VA Niederhornbahn
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Geschäftsführer Marc Höliner:«Das Panorama mit den Berner Alpen ist einmalig»

Bergbahn-Chef jubelt über Spitzengeschäft mit Gästen
Von wegen Winter! «Herbst ist jetzt für uns wichtigste Saison des Jahres»

Das Herbstgeschäft gewinnt für die Schweizer Bergbahnen immer mehr an Bedeutung. Weil ihre Gäste auch noch im Spätherbst auf die Berge wollen, passen manche Betriebe ihre Fahrpläne an – und machen die einstige Nebensaison zur neuen Hauptsaison.
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Es läuft: Niederhornbahn-Chef Marc Höliner erlebt ein gutes Herbstgeschäft.
Foto: Linda Käsbohrer

Darum gehts

  • Für Schweizer Bergbahnen wird die Herbstsaison wegen mehr Wandernden immer wichtiger
  • Die Niederhornbahn fährt bis Ende Oktober auf den Beatenberg, der Stoos hat doppelt so viele Herbstgäste wie vor zehn Jahren
  • Von Mai bis September stieg das Gästeaufkommen der Seilbahnen um zehn Prozent zum Vorjahr an

Wandern ist voll angesagt: Die angenehmen Temperaturen der vergangenen Wochen locken Gäste aus der Schweiz und dem Ausland in Scharen in die Schweizer Berge. Sie lassen die Kassen der Bergbahnbetreiber klingeln. Der schöne Nebeneffekt: Die Betriebe können sich so vom zunehmend unzuverlässigen Wintergeschäft lösen.

Ein grosser Herbstprofiteur: die Niederhornbahn im Berner Oberland. «Immer mehr Gäste wollen heute bis in den späten Herbst für Ausflüge und Wanderungen in die Berge fahren», jubelt Geschäftsführer Marc Höliner (52) beim Empfang von Blick. Das zeigt sich auch bei der saisonalen Verteilung der Gäste: «Der Herbst ist für uns jetzt die wichtigste Saison des Jahres.»

Marc Höliner ist seit sieben Jahren Geschäftsführer der Niederhornbahn.
Foto: Linda Käsbohrer

Weil der Herbst bei den Gästen an Beliebtheit gewinnt, hat die Niederhornbahn sogar den Fahrplan geändert: «Wir haben uns angepasst und unsere Herbstsaison – auf Kosten der Frühlingssaison – um zwei Wochen verlängert», blickt Höliner zurück. Seit zwei Jahren können seine Gäste nun bis Ende Oktober mit der Gondelbahn aufs Niederhorn fahren.

Gästezahl verdoppelt

Als tiefer gelegenes Skigebiet ist der Herbst für Höliners Bahnbetrieb besonders wichtig. Die Bergstation des Niederhorns befindet sich auf unter 2000 Metern. Schneesicherheit gibt es im Winter nicht – auch weil die Skipisten nicht künstlich beschneit werden. «Wir versuchen deshalb, einen Weg zu finden, der nicht vom Schnee abhängig ist», so Höliner.

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Die Niederhornbahn zieht vor allem Gäste aus der Region an. 85 Prozent kommen laut Höliner aus der Schweiz.

Dass aber auch ausländische Touristen immer häufiger im Herbst auf die Schweizer Berge fahren, zeigt das Beispiel der Stoosbahnen im Kanton Schwyz. «Unser Herbstgeschäft ist deutlich stärker geworden, und ein wesentlicher Teil davon sind internationale Gäste», sagt Geschäftsführer Martin Langenegger (51) zu Blick. Und dieser Zuwachs ist markant: «Insgesamt haben sich die Gästezahlen im Herbst in den letzten zehn Jahren verdoppelt», so der Bergbahnchef.

Bis im Oktober kommen die Gäste bei angenehmen Temperaturen aufs Niederhorn.
Foto: Linda Käsbohrer

Diese Entwicklung ist kein Zufall: Die Destinationen haben in den vergangenen Jahren stark in die Sommer- und Herbstinfrastruktur investiert. Die Gäste profitieren heute schweizweit von besseren Wanderwegen, Mountainbike-Trails sowie von Attraktionen wie Hängebrücken und Aussichtsplattformen. Das zieht und zahlt sich aus. Und auch die Hitzewellen im Sommer erweisen sich als Höhenmagnet. Statt in heisse Städte gehts hoch in die kühleren Berge. Dabei entdecken die Gäste die Bergwelt und das dortige Angebot und kehren im Herbst zurück.

Mittlere Höhenlagen profitieren

Das zeigt sich eindrücklich in den Zahlen des aktuellen Hitzejahres: Der Branchenverband Seilbahnen Schweiz hat für den Zeitraum von Mai bis September branchenweit einen Zuwachs von zehn Prozent gegenüber dem Vorjahr beobachtet. Dass dies nicht nur ein Effekt des guten Wetters ist, zeigt auch der Vergleich mit dem mehrjährigen Durchschnitt: Gegenüber den letzten fünf Jahren hat sich das Gästeaufkommen gar um knapp ein Drittel erhöht.

Bahnen in mittleren Höhenlagen zählen gemäss den Zahlen von Seilbahnen Schweiz zu den grössten Herbstgewinnern. Da diese die wachsende Schneeunsicherheit besonders stark trifft, profitieren sie doppelt vom Boom: Zum einen können sie so Teile des wegbrechenden Wintergeschäfts kompensieren, zum anderen liegen sie auch näher an den grossen Zentren und können deshalb im Sommer und Herbst besonders viele Tagesausflügler auf ihre Berge locken.

Doch auch in der Höhe gibt es Profiteure: Das Skigebiet Arosa Lenzerheide erstreckt sich bis auf 2865 Meter über Meer. Wegen der schneesicheren Pisten ist das Wintergeschäft hier nach wie vor am wichtigsten. Aber auch in dieser Region haben die Verantwortlichen in den vergangenen Jahren in ihr Sommer- und Herbstangebot investiert. So ist das Gebiet mittlerweile neben dem Wintersport auch für seine Mountainbike-Infrastruktur bekannt.

Der Herbst ist also für die Bergbahnen nicht nur ein Vorgeplänkel der Wintersaison; er gewinnt für sie betrieblich und finanziell vielmehr stark an Bedeutung.

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