Darum gehts
- Donald Trump kritisiert am 19. August 2026 die Schweizer Zinspolitik scharf
- Trump droht, alle Geschäfte mit der Schweiz abzubrechen, falls nötig
- USA-Zinssatz liegt bei 3,5 bis 3,75 Prozent, der Schweizer Leitzins bei 0,0 Prozent
Die Schweiz steht erneut im Visier von US-Präsident Donald Trump (80): Diesmal zielt er auf die hiesige Zinspolitik, um die Zinsen im eigenen Land zu kritisieren. 20 Minuten berichtete zuerst darüber. Dass die Schweiz lediglich einen Satz von 0,5 Prozent habe, während in den USA rund 3,5 Prozent Zinsen fällig würden, sei in seinen Augen ungerecht. Welchen Zinssatz der Präsident damit genau meint, ist unklar. Der Leitzins der Schweizerischen Nationalbank verharrt bei 0,0 Prozent.
Für Trump ist die Schweiz keineswegs das Elite-Land, als das sie oft dargestellt wird. Offen droht er: «Ich habe das absolute Recht, sämtliche Geschäfte mit einem Land wie der Schweiz abzubrechen», behauptete der US-Präsident am Mittwoch. Er fügte hinzu: «Also warum sind sie erstklassig, wenn ich das Geschäft mit ihnen jederzeit abbrechen könnte und sie nicht mehr funktionsfähig wären?»
Niedriger Leitzins ist Trumps grosser Wunsch
Trump fordert vehement eine Senkung des US-Leitzinses. Das widerspricht aktuell jedoch der wirtschaftlichen Logik: Die US-Wirtschaft wächst stark und die steigenden Konsumentenpreise heizen die Inflation weiter an. Höhere Zinsen sollen genau hier gegensteuern. Dennoch pocht Trump seit seiner Rückkehr ins Weisse Haus unermüdlich auf billigeres Geld.
Bereits vor gut zwei Wochen schoss Trump gegen die Schweiz. Wir hätten gegenüber den USA ein «Handelsdefizit» von 39 Milliarden Dollar. Das ist dem US-Präsidenten nicht recht: «Ich kann dieses Defizit mit einem Strich auslöschen, und sie sind kein Elite-Land mehr», polterte der 80-Jährige in einem Interview mit Punchbowl News. Schon dort beklagte sich Trump über den Leitzins, der nicht sinke, obwohl er gute Finanzzahlen vorweise.