Darum gehts
- 2025 schlossen in der Schweiz 145 Bankfilialen, darunter 85 der UBS/CS.
- Seit 1990 sank die Bankstellendichte von 82 auf 25 pro 100'000 Einwohner.
- 2027 sollen laut Studie 55 Filialen geschlossen werden.
Wann sind Sie das letzte Mal bei Ihrer Hausbank persönlich vorbeigegangen? Dank E-Banking müssen immer weniger Menschen den Weg auf sich nehmen. Es stellt sich deshalb die Frage: Wie viele Filialen braucht es überhaupt noch? Eine neue Studie der Hochschule Luzern (HSLU) zeigt, wie viele Geschäftsstellen verschwunden sind, wie lange Sie zur nächsten Bank brauchen und wie es in Zukunft weitergeht.
Das Sterben der Filialen
Letztes Jahr haben 145 Bankfilialen ihre Türen für immer geschlossen, wie die Studienautoren schätzen. Einen derart starken Rückgang gab es seit 1999 nicht mehr. Damals waren es sogar 250 Filialen. Ein Grossteil der Schliessungen 2025 geht auf das Konto der Grossbank UBS: Im Rahmen der CS-Übernahme machten letztes Jahr 85 Geschäftsstellen dicht, wie die Studie bestätigt. Schliessungen in diesem Ausmass hat die Grossbank vor längerem angekündigt. Nach der Verdichtung betreibt sie mittlerweile noch 245 Filialen. Zum Vergleich: 2019 gehörten noch 426 Standorte zur UBS und der CS.
Weniger Filialen pro Einwohner
Seit 1990 haben 1585 Filialen geschlossen – das ist knapp ein Drittel. Doch in der Schweiz leben immer mehr Menschen. Die Bankstellendichte nimmt deshalb immer weiter ab. Sie erreichte ihren Höhepunkt 1988: Auf 100'000 Einwohner kamen damals 82 Filialen, letztes Jahr waren es gerade mal noch 25 Stück.
Die Bancomaten im Land
Aktuell gibt es hierzulande noch 5957 Bancomaten, wie Zahlen der Schweizerischen Nationalbank (SNB) zeigen. Letztes Jahr sind 211 Geldausgabeautomaten abgebaut worden. Die Automaten stellen für die Banken ein zusätzliches Risiko dar, da jedes Jahr mehrere gesprengt wurden. Letztes Jahr waren es mit 24 Sprengungen aber deutlich weniger als im Vorjahr. Auch der Unterhalt der Automaten ist mit Kosten verbunden.
Der (lange) Weg zur Bank
Im Schnitt haben die Bankkundinnen und -kunden 13 Minuten, bis sie in der nächsten Filiale ankommen. Sei es zu Fuss, mit dem Auto oder ÖV. Bei der Migros Bank, die mit 76 deutlich weniger Filialen als die Grossbank hat, dauert die Anreise mit durchschnittlich 15 Minuten nur minimal länger. Eine kurze Anreisezeit ist den Kunden besonders wichtig, wie eine Umfrage der HSLU zeigt. Aber auch auf ausgedehnte Öffnungszeiten legt die Hälfte der über 2000 Befragten Wert.
Die Beratung bleibt zentral
Gerade mal 15 Prozent der Befragten merken, dass sich die Situation bei der Anzahl Geschäftsstellen verschlechtert hat. Generell ist der Gang zur Bank seltener geworden. Doch die Umfrage zeigt: «Bei Information zu komplexen Produkten und bei der Beratung bleibt die Filiale zentral», so Studienautor Andreas Dietrich gegenüber Blick. Dafür würden die Leute auch längere Anfahrtswege in Kauf nehmen, da sie persönliche Beratung mehr schätzen als solche am Telefon.
Wie es bis 2027 weitergeht
Die Studienautoren gehen davon aus, dass dieses und nächstes Jahr jeweils 56 respektive 55 Filialen schliessen werden. Das Zusammenlegen von UBS- und CS-Filialen scheint die Grossbank letztes Jahr grösstenteils abgeschlossen zu haben. Experte Dietrich schätzt die Lage folgendermassen ein: «Wir rechnen damit, dass sich der Rückgang fortsetzen, aber nicht beschleunigen wird.»