«Haben Cyber-Kriminelle mein Konto geplündert?» Oder: «Warum zum Teufel ist mein Kontostand tiefrot, die Limite plötzlich weit überschritten?» Solche Fragen prasselten in den letzten Tagen auf die Mitarbeitenden der Viseca-Hotline ein. Höhepunkt: Freitagabend und Samstag.
Die Kreditkarten-Tochter Viseca Card Services – im Besitz der Kantonalbanken, Raiffeisen und Migros Bank – hat offenbar ein Riesenproblem mit der IT, Blick-Leser Markus L.* (44) spricht gegenüber Blick von «Chaos pur». Seine Viseca-App One zeigte ihm am Freitagabend an, dass er seine Limite um 7000 Franken überzogen hatte. «Mir wurde heiss, voll der Schock», sagt L., der gerade zum Einkaufen unterwegs war.
Nur ein Darstellungsfehler?
Er sei bei weitem nicht der Einzige mit dem Problem gewesen. «Als ich auf der Viseca-Hotline endlich durchgekommen bin, hat allein dieser Mitarbeiter von 50 anderen Kunden mit demselben Problem erzählt», berichtet L. weiter. Keiner von diesen hatte die eigene Kreditlimite ausgereizt beziehungsweise den geschuldeten Saldo längst ausgeglichen. Der Hotline-Mitarbeiter spricht von einem «gröberen Problem».
Tatsächlich gab es eine Panne bei Viseca, bestätigt ein Sprecher auf Blick-Anfrage. «Im Rahmen eines Feature-Release kam es zu einem unerwarteten Fehler. Dieser hat dazu geführt, dass bei gewissen Kundinnen und Kunden die Limite in der One-App falsch angezeigt wurde.» Ein Glück für die Betroffenen: «Diese Fehlanzeige hat nichts mit den Buchungen zu tun, sondern ist ein reiner Darstellungsfehler.» Laut dem Sprecher seien Viseca keine Fehlbuchungen bekannt.
Der Fehler wurde inzwischen behoben. «Sollte das Problem wider Erwarten weiterhin auftauchen, bitten wir Betroffene, unseren Kundendienst zu kontaktieren», so der Sprecher. Viseca verarbeitet gemäss eigenen Angaben täglich rund 1,5 Millionen Transaktionen. Zur Anzahl der Betroffenen wurden keine Angaben gemacht.
*Name geändert