Teure Schätze vom Dachboden
Shop-Betreiber Feuillet macht Kasse mit Retro-Fussballtrikots

Die Nachfrage nach Retro-Fussballtrikots hat mit der Fussball-WM nochmals spürbar angezogen. Neben den etablierten Sportgeschäften tut sich immer mehr ein völlig neuer Markt hervor. Diesen Markt hat auch Sandro Feuillet mit seinem Shop in Zürich für sich entdeckt.
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Das Sondertrikot von Borussia Dortmund aus der Saison 2019/20 von Marco Reus ist aktuell eines der teuersten im Laden von Sandro Feuillet.
Foto: Moritz Meister

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Sandro Feuillet verkauft seit 2022 Retro-Fussballtrikots
  • Onlineshop erzielte bereits im ersten Jahr fünf- bis sechsstellige Umsätze
  • Retro-Trikots erleben einen Boom
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Moritz MeisterRedaktor Wirtschaft

Der Markt rund um Fussballtrikots aus vergangenen Zeiten boomt wie nie zuvor, sagt Sandro Feuillet (48), Gründer von Retroshirts.ch. Dank der Fussball-WM 2026 bekommt der Verkauf von Retro-Trikots weiteren Schub.

«Früher ging man im Trikot ins Stadion oder zum Sport, mittlerweile sind Trikots als Mode-Accessoire absolut alltagstauglich geworden», erklärt Feuillet. Der 48-Jährige erkannte als einer der Ersten hierzulande, dass es in der Schweiz einen Markt für Retro-Fussballtrikots gibt. 2022 stieg er mit einem Onlineshop, zunächst neben seinem Job im Onlinemarketing, in die Welt der Retro-Trikotverkäufer ein. Feuillet: «Der Onlineshop hat bereits im ersten Jahr fünf- bis sechsstellige Umsätze abgeworfen».

Stolze 800 Franken – für diesen Preis verkaufte Feuillet einst ein Trikot der Berner Young Boys aus der Meistersaison 1985/86. Online lassen sich auch Sammlerstücke in einer Preisklasse von über 1000 Franken finden.

Marktführer kommt aus England

Das grösste Unternehmen auf dem Retro-Trikotmarkt kommt allerdings aus England. Classicfootballshirts gilt als Vorreiter auf dem Markt und entstand Ende der 2000er-Jahre als Idee zweier Studienfreunde. Mittlerweile hat das Unternehmen Filialen in London und Manchester und verzeichnet jährlich Umsätze von bis zu 26 Millionen Franken.

Weil er so grossen Erfolg hatte, entschied sich Feuillet im Jahr 2024 zur Gründung einer GmbH und eröffnete in der Zürcher Altstadt seinen eigenen Laden. Etwa ein Jahr später verlagerte er den Standort seines Shops an die Badenerstrasse. Hier hat er zusätzlich zum Ladenlokal auch ein Lager für Trikots, die im Laden keinen Platz mehr finden und nur im Onlineshop angeboten werden.

Mehr als 8000 Trikots hat Sandro Feuillet über seinen Onlineshop und im Store bereits verkauft.
Foto: Moritz Meister

Im Juni dieses Jahres hat Feuillet das Trikotgeschäft zu seinem Fulltime-Job gemacht. Er beschäftigt sechs Angestellte in unterschiedlichen Pensen im Shop. Während der WM betreibt er zusätzlich in Kooperation mit 11teamsports einen Pop-up-Store am Hauptbahnhof in Zürich. Der Bahnhof wird täglich von rund 400'000 Reisenden frequentiert.

Das Wachstum seines Geschäfts konnte er immer durch Umsatz finanzieren, sagt Feuillet. «Ich habe keine Schulden, ich musste kein Geld aufnehmen und keine Partner oder Shareholder reinnehmen.»

Da sich Feuillet mittlerweile einen Namen in der Branche gemacht hat, bezieht er einen bedeutenden Teil der Trikots über Angebote von Personen, die auf seine Website stossen, wenn sie überlegen, ihre Trikotsammlung aufzulösen. Zudem scannt er regelmässig auch Plattformen wie eBay, Ricardo oder Tutti. Und wenn er da nicht fündig wird, hat er sich über die Jahre ein breites Netzwerk an Partnern von Europa bis nach Asien aufgebaut, von welchen er immer wieder Trikots bezieht.

Die Nachfrage nach Vintage-Trikots bleibt auch bei den grossen Playern der Branche wie Nike und Adidas nicht unbemerkt. So brachte Adidas im Vorfeld der WM in Nordamerika Neuauflagen beliebter Trikots aus den 90er- und 2000er-Jahren auf den Markt, während Nike seine beliebte Total-90-Collection wiederaufleben liess.

Trikot als Wertanlage?

Als Wertanlage kommt ein Retro-Jersey für den Experten trotz des gestiegenen Interesses nicht infrage: «Ich würde niemandem empfehlen, seine Hypothek abzulösen und Fussballtrikots zu kaufen.» Dennoch gibt es Trikots, bei denen man sicher sein könne, dass sie in den kommenden Jahren an Wert gewinnen werden. Zu diesen zählen laut Feuillet unter anderem Rookie-Trikots von Cristiano Ronaldo aus seiner Zeit bei Sporting Lissabon oder aus Lionel Messis erster Saison beim FC Barcelona.

Sandro Feuillet startete 2022 mit dem Verkauf von Retro-Fussballtrikots.
Foto: Moritz Meister

Von diesen Trikots wurden damals noch nicht so viele produziert wie im weiteren Verlauf der Karriere der beiden Superstars. Hinzu kommt, dass von diesen Trikots im Laufe der Jahre schon einige kaputt oder verloren gingen. Manch ein Retro-Shirt landete auch in der Altkleidersammlung. Weniger Retro-Trikots am Markt steigern den Wert und führen dazu, dass die Exemplare auch in Zukunft Raritäten sind.

So erkennst du ein Fake-Trikot

Sandro Feuillet bürgt dafür, dass er in seinem Shop nur Originale verkauft. Mit diesen Tricks des Experten lassen sich gefälschte Trikots erkennen:

  • An den Nähten der Trikots lässt sich ein Fake gut erkennen: Die Originale sind meist bestens verarbeitet, während bei Fälschungen oft Schnittreste unter der Naht abstehen.
  • Das Markenlogo hat immer eine Top-Qualität. Beim eigenen Logo wird nicht an der Qualität gespart. Sollte hier etwas komisch wirken, handelt es sich ziemlich sicher um einen Fake.
  • Ein weiterer Tipp: bei Trikots von Adidas, Nike und Puma die sich im Inneren des Trikots befindende MPN (Manufacturer Product Number) zu googeln. Sollte dann das Trikot als Bild auftauchen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Original.

Sandro Feuillet bürgt dafür, dass er in seinem Shop nur Originale verkauft. Mit diesen Tricks des Experten lassen sich gefälschte Trikots erkennen:

  • An den Nähten der Trikots lässt sich ein Fake gut erkennen: Die Originale sind meist bestens verarbeitet, während bei Fälschungen oft Schnittreste unter der Naht abstehen.
  • Das Markenlogo hat immer eine Top-Qualität. Beim eigenen Logo wird nicht an der Qualität gespart. Sollte hier etwas komisch wirken, handelt es sich ziemlich sicher um einen Fake.
  • Ein weiterer Tipp: bei Trikots von Adidas, Nike und Puma die sich im Inneren des Trikots befindende MPN (Manufacturer Product Number) zu googeln. Sollte dann das Trikot als Bild auftauchen, handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Original.

Der Retro-Trikotmarkt dürfte auch in Zukunft ein Markt mit Wachstumspotenzial bleiben. Gerade in der Schweiz sieht Feuillet in jeder grösseren Stadt – mit einem gewissen Level an Fussballbegeisterung – das Potenzial für einen eigenen Retro-Trikot-Shop. Denn schlussendlich sei ein Trikot ein Produkt, welches besonders gut physisch funktioniere.

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