On the road mit Christian Bauer Spenden-Aufruf für die SBB!

Reisejournalist Christian Bauer fährt von Zürich Stadelhofen nach St. Gallen Bruggen und kämpft mit der Bürokratie der SBB. Ein Theaterstück.

Reisejournalist Christian Bauer kämpft mit dem Streckennetz der SBB. play

Reisejournalist Christian Bauer kämpft mit dem Streckennetz der SBB.

Christian Bauer

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Personen
Kondukteurin der SBB
Reisejournalist Christian Bauer
Zugreisende

Ort
In einem Zug von Zürich Stadelhofen nach St. Gallen Bruggen. Viererabteil, 2. Klasse.

Zeit
Donnerstagmorgen, kurz nach dem ersten Kaffee.

Vor dem Fenster zieht Landschaft vorbei. Eintritt der Kondukteurin.

Sie: «Alle Billette vorweisen, bitte!»

Kondukteurin nimmt Bauers Billett.

Sie: «Sie müssen in Gossau umsteigen.»
Bauer: «Ach, gibts da eine schnellere Verbindung? Die App sagt, ich solle über St. Gallen HB fahren.»

Sie: «In Gossau gibt es jetzt keinen direkten Anschluss, aber Sie haben das falsche Billett.»
Bauer: «Was kann an einem Billett von Stadelhofen nach Bruggen falsch sein?»

Sie: «Sie haben die falsche Strecke gewählt.»
Bauer: «Gibt es noch einen anderen Weg nach St.Gallen?»

Sie: «Auf Ihrem Billett steht ‹Über Zürich und Winterthur›.»
Bauer: «Ja, genau, das liegt ja auf der Strecke.»

Zugpassagiere drehen sich um.

Sie: «Bruggen liegt zwischen Gossau und St. Gallen Hauptbahnhof. Ihr Billett geht nicht bis Hauptbahnhof. So dürfen Sie nicht bis Hauptbahnhof fahren.»
Bauer: «Woher soll ich wissen, dass Bruggen vor dem Hauptbahnhof liegt?»

  • Zur Person

    Im zarten Alter von drei Jahren bestieg Christian Bauer zum ersten Mal ein Flugzeug Richtung Afrika. Erst sieben Jahre später kehrte er wieder in die Heimat zurück. Seitdem faszinieren ihn fremde Kulturen und Länder. Mittlerweile ist aus seiner Reisebegeisterung ein Beruf geworden.

Sie: «Sie müssen sich erkundigen.»
Bauer: «Der Billettautomat hat gefragt, ob ich über Zürich und Winterthur fahren will.»

Sie: «Da steht immer noch ‹Anderer Reiseweg›.»
Bauer: «Aber Zürich und Winterthur liegen doch auf der Strecke.»

Sie: «Sie müssen sich erkundigen.»
Bauer: «Ich kann doch nicht das gesamten SBB-Streckennetz auswendig wissen!»

Sie: «Das ist nicht mein Problem.»

Die Zugpassagiere legen die Tablets zur Seite und hören interessiert zu.

Sie: «Wollen Sie nun über Hauptbahnhof fahren?»
Bauer: «Ja, das ist schneller.»

Sie: «Dann müssen Sie ein Anschlussbillett kaufen.»
Bauer: «Ich muss ein Anschlussbillett kaufen, obwohl Bruggen in der gleichen Zone wie St.Gallen liegt?»

Sie: «Ja, Sie bezahlen die gefahrene Strecke.»
Bauer: «Warum gilt das Ticket nicht von Stadt zu Stadt – egal welche Station? So wie beim Busfahren?»

Sie: «Das ist halt so.»

Mittlerweile sind 10 Minuten vergangen. Sie tippt auf ihrem Computer herum.

Sie: «Das macht 50 Rappen.»

Gelächter der Zuggäste.

Bauer sucht Bargeld, findet nichts.

Bauer: «Kann ich das auch mit Kreditkarte bezahlen?»

Liebe SBB, 10 Minuten Diskussion für 50 Rappen. Bitte: Wenns euch so schlecht geht, lanciere ich gerne einen Spendenaufruf. Ihr müsst euch halt erkundigen.

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Publiziert am 08.05.2016 | Aktualisiert am 08.05.2016
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9 Kommentare
  • Marc  Langenegger aus St.Gallen
    09.05.2016
    Wenn der gute Mann in Gossau umsteigt hat er kein Problem mit seinem Ticket. Das man von A nach B mal umsteigen muss ist jedem SBB Kunden bekannt, darüber muss man sich nun mal informieren. Insofern hat nicht nur die Kondukteurin Recht sondern auch der Automat - allein der spiessige Autor ist fehlgesteuert.
  • Sebastian  Henze aus Zürich
    09.05.2016
    Wieso kann man eigentlich nicht auf der Rueckseite des Tickets die naechsten paar Abfahrts-Zeiten inkl. Umsteigen mitdrucken?
    DAS waere einmal Service an den Kunden.
    • Hans  Müller 09.05.2016
      In einer 4 Punkt Schrift brächte man auch noch die Unterschiede zwischen Tickets der Verkehrsverbunde wie: ZVV, Ostwind etc. und der SBB unter. Die SBB verkauft Tickets zwischen Start und Ziel. Die Verkehrsverbunde zwischen Zonen eines oder zweier, allenfalls kombinierter Verkehrsverbunde. Das ganze eben auch über Automaten der SBB. Wer nicht weiss, wann er wohin will nehme das Auto. (Taxi) Bahn ist kompliziert. Die optimalen Umsteigepunkte ändern sich, je nach gewählter Abfahrzeit.
    • Sebastian  Henze aus Zürich
      09.05.2016
      @Herr Mueller:
      Sehr engstirnig Ihre Aussage.
      Ich behaupte mal, dass jemand der Infos zu Verbindungen auf dem Ticket gebrauchen kann, die Reise auch in den naechsten 30 Minuten antreten wird - und da wird es kaum mehr als 1-2 verschiedene Moeglichkeiten geben.
      Wenn dies nicht moeglich ist, kann man natuerlich auch mittels QR-Code dynamischen Inhalt fuers Smartphone generieren.
      QR-Code abscannen und es werden die Verbindungen angezeigt.
      Das ist dann aber wieder nur fuer die Jungen...
  • Shovel  Wally 09.05.2016
    Und wenn kein Geleise mehr ist, keine Kondukteuse mehr die Tickets verlangen kann und alle Züge verschrottet worden wären..der SBB-CEO und seine 7xKlugen Manager werden weiter arbeiten und Lohn beziehen, ohne zu merken, dass nichts und niemand mehr für ihre Firma arbeitet
    • Zita  Lang 09.05.2016
      Natürlich sind ja Bundesangestellte, die kriegen Ihren Lohn auch ohne arbeiten. Das erinnert mich sehr an das kommunistische System......
  • Hans  Müller 08.05.2016
    Die Kondukteuse hat natürlich recht, die Strecke St. Gallen-Bruggen ist nicht bezahlt. Korrekt wäre das Vorgehen mit dem Ticket Stadelhofen-St. Gallen gewesen. Mich wundert aber gar nichts, weder bei der SBB noch bei Reisejournalisten.
    • Werner  Rutishauser aus St.Gallen
      09.05.2016
      Und wie soll der Bahnkund am Automat das wissen? ... Das System spielt gegen den Kunden und sogar gegen den eigenen Betrieb! Wie dumm ist das denn?
  • Kuno  Kunz aus Lugano
    08.05.2016
    Aber da habe ich eine Anschlussfrage: Wenn der Reisejournalist ein Billet von z.B. Uzwil nach St. Gallen Bruggen möchte, stehen ja nur die Zonen drauf und weil ganz St. Gallen in der gleichen Zone liegt, könnte er auch über HB fahren und mit dem Bus zurück nach Bruggen. Da stimmt etwas nicht.
    Aber zugegeben, ähnliche Probleme hatte ich auch schon an Stationen im Aargau, wo der Automat verschiedene Wege anbot und ich auch nicht wusste, welcher Zug aktuell welchen Weg fuhr.