Schweizer WM-Gegner Bosnien-Herzegowina
Darum fliessen Schweizer Millionen in den Balkanstaat

Die Nati trifft bei der WM 2026 in Nordamerika auf Bosnien-Herzegowina. Abseits des Fussballs ist die Schweiz der wichtigste Handelspartner des Balkanstaats innerhalb der EFTA.
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Die Wirtschaft Bosniens leidet noch heute unter den Folgen des Krieges in den 90er-Jahren.
Foto: Keystone

Darum gehts

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  • Schweiz spielt bei WM gegen Bosnien-Herzegowina in Nordamerika
  • Handelsvolumen von etwa 150 Millionen Franken jährlich
  • Bosniens BIP liegt bei 29 Milliarden Franken laut IWF 2025
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Moritz MeisterRedaktor Wirtschaft

Nach dem enttäuschenden Auftakt gegen Katar braucht die Nati im zweiten Gruppenspiel bei der WM in Nordamerika einen Sieg. Doch Gegner Bosnien-Herzegowina dürfte trotz guter wirtschaftlicher Beziehungen zur Schweiz die Punkte nicht einfach so verschenken.

Die Schweiz ist innerhalb der EFTA-Staaten (Europäische Freihandelsassoziation) die wichtigste Handelspartnerin für Bosnien-Herzegowina. Trotzdem fällt das Handelsvolumen mit jährlich etwa 150 Millionen Franken eher gering aus. Aus der Schweiz werden vor allem pharmazeutische und Elektroprodukte sowie Metallwaren in den Balkanstaat exportiert. In die andere Richtung gehen vorwiegend Möbel und Textilien.

Das gesamte Bruttoinlandprodukt von Bosnien und Herzegowina beträgt gemäss Angaben des Internationalen Währungsfonds (IWF) umgerechnet rund 29 Milliarden Franken. Pro Kopf sind das knapp 7600 Franken (Stand 2025). Damit zählt Bosnien und Herzegowina zu den wirtschaftlich schwächeren Ländern Europas.

Der Grund: In der Zeit Jugoslawiens war das Land ein wichtiges Zentrum für Schwerindustrie und Bergbau. Durch den Bosnienkrieg in den 1990er-Jahren wurde die Infrastruktur jedoch weitgehend zerstört, weshalb das Land bis heute mit den wirtschaftlichen Folgen und dem Wiederaufbau kämpft.

Die Wirtschaft Bosniens leidet noch heute unter den Folgen des Krieges in den 90er-Jahren.
Foto: keystone-sda.ch

Investitionen aus der Schweiz

Die Schweiz pflegt ein Kooperationsprogramm mit dem Balkanstaat. Infolgedessen stellt die Schweiz Bosnien und Herzegowina ihre Expertise in den Bereichen Förderung des Privatsektorwachstums, Schaffung von Arbeitsplätzen, Berufsbildung und Innovation zur Verfügung, um das Land beim Aufbau einer starken und nachhaltigen Wirtschaft zu unterstützen. Zwischen 2021 und 2024 wurden 11,4 Millionen Franken aus dem Schweizer Privatsektor in Bosnien investiert. 

Zu den Investoren zählt unter anderem Novartis. Der Basler Pharmakonzern unterstützt über Spenden an Swisscontact Förderprojekte in Bosnien-Herzegowina.

Aufgrund der grossen und gut integrierten bosnisch-herzegowinischen Diaspora in der Schweiz besteht auch in Zukunft Potenzial zur Steigerung des Handelsaustauschs und der Investitionen. Gut möglich also, dass es für beide Nationen auch über das Ende der WM-Partie in Zukunft etwas zu bejubeln gibt.

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