Schweizer Influencerin macht Werbung dafür
Umstrittene Beauty-Firma drängt in die Schweiz

Die Beauty-Firma «Monat» wird in den USA verklagt. Ihr Marketing gleicht zudem einem Schneeballsystem. Trotzdem arbeiten auch Schweizer Influencer für die amerikanische Firma.
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Das Geschäftsmodell: Influencerinnen locken Frauen an, die ebenfalls die Produkte von «Monat» verkaufen sollen.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Schweizer Influencerin Antonella Patitucci wirbt für umstrittene Haarpflegeprodukte von «Monat»
  • Kritik: Produkte sollen Haarausfall verursachen, fragwürdiges Netzwerk-Marketing kritisiert
  • Über 50’000 Fr. teure Starterkits belasten junge Frauen finanziell stark
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Lukas Lippert
Beobachter

«Wow, diese Chance ist verrückt», schreibt die Schweizer Influencerin Antonella Patitucci auf ihrem Instagram-Profil mit über 50’000 Followern. «Die Schweiz öffnet gerade erst. Das Momentum ist real. Und ich habe selten etwas gesehen, das mich businessmässig so überzeugt hat.»

Patitucci bewirbt Haarpflegeprodukte der Firma «Monat». Diese seien einfach «insane». «Ich habe recherchiert, Experten befragt, getestet. Und ehrlich? Die Resultate sprechen für sich.»

Artikel aus dem «Beobachter»

Das ist ein Beitrag aus dem «Beobachter». Das Magazin berichtet ohne Scheuklappen – und hilft Ihnen, Zeit, Geld und Nerven zu sparen.

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Seit Jahren mit Klagen konfrontiert

Patitucci ist nicht die einzige Schweizer Influencerin, die auf Social Media für die amerikanische Firma wirbt, die ihre Produkte neu auch in der Schweiz vertreibt.

Was die Werbebotschaften verschweigen: In den USA sieht sich die Firma «Monat» seit Jahren mit Klagen konfrontiert. Die Shampoos sollen zu Haarausfall und Kopfhautverätzungen geführt haben. 

Zahlreiche Konsumenten und Konsumentinnen werfen der Firma zudem vor, dass sie ihre Produkte mit einem sogenannten Netzwerk-Marketing vertreibt. Dabei agieren die Schweizer Influencerinnen wie Patitucci nicht als klassische Werbegesichter, sondern als «Market-Partner». Sie locken Frauen an, die ebenfalls die Produkte von «Monat» verkaufen sollen. Das Problem dabei: Interessierte müssen erst einmal Geld hinblättern – für teure Starterkits.

Jungen Frauen droht finanzielle Falle

Patitucci schreibt dazu auf ihrem Instagram-Profil: Die Chance, für diese Firma zu arbeiten, sei ein «Bitcoin-Moment». Eine Chance, die nicht nochmals kommt.

Gemäss den offiziellen Firmenrichtlinien behält sich «Monat» allerdings das Recht vor, Richtlinien und Vergütungspläne «jederzeit nach eigenem Ermessen zu ändern». Wer nicht permanent selbst Produkte kauft oder neue Leute anwirbt, verliert schnell seinen Status.

Fachleute kritisieren solche Marketingmodelle seit Jahren. Während reichweitenstarke Influencerinnen an der Spitze der Pyramide abkassieren, bleibt die grosse Masse auf den Kosten sitzen. Der vermeintliche «Bitcoin-Moment» wird für die meisten Schweizerinnen vermutlich zur finanziellen Falle.

Das Versprechen vom schnellen Geld ziehe vor allem junge Frauen an, die sich einen flexiblen Nebenverdienst wünschen, sagt Wirtschaftspsychologe Georg Felser gegenüber dem Deutschlandfunk. «Je grösser die Rolle des Anwerbens ist, desto unseriöser ist es.»

«Monat» hat diese Vorwürfe in der Vergangenheit stets zurückgewiesen, die Sicherheit der Inhaltsstoffe betont und rechtliche Schritte gegen Kritiker in den sozialen Medien eingeleitet. Auf Fragen des Beobachters reagierten weder der Konzern noch die Influencerin Antonella Patitucci – trotz mehrfacher Nachfrage.

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