natur läuft uns die Zeit davon.» Unterstützt wird der Umweltaktivist von Regierungschefs, Wissenschaftler und den Vereinten Nationen.

Bibbern für die schöne Natur

Nach seinem Schwumm sitz Pugh zitternd in dem Schlauchboot. «Das war heute sehr schwer. Ich hatte vor ein paar Monaten eine Rückenoperation, das hat mich gehemmt. Zudem war meine Zunge steif gefroren, beim Atmen bekam ich Wasser in den Mund.»

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Nach seinem Schwumm muss Lewis Pugh mit Decken wieder aufgetaut werden.


Ans Aufgeben hat Pugh im Wasser allerdings nicht gedacht. «Es geht hierbei nicht um mich. Wir müssen diese verletzlichen Gebiete für unsere Kinder und Enkel bewahren.

Warum es ihm gerade die Polregionen angetan haben, möchte ich wissen. «Ist es möglich, diese wunderschönen Gebiete nicht zu lieben?», fragt er augenzwinkernd zurück.

Unser Expeditionsschiff ruckelt. Der Kapitän hat eine Vollbremsung hingelegt: Eine Gruppe Buckelwale labt sich neben dem Schiff an Krill. Im Hintergrund schwimmen Eisberge vorbei, es ist mittlerweile 23 Uhr und noch taghell. Stimmt, diese Natur ist ein Wunder.

Hinweis: Die Reise wird ermöglicht durch «Glur Reisen».

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Publiziert am 14.12.2016 | Aktualisiert am 04.01.2017
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1 Kommentare
  • Roland  Wyler 14.12.2016
    Gut sind wir nicht alle Umweltaktivisten, sonst hätten wir Massentourismus in der Antarktis oder dem Nordpol. Es sind meistens egozentrische Selbstdarsteller denen etwas Ritalin gut käme. Alle reisen zum baden an den Nordpol. Nein das können nur Hyperaktive Aktivisten. Zweck meiner Meinung nach verfehlt. Er sollte besser in einem Pflegeheim Frohndienst leisten wäre sinnvoller.