«Es gibt Orte mit Leuten, die zur Szene gehören könnten»
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Edelprostitution am WEF?«Es gibt Orte mit Leuten, die zur Szene gehören könnten»

Escortgeschäft in Davos auf dem Höhepunkt
Diese Sexpraktik wird von der WEF-Elite besonders oft gebucht

Das WEF in Davos ist der Treffpunkt für die globale Elite und die Escortszene. Viele der reichen und mächtigen Männer kaufen sich in dieser Woche eine luxuriöse Begleitung für Events, Dinner oder Zweisamkeit im Hotelzimmer – oft für mehrere Tage.
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Escortdame Tessa verbringt dieses Jahr drei ganze Tage mit einem WEF-Kunden in Davos. Kosten: über 7000 Euro.
Foto: Screenshot «LIA Models»

Darum gehts

  • Während des WEF in Davos boomt die Escort- und Sexarbeit
  • Starke Nachfrage nach High-Class-Escorts, Preise bis 12’000 Euro werden bezahlt
  • WEF-Kunden sind meist männliche Geschäftsleute zwischen 30 und 60 Jahren
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Karin FrautschiReporterin Blick

In der WEF-Woche reisen Staatschefs, CEOs und Milliardäre ins Bündner Bergdorf Davos. Parallel dazu boomt in dieser Januarwoche ein besonderes Geschäft: die Escort- und Sexarbeit.

Viele Plattformen und Agenturen, die solche Dienste anbieten, bereiten sich gezielt auf diese Woche vor. Das Angebot hat sich in den letzten Jahren stark ins Netz verlagert.

Sex-Inserate im Internet

«Das Onlineinserat ist zum primären Akquisekanal geworden, da die Sicherheitsbereiche in Davos die ‹klassische Laufkundschaft› oder die ‹spontanen Begegnungen an der Hotelbar› fast unmöglich machen», heisst es bei der Erotikplattform Myladies.ch auf Anfrage von Blick. Mit Schlagwörtern wie «Sex in Davos» preisen viele Frauen ihre Dienstleistungen an: «Die Ladys wissen, dass die Sichtbarkeit mit diesen Schlagwörtern in dieser Woche für sie bares Geld bedeutet.»

Eine Internetrecherche zeigt, dass Escort-Anbieter aus ganz Europa ihre Dienste in der Region Graubünden anbieten. Googelt man beispielsweise «How to book an escort at WEF» (Wie buche ich am WEF einen Escortservice), erscheinen zig Inserate. Die meisten davon in englischer Sprache, viele sogar mit Hotelempfehlungen. Erwähnt werden vor allem die Davoser Luxusunterkünfte wie das Steigenberger Icon Grandhotel Belvédère, das Alpengold Hotel und das Hotel Flüela by Hyatt.

Angebot und Nachfrage steigen

Das WEF sei eine riesige Chance für Frauen aus der ganzen Welt, die in der Erotikbranche tätig sind, schreibt die Escortvermittlung Luxus Escort Girls auf Anfrage. «Die Konkurrenz verdreifacht sich, es kommen Frauen aus ganz Europa, Russland und Lateinamerika. Viele Mädchen reservieren ihre Hotels und privaten Apartments jedes Jahr weit im Voraus.» Auch Transgenderpersonen seien in Davos vor Ort, um zu arbeiten.

«Der am häufigsten nachgefragte Service ist die erotische Massage mit Happy End», heisst es bei Luxus Escort Girls. An zweiter Stelle stehe der Begleitservice für private Feiern, bei denen getanzt und Alkohol getrunken werde. Teilweise lehnt die Escortvermittlung WEF-Anfragen auch ab: «Wenn Männer unhöflich sind oder im Vorfeld bestimmte Dienstleistungen verlangen, die das Mädchen nicht anbietet, werden sie aussortiert.»

Die typischen WEF-Kunden seien männliche Businessleute, Bodyguards, DJs oder Organisatoren im Alter zwischen 30 und 60 Jahren. Die Onlineanfragen kämen meist über Vermittler wie Hotels, Assistenten, Taxis oder Sicherheitsdienste. «Die WEF-Teilnehmer selbst rufen nur selten direkt an.»

Escortladys aus dem Ausland

Anders ist dies bei der Escortagentur Lia Models. «Wir haben immer mit den Herren direkt zu tun», sagt eine Sprecherin zu Blick. Dabei handle es sich um männliche WEF-Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik – und Herren mit gewissem Bekanntheitsgrad. Die meisten kämen aus der Schweiz oder aus Deutschland und seien zwischen 45 und 60 Jahre alt.

Die Escort-Buchungen am WEF seien oft gleich für mehrere Tage. Für dieses Jahr hat die Agentur ihre beiden Escortfrauen Tessa (Mitte 20) aus Hamburg (D) und Maya (Ende 20) aus Heidelberg (D) vermittelt. «Tessa wurde für drei Tage und Maya für die ganze WEF-Woche gebucht», so die Sprecherin von Lia Models. Weitere Buchungen könnten noch folgen: «Männer sind spontan bei diesem Thema – besonders am WEF.» 

Enormer Druck am WEF

Präsenz, Optik, Kommunikationsfähigkeiten und das Selbstbewusstsein der Damen seien die relevantesten Punkte. Noch höher gewichtet werde der passende Dresscode. Während des mehrtägigen Escortdienstes bestimme der Kunde über die Outfits der Dame und die Abläufe der Tage. 

Der Druck für die Escorts sei am WEF sehr hoch. «Die Dame wird vielen Personen vorgestellt und bewegt sich in sehr unterschiedlichen sozialen Situationen – oft mit einem Mann, den sie erst seit kurzer Zeit kennt.» Dies erfordere ein hohes Mass an Konzentration und sozialer Kompetenz. Bei klassischen Escort-Dates hingegen seien die Dame und der Kunde meist unter sich.

Preise von mehreren Tausend Franken

Die Preise erhöht die Agentur in der WEF-Zeit nicht. Die drei Tage mit Tessa kosten den Kunden 6300 Euro – ohne Reisekosten. Für Maya bezahlt der WEF-Kunde insgesamt über 12’000 Euro. 

Bei anderen Anbietern schiessen die Preise für Escort- und Sexdienstleistungen in diesen Tagen in die Höhe. Das Zwei- bis Dreifache an Honoraren sei während der WEF-Woche «völlig normal», so der Myladies.ch-Sprecher. Die Exklusivität in Verbindung mit den eigenen hohen Kosten der Damen erhöhe die Preise massiv.

«Man kann hier mehr Geld verdienen als in allen restlichen Monaten zusammen», heisst es bei Luxus Escort Girls. Deshalb sei das WEF für viele Escortdamen das wichtigste Ereignis des Jahres. Zudem sei es eine gute Gelegenheit, interessanten Menschen «nahe» zu sein. «Viele Mädchen träumen sogar davon, einen Prinzen zu treffen, der sich in sie verliebt und sie aus ihrem jetzigen Leben rettet.»

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