Der 5. November wird als historischer Tag in die Börsengeschichte eingehen: Noch nie ist die globale Börse an einem einzigen Tag in absoluten Zahlen so stark eingebrochen. Der Tagesverlust betrug je nach Finanzdienstleister zwischen 3500 und 4100 Milliarden Dollar.
Der Auslöser: Die US-Zwischenwahlen und der Erfolg der Demokraten lösten einen regelrechten Ausverkauf bei Tech-Aktien aus. Entsprechend hart traf die Entwicklung die Vermögen der Tech-Milliardäre: Gemäss dem Forbes Real-Time Index nahm das Vermögen von Elon Musk (55) an einem einzigen Tag zwischen 79 und 91 Milliarden Dollar ab. Mit einem geschätzten Vermögen von knapp 800 Milliarden Dollar bleibt er der mit Abstand reichste Mensch der Welt.
Michael Dell (61), der erhebliche Anteile an Dell Technologies hält, verlor am Donnerstag 22 Milliarden Dollar. Jensen Huang (63), als CEO und Grossaktionär von Nvidia, verlor ebenfalls über 15 Milliarden Dollar.
Vergleich mit historischen Einbrüchen
Der Tagesverlust ist in absoluten Zahlen ein Rekordhoch, weil der Boom bei den Tech-Aktien die globalen Börsenbewertungen in den letzten Jahren massiv aufgebläht hat. Relativ betrachtet betrug der Einbruch am Donnerstag zwischen 3,5 und 4 Prozent. In den tech-lastigen USA büsste der S&P 500 4,4 Prozent ein. Der Index bildet 500 führende US-Unternehmen ab.
In Prozent gemessen gab es in der Vergangenheit bereits deutlich schwärzere Börsentage. Am 16. März 2020 liess der Covid-Crash den S&P 500 um fast 12 Prozent einbrechen. Auch der 15. Oktober 2008 während der Finanzkrise liess die Anleger erzittern: Damals gab der S&P 500 um gut 9 Prozent nach.
Leichte Erholung am Freitag
Die Covid-Krise und die Finanzkrise schüttelten nicht nur die Börsen, sondern auch die Realwirtschaft heftig durch. Das aktuelle Börsenbeben ist hingegen primär eine heftige Reaktion auf die politischen Veränderungen in den USA. Anleger gehen davon aus, dass die Demokraten die Tech-Branche stärker regulieren könnten. Bei den Extrembewertungen im Techsektor kann bereits eine kleine Erschütterung ein gewaltiges Beben auslösen.
Am Freitag kam es nach dem historischen Einbruch zu einer leichten Erholung an den Börsen: Stark gebeutelte Konzerne wie der Chiphersteller Nvidia (+2,4 Prozent), Intel (+6,5 Prozent) oder Tesla (+4,3 Prozent) legten wieder zu.