Darum gehts
- Seit 2007 gehört die Swiss vollständig zur deutschen Lufthansa-Gruppe
- Seit 1. Februar betont Swiss in Ansagen die Lufthansa-Zugehörigkeit
- Interne Dokumente zeigen: Ab August 2025 mehr Kontrolle aus Frankfurt
Seit 2007 gehört die Swiss vollumfänglich der deutschen Lufthansa-Gruppe. Seither sieht sich die so stolze Fluggesellschaft immer wieder mit einer Frage konfrontiert: Wie viel Schweiz steckt noch in der Swiss? Nun drückt die deutsche Muttergesellschaft der hiesigen Tochter noch stärker ihren Stempel auf – seit diesem Monat für die Swiss-Gäste auch im Flugzeug deutlich hörbar, wie zuerst das Aviatikportal «Aerotelegraph» berichtet hat.
Konkret: Flugbegleiterinnen und -begleiter weisen in ihren Durchsagen neu ausdrücklich darauf hin, dass die Swiss ein Mitglied der Lufthansa Group ist. Bisher wurde nur die Mitgliedschaft in der Star Alliance erwähnt.
«Die Bordansage ist Teil des neuen Markenauftritts», erklärt eine Swiss-Sprecherin dem «Aerotelegraph». Man wolle «die Gruppenmarke sichtbarer und die Zusammengehörigkeit besser erkennbar machen». Bereits bei Schriftzügen auf den Flugzeugen und in den Lounges ist das der Fall.
Geleaktes Papier machte Verdeutschung offiziell
Im letzten August hat die Swissness-Debatte wieder an Fahrt aufgenommen. Ein brisantes internes Papier zeigte damals, dass die Lufthansa die Schweizer Airline weiter verdeutschen will. Demnach sollen zentrale Funktionen wie das Streckennetz, Vertrieb oder Loyalitätsprogramme künftig direkt aus der Lufthansa-Zentrale in Frankfurt (D) gesteuert werden. Die Premium-Airlines – darunter auch die Swiss – müssen diese Kompetenzen abgeben und dürften sich künftig nur noch auf das Erlebnis an Bord konzentrieren. «Wichtig ist uns aber zu sagen, dass die Swiss als starke Airline bestehen bleibt. In Zukunft soll sie weiterhin Entscheide für ihr Angebot selbst fällen können», teilte die Medienstelle damals gegenüber Blick mit.
Zwischen den Zeilen lässt sich herauslesen, dass die Swiss keine Lust auf Befehle aus Frankfurt hat – das ist kein Wunder. Als einzige Airline, die regelmässig fette Gewinne einstreicht, will sie wohl weiterhin selber entscheiden, welche Ziele sie anfliegt, welche Flugzeuge sie dafür einsetzt und wie sie ihre treusten Kunden bei Laune hält.
Gegen aussen wahrt die Lufthansa-Tochter den aber den Familienfrieden. Damals hiess es, man sitze bei der Ausarbeitung der Organisationsstruktur mit am Tisch. «Eine Zusammenarbeit ist für uns innerhalb der Gruppe selbstverständlich und auch nichts Neues.» Auch dem Befehl nach der neuen Durchsage folgt man nun brav.