Darum gehts
- Bichsel in Interlaken schliesst Produktion bis Ende 2026
- 152 Stellen betroffen, Galenica prüft interne Weiterbeschäftigung
- Bichsel liefert Medikamente bis 2026, plant Fokus auf Home-Care
Das Pharmaunternehmen Bichsel mit Sitz in Interlaken BE stellt den Betrieb ein. Nach Abschluss des Konsultationsverfahrens hat der Verwaltungsrat beschlossen, die pharmazeutische Herstellung bis Ende 2026 zu schliessen, heisst es in einer Medienmitteilung. Bichsel ist eine Tochter des Berner Pharmakonzerns Galenica.
Für die Mitarbeitenden ist der Schritt einschneidend. Ursprünglich drohten rund 170 Stellenstreichungen, nun fällt der Abbau etwas weniger hart aus: 152 Jobs fallen weg, wie es in der Mitteilung weiter heisst. Gleichzeitig prüft Galenica, ob ein Teil der Angestellten innerhalb des Konzerns weiterbeschäftigt werden kann.
Die Gründe für den drastischen Schritt sind wirtschaftlicher Natur. Laut Unternehmen schreibt die Produktion seit Jahren rote Zahlen. Trotz Investitionen seien Anlagen und Gebäude nicht mehr wettbewerbsfähig. Ein rentabler Weiterbetrieb sei in keinem Szenario möglich. Deshalb zieht Galenica seiner Berner Oberländer Tochter nun den Stecker.
Belieferung bis Ende 2026 sichergestellt
Für die betroffenen Mitarbeitenden wurde ein erweiterter Sozialplan ausgearbeitet. Dieser berücksichtigt unter anderem Alter und Dienstjahre und enthält eine Härtefallregelung. Zudem sollen die Angestellten bei der Jobsuche unterstützt werden. Bichsel will die Belieferung wichtiger Medikamente bis Ende 2026 sicherstellen. Parallel hilft das Unternehmen seinen Kunden, alternative Lieferanten zu finden.
Künftig will sich die Galenica-Tochter auf sogenannte Home-Care-Dienstleistungen konzentrieren. Also auf die Versorgung von Patientinnen und Patienten entweder im eigenen Zuhause oder in Pflegeheimen. Schon heute betreut Bichsel im Auftrag von Spitex-Organisationen und Pflegeeinrichtungen Patientinnen und Patienten in deren Zuhause.