Darum gehts
- Volkswagen plant Raketenabwehr-Produktion im Werk Osnabrück ab 2027 in Kooperation
- 2300 Arbeitsplätze könnten durch Joint Venture mit Rafael Defence Systems gesichert werden
- Produktion von Iron-Dome-Komponenten soll binnen 12 bis 18 Monaten starten
Volkswagen könnte im Werk in Osnabrück im nächsten Jahr statt Autos neu Raketenabwehrsysteme bauen. Der deutsche Autokonzern steht in Verhandlungen mit dem israelischen Rüstungsunternehmen Rafael Advanced Defence Systems, wie die «Financial Times» mit dem Verweis auf mehrere Quellen berichtet.
Demnach sollen die Angestellten im Werk künftig in einem Joint Venture Komponenten für das Luftverteidigungssystem Iron Dome des israelischen Staatskonzerns produzieren.
VW steckt in einer tiefen Krise: Gewinneinbruch, sinkende Verkaufszahlen – beim einstigen deutschen Vorzeigekonzern sind Zehntausende Jobs gefährdet. Es stehen auch mehrere Werkschliessungen zur Diskussion. Eines davon ist das Werk im westdeutschen Bundesland Niedersachsen. Dort soll die Autoproduktion bereits im nächsten Jahr eingestellt werden.
Kommt die Kooperation mit dem israelischen Rüstungsunternehmen zustande, wollen die beiden Unternehmen möglichst alle 2300 Arbeitsplätze in Osnabrück sichern, so die «Financial Times». Der Automobilkonzern habe auf eine Anfrage nicht umgehend reagiert.
Produktion bereits in 12 bis 18 Monaten?
Geplant sei, dass in Osnabrück unter anderem Schwerlastwagen für den Raketentransport sowie Startrampen und Stromgeneratoren produziert werden. Die Produktion soll innerhalb von 12 bis 18 Monaten anlaufen.
Der israelische Rüstungskonzern hofft gemäss der Zeitung darauf, das Verteidigungssystem Iron Dome an Regierungen in ganz Europa zu verkaufen.
In der deutschen Automobilbranche sind die Hoffnungen gross, vom Boom in der Rüstungsindustrie profitieren zu können. VW stellt bereits Militärfahrzeuge in einem Joint Venture mit der Tochtergesellschaft Man und dem Rüstungskonzern Rheinmetall her.