Wingsurfer auf dem Zürichsee trotzt den Wetterbedingungen
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Am Freitag:Wingsurfer auf dem Zürichsee trotzt den Wetterbedingungen

Wetterkapriolen am Skiweekend
Wo die Berggondeln stillstehen und wo sie dem Wind trotzen

Bombenzyklon Goretti sorgt für starke Windböen von über 130 Stundenkilometern. Skigebiete wie Glacier 3000 und Aussichtsberge wie Pilatus stellen den Gondelbetrieb am Samstag ein. Aufpassen müssen Wintersportler auch vor der grossen Lawinengefahr.
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Im westlichen Jura, in den Gebieten Les Diablerets, Aletsch und im Alpsteingebirge kommt es heute zu schweren Sturmwinden.
Foto: Screenshot Meteo News

Darum gehts

  • Sturmtief Goretti bringt starke Winde über 130 km/h in die Schweiz
  • Lawinengefahr Stufe 4 in Wallis, Hänge über 30 Grad meiden
  • Am Sonntag sollen viele Bahnen wieder öffnen, Wetterprognosen besser
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.

Das neue Jahr hat frischen Schnee gebracht – eine grosse Erleichterung für viele Berg- und Skigebiete. Doch nun fegt Sturmtief Goretti über die Schweiz mit Windböen von über 130 Stundenkilometern. In hohen Lagen bleiben Gondeln und Sesselbahnen deshalb am Boden. 

So auch auf dem Aussichtsberg Pilatus LU auf über 2000 Metern Höhe: Die Gondel- und Luftseilbahn bleibt am Samstag wegen Wind geschlossen. Auch am Vortag blieb die Anlage ausser Betrieb, wie es auf der Website heisst. Es besteht aktuell keine Möglichkeit, nach Pilatus Kulm zu gelangen. Solche Windtage seien nichts Ungewöhnliches, teilt ein Sprecher mit. Die Hotel- und Seminargäste werden jeweils direkt kontaktiert. Am Sonntag sollte auf dem Luzerner Hausberg wieder Normalbetrieb herrschen. 

Ebenfalls eingestellt war am Freitag der Bahnbetrieb auf dem Ausflugsberg Säntis AR. Auch am Samstag fährt die Bahn nicht, wie der Bergbahnchef am Morgen entschieden hat. 

Grosse Lawinengefahr abseits der Pisten

Höher gelegene Skigebiete haben ebenfalls mit den starken Windböen zu kämpfen. Auf dem Glacier 3000 – im Skigebiet les Diabelerets VS – bleibt die Bergbahn am Samstag geschlossen. «Auf 3000 Metern herrschen andere Bedingungen als in tiefer gelegenen Skigebieten», warnt ein Sprecher. Wenn es die Wetterlage zulasse, werden am Sonntag 10 Anlagen und 24 Pistenkilometer geöffnet. «Der Schnee ist ein Glücksfall, bringt aber eine Lawinengefahr der Stufe 4 mit sich», heisst es weiter. Ausserhalb der gesicherten Piste sollten Wintersportler deshalb besonders aufpassen.

Die Lawinengefahr ist im Wallis generell gross. In der Aletsch-Arena herrscht abseits von den gesicherten und geöffneten Pisten ebenfalls Lawinengefahr-Stufe 4 von 5. Das bedeutet: Grosse Gefahr – die Lawinensituation ist sehr kritisch. Hänge, die steiler sind als 30 Grad, sollte man generell meiden. 

Die Aletsch-Arena wird versuchen, trotz starker Windböen möglichst viele Pisten zu öffnen: «Die angesagte Windströmung für Samstag wird vermutlich von Norden kommen, so dass wir uns eher im Windschatten befinden werden», sagt Geschäftsführer Valentin König gegenüber Blick. Am Freitag war ein Grossteil der Anlagen geöffnet, doch die beiden höchsten Bergstationen konnten nicht bedient werden. Gleiches gilt für diesen Samstag. 

Grosse Unsicherheit herrscht auch in der Berner Jungfrau-Region: Insbesondere bei der Kleinen Scheidegg auf einer Höhe von 2061 Metern sieht die Wetterlage für Samstag düster aus. Bereits am Freitag gab es einen Unterbruch der Gondelbahn zwischen Grindelwald und Männlichen. 13 von 21 Anlagen waren am Abend noch geöffnet. Am Samstagmorgen sind 18 Anlagen in Betrieb, auch die Gondel zum Männlichen hinauf. Die Lawinengefahr ist mit der Stufe 3 etwas tiefer als im Wallis. Trotz der Wetterkapriolen legen die Jungfraubahnen den besten Saisonstart aller Zeiten hin. 

Weniger Wind im Bündnerland

Etwas besser ist die Wetterlage im Graubünden. In Flims Laax Falera hofft man, auch am Samstag einen Grossteil der Anlagen öffnen zu können: «Jedoch bleiben die Lifte in höheren, dem Wind stärker ausgesetzten Lagen voraussichtlich geschlossen», teilt die Medienstelle Laax am Freitag mit. Ernüchterung dann am Samstagmorgen: Nur 7 der total 30 Anlagen sind offen. Zudem herrscht Lawinengefahr Stufe 3+. «Wir rechnen jedoch noch mit einer Steigerung aufgrund des angesagten Schneefalls und des Windes.»

Im Skigebiet Arosa Lenzerheide soll trotz Sturm ein regulärer Betrieb möglich sein. Nur drei Schlepplifte sind am Samstag geschlossen. «Gemäss den aktuellen Prognosen streifen uns die stärkeren Windfelder nur», so eine Sprecherin. Der Saisonstart sei jedenfalls geglückt. Ist der Sturm vorbei, steht einem Ausflug in die Berge nichts mehr im Weg: «Die Prognosen für Sonntag sehen sehr gut aus. Winterliche Bedingungen und frischer Schnee laden dann definitiv zu einem perfekten Wintersporttag ein.»

In der Zentralschweiz ist der Sturm auch nicht so stark. Entsprechend kann das Skigebiet Hoch-Ybrig alle Anlagen am Samstag öffnen. «Der Wind ist bis jetzt bei uns noch nicht so stark und wir gehen davon aus, dass unsere Anlagen den ganzen Tag in Betrieb sein können», teilen die Betreiber auf Anfrage von Blick mit. Doch auch dort gilt: Ausserhalb der markierten und gesicherten Pisten ist die Lawinengefahr erheblich. 

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