Swiss ergreift Massnahmen
Airbus groundet 6000 A320 wegen Sicherheitsproblem

Starke Sonneneinstrahlung könne die Flugsteuerung vieler A320 beeinträchtigen, warnt Airbus. Betroffen sind 6000 Flugzeuge. Auch die Swiss muss rasch ein Softwareupdate einspielen.
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Auch Swiss fliegt die A320. Unterbrüche erwartet die Airline am Samstag bisher aber nicht.
Foto: Sven Thomann

Darum gehts

  • 6000 Flugzeuge der A320-Familie sind von dem Sicherheitsproblem betroffen

  • Warnung kommt nach Zwischenfall: Airbus A320 ging plötzlich in steilen Sinkflug über

  • Swiss erwartet vorerst keine Betriebsunterbrechungen
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Gabriel KnupferRedaktor News

Nicht nur Boeing wird von Softwareproblemen geplagt. Nun warnt Konkurrent Airbus, dass die Flugsteuerung bei 6000 Flugzeugen der A320-Familie nicht sicher sei. Starke Sonneneinstrahlung könne die Steuerung der Flieger beeinträchtigen, teilte der Flugzeughersteller mit. Das habe die Analyse eines Zwischenfalls mit einer A320 gezeigt.

Was war passiert? Laut der Fachplattform Aero.de ging ein Airbus A320 von JetBlue Airways am 30. Oktober über Florida plötzlich in einen extrem steilen Sinkflug. Die Piloten konnten das Flugzeug zwar stabilisieren, aber mehrere Passagiere wurden beim Höhenverlust verletzt. Die Crew brach den Flug ab. Der Fehler lag beim Computer, der das Höhenruder steuert.

Swiss ergreift Massnahmen

Fluggesellschaften müssten vor dem nächsten Start Massnahmen ergreifen, sagt nun Airbus fast einen Monat später. Die Firma erwartet nach eigenen Angaben, «dass diese Empfehlungen zu Betriebsunterbrechungen für Passagiere und Kunden führen werden».

Die Swiss fliegt derzeit nach Plan, wie die Fluggesellschaft am Freitagabend auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mitteilte. Für Samstag gehe die Swiss weder von Annullationen noch von Verspätungen aus.

Die Flugzeuge gelten gemäss Hersteller und Behörden weiterhin als sicher betreibbar, schrieb ein Mediensprecher der Fluggesellschaft weiter. Das notwendige Softwareupdate müsse jedoch bis Sonntagmorgen um 1 Uhr Schweizer Zeit umgesetzt werden, damit die betroffenen Flugzeuge weiterhin als lufttüchtig gälten. Die Swiss habe mit der Umsetzung dieser Massnahmen gestartet.

Fatale Folgen bei Boeing

Der Zwischenfall mit dem JetBlue-Airbus weckt böse Erinnerungen an einen katastrophalen Softwarefehler bei Boeing. Bei zwei Abstürzen in den Jahren 2018 und 2019 kamen insgesamt 346 Menschen ums Leben, weil eine fehlerhafte Software die Maschinen vom Typ Boeing 737 Max in bestimmten Situationen automatisch nach unten lenkte.

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