Darum gehts
- 2027 müssen Tagestouristen an 72 Tagen eine Eintrittsgebühr für den Besuch von Venedig zahlen
- Die Stadt nahm in diesem Jahr durch die Gebühr insgesamt über 5 Millionen Euro ein
- Venedig ist die erste Stadt der Welt, die eine solche Gebühr eingeführt hat
Seit zwei Jahren bittet Venedig die Tagestouristen zur Kasse: Wer die berühmte italienische Lagunenstadt den Tag hindurch besuchen will, muss dafür in der Hauptsaison eine Eintrittsgebühr von 5 Euro zahlen. Kurzentschlossene ohne Buchung drei Tage im Voraus kostet der Tagestrip gar 10 Euro pro Kopf. Die Gebühr war in diesem Jahr an 60 Tagen fällig. 2027 sind es dann 72 Tage zwischen Karfreitag und Mitte August, wie Venedigs Stadtrat nun beschlossen hat.
Im Gegenzug verzichtet der Stadtrat vorerst darauf, mehr Eintritt zu verlangen. Simone Venturini (39), seit Mai Bürgermeister von Venedig, sprach sich während des Wahlkampfs für höhere Preise aus. Man soll die Gebühr «an bestimmten Tagen auf 30 bis 50 Euro anheben», sagte er Mitte Juni.
Venedig nimmt Millionensumme ein
Die Eintrittsgebühr spült Venedig eine ordentliche Summe in die Stadtkasse. In diesem Jahr nahm sie von 650'000 zahlenden Touristen mehr als 5 Millionen Euro ein. Die Stadt zog im Sommer denn auch ein positives Fazit: Sie stellte rückläufige Besucherzahlen an den Spitzentagen der früheren Jahre fest.
Venedig war 2024 die erste Stadt der Welt, die eine solche Gebühr eingeführt hat. Die Verwaltung betont stets, dass die Gebühr eine Massnahme sei, um die Touristenströme zu lenken – und nicht um mehr Einnahmen zu generieren.
Mit QR-Code in die Lagunenstadt
Die Gebührenerhebung verläuft so: Wer zwischen 8.30 Uhr und 16.00 Uhr auf die Hauptinseln von Venedig will, muss im Vorfeld im Internet einen QR-Code erwerben. Bei der Ankunft wird der QR-Code von Kontrolleuren an den Hauptzugangspunkten überprüft.
Die Gebühr zielt nur auf Tagestouristen ab. Jene Touristen, die in Venedig oder auf dem umliegenden Festland übernachten, müssen nicht bezahlen. Sie müssen sich aber auch einen Online-QR-Code holen, um zu beweisen, dass sie von der Gebühr befreit sind.