Schweizer Firmen mischen im Milliardenmarkt mit
Mittel gegen Haarausfall erleben Boom – wegen den Jungen

Das Geschäft mit Tinkturen für volles Haar soll bis 2030 auf 30 Milliarden Dollar wachsen. Junge Menschen und Frauen greifen öfter zu solchen Produkten. Davon wollen auch Schweizer Firmen profitieren.
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Der Schreck vieler Männer: Geheimratsecken und ein zurückgehender Haaransatz.
Foto: zVg skinmed.ch

Darum gehts

  • Anti-Haarausfall-Produkte boomen, Schweizer Firmen mischen im Milliardenmarkt mit
  • 16 Prozent der Unter-25-Jährigen nutzen Haarausfallmittel seit 2026
  • Die beiden Unternehmen Cosmo und Topadur mischen in dem riesigen Markt mit
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Riccarda CampellRedaktorin Wirtschaft

Junge Schweizerinnen und Schweizer sorgen sich um ihre Haarpracht – und zwar in zunehmendem Mass. Das kurbelt auch die Nachfrage nach Anti-Haarausfall-Produkten an, wie neue Zahlen des Migros-Onlinehändlers Galaxus darlegen.

Früher galt die 50/50/50-Regel: 50 Prozent der Menschen ab 50 Jahren haben 50 Prozent weniger Haare als in jungen Jahren. Doch nun zeigt die Analyse von Galaxus: Es kämpfen immer mehr Jüngere mit Geheimratsecken und einem zurückgehenden Haaransatz. 

Konkret: Die Unter-25-Jährigen machen bei der Migros-Tochter mittlerweile 16 Prozent aller Verkäufe von Mitteln gegen Haarausfall aus. Vor vier Jahren waren es bloss 1 Prozent. Insgesamt sorgen die Unter-35-Jährigen für mehr als die Hälfte aller Verkäufe. Auffällig: Zum Trend tragen insbesondere auch Frauen bei. Sie investieren mehr in den Erhalt ihrer Haare. Zwei Drittel der Haarausfall-Tinkturen verkauft Galaxus an sie.

Firmen profitieren von Verzweiflung

Dabei ist nicht bei allen Mittelchen und Tinkturen die Wirksamkeit zweifelsfrei nachgewiesen. Auch Galaxus weist deshalb darauf hin, dass die im freien Verkauf erhältlichen Mittelchen und Shampoos Haarausfall nicht stoppen können. Stattdessen sollte die Ursache des Haarverlustes bekämpft werden. Trotzdem: Hinter dem eitlen Kampf der Menschen für volles Haar steckt ein lukratives Geschäft, das stetig wächst. Laut Prognosen soll der Anti-Haarausfall-Markt bis 2023 auf 30 Milliarden Dollar anwachsen. 

Zwei Schweizer Firmen mischen mit

In diesem Business wollen auch Schweizer Unternehmen mitmischen. Darunter ist das Start-up Topadur aus Schlieren ZH, das 2015 von Reto Naef (71) gegründet wurde. Zuvor war er 18 Jahre lang in der Novartis-Forschung tätig. Der ehemalige Novartis-Chef Daniel Vasella (72) gehört zu den Investoren und sitzt im Verwaltungsrat. 

Noch steckt Topadur beim Medikament gegen Haarausfall in der Entwicklungsphase. Das Mittel basiert auf dem Wirkstoff TOP-M119 – und soll eine Art Viagra für den Kopf sein. Der Wirkstoff enthält keine Hormone, sondern verbessert die Durchblutung des Gewebes. Dies soll die Regeneration von Haarwurzeln anregen. Tests bei Tieren haben laut dem Unternehmen «erfreuliche Ergebnisse» gezeigt.

Ein weiterer Player in diesem Markt ist das irische Unternehmen Cosmo Pharmaceuticals, das an der Schweizer Börse kotiert ist. Vor zwei Monaten publizierte es Studienergebnisse, die für Furore sorgten. Demnach führt die Haar-Creme zu einer 168- bis 539-prozentigen Zunahme der Haare im Vergleich zur Placebo-Creme. An der Börse war Cosmo plötzlich gefragt. Seither ist der Aktienkurs um rund 80 Prozent geklettert. 

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