Darum gehts
- Roche stoppt alle künftigen Investitionen in Deutschland wegen politischer Differenzen
- Deutschland-Chef kritisiert Gesundheits-Sparpläne, die Investitionen und Jobs gefährden
- 2025 Umsatz von 61,5 Milliarden Franken, Reingewinn stieg um 50 Prozent
Das ist eine Ansage! Der Basler Pharmagigant Roche legt sämtliche künftigen Investitionen in Deutschland auf Eis. Grund ist ein heftiger Streit mit der deutschen Politik. Roche wirft der Bundesregierung vor, das Vertrauen der Pharmaindustrie verspielt zu haben. «Wir haben sämtliche künftigen Investitionsentscheidungen in Deutschland erst einmal auf Hold gesetzt», sagt Deutschland-Chef Daniel Steiners gegenüber der deutschen Zeitung «Welt».
Roche ist im nördlichen Nachbarland ein wichtiger Player. Die Basler sind seit 130 Jahren in Deutschland tätig und beschäftigen dort 18'000 Menschen. Jetzt tritt Roche aber auf die Bremse. Steiners stört sich vor allem an den Sparplänen im deutschen Gesundheitswesen. Die Regierung will die Krankenkassen entlasten und dafür die Pharmaunternehmen stärker zur Kasse bitten.
Für Roche ist das der falsche Weg. Die Massnahmen würden strukturelle Probleme nicht lösen, dafür aber Investitionen und Arbeitsplätze ins Ausland treiben, warnt Steiners. «Europa steht im Wettbewerb mit anderen grossen Regionen, vor allem den USA, aber auch China. Und diese Länder setzen alles daran, Investitionen an ihre Standorte zu ziehen», sagt der Deutschland-Chef.
Andere locken mit attraktiven Bedingungen
Der Manager verlangt verlässliche Rahmenbedingungen und eine langfristige Strategie für die Pharmaindustrie. Eine diskutierte Entlastung für Unternehmen, die in Deutschland investieren, wäre aus seiner Sicht lediglich ein erster Schritt. Denn die USA locken mit attraktiven Bedingungen. Dort würden Behörden Unternehmen gezielt unterstützen und bürokratische Hürden abbauen. Auch China mischt im globalen Wettbewerb um die Milliardeninvestitionen der Pharmaindustrie kräftig mit.
Steiners findet deutliche Worte: «Europa sollte vor allem lernen, sich wieder anzustrengen», so der Topmanager. Deutschland könne sich nicht länger auf seinen bisherigen Erfolgen ausruhen. Gute Fachkräfte und starke Forschung allein reichten nicht mehr aus. Steiners weiter: «Roche, und damit meine ich auch unser globales Headquarter, will jetzt verstehen, wie es in Deutschland weitergeht. Wir müssen jetzt einschätzen können, ob Deutschland weiter ein Partner ist, der verlässliche Rahmenbedingungen schafft. Wir müssen wissen, ob Investitionen an diesem Standort auch weiterhin willkommen sind oder nicht.»
1,7 Prozent mehr Umsatz
Die Geschäfte von Roche laufen gut. Der Pharmariese verzeichnete 2025 ein Umsatzplus von 1,7 Prozent auf 61,5 Milliarden Franken. Der Reingewinn sprang um 50 Prozent auf 13,8 Milliarden Franken. Zu konstanten Wechselkursen ergab sich ein Zuwachs von 7 Prozent, womit das eigene Ziel eines Wachstums im mittleren einstelligen Prozentbereich erreicht wurde.
Roche-Chef Thomas Schinecker (51) hat 2025 eine Entschädigung in Höhe von 10,2 Millionen Franken erhalten. 2024 hatte die Gesamtentschädigung 10,0 Millionen betragen. Alle Mitglieder der Roche-Geschäftsleitung zusammen erhielten 2025 total 32,2 Millionen Franken, nach 30,8 Millionen im Jahr davor.