Darum gehts
Es ist einer der spannendsten Bankendeals des vergangenen Jahres: Die Privatbank J. Safra Sarasin kündigte im März an, 70 Prozent am quirligen Onlinebroker Saxo Bank für 1 Milliarde Franken kaufen zu wollen. «Auch nach der Übernahme durch J. Safra Sarasin, bei der das Closing noch aussteht, werden wir eine eigenständige Bank bleiben», betont Vize-Schweiz-Chef Oliver Buomberger gegenüber der Handelszeitung. Und als Beleg dafür kündigt er neue Wachstumsinitiativen für die Schweiz an.
«Das Produktangebot wird ausgebaut. So planen wir ein eigenes Säule-3a-Produkt, das online abgeschlossen werden kann», sagt Buomberger. Damit greift Saxo Player wie Viac und die ZKB an: Die grösste Kantonalbank der Schweiz hat die digitale 3a-Lösung Frankly im Angebot, im November überschritten die via Frankly investierten Gelder die Schwelle von 5 Milliarden Franken. Frankly gilt damit als ein wichtiger Wachstumstreiber im Vermögensverwaltungsgeschäft der ZKB.
Dieser Artikel wurde erstmals im Angebot von handelszeitung.ch veröffentlicht. Weitere spannende Artikel findest du unter www.handelszeitung.ch.
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Saxo will raus aus der Nische
«Wir wollen weg vom Nischenplayer», so Buomberger. «Diese Repositionierung läuft bereits, etwa durch das Angebot von günstigen Handelsgebühren, kostenlosen ETF-Sparplänen oder durch die kostenlosen Depotgebühren.» Die neuen Angebote sollen helfen, die Kundenzahl von Saxo Bank Schweiz in diesem Jahr zu verdoppeln.
Wie hoch diese momentan ist, verrät Buomberger nicht. Laut Branchenkreisen sind es derzeit aber noch weniger als 100’000. Die gesamte Saxo Bank, die ihren Sitz in Dänemark hat, ist global aktiv. Die wichtigsten Märkte sind Dänemark, die Niederlande, Singapur und die Schweiz. Weltweit weist die Saxo Bank insgesamt rund 1,5 Millionen Kunden aus.
Strategisch gilt der Kauf der Saxo-Mehrheit als smarter Move, denn damit kommt Safra Sarasin an eine hochmoderne IT-Plattform. Und an einen Zulieferbetrieb für das eigene Wealth-Management. Sprich, wenn die Saxo-Kunden im Laufe ihres Lebens reicher werden, können sie dann intern an die Mutter Safra Sarasin weitervermittelt werden.
Prüfung der Übernahme dauert an
Doch wie genau Safra Profit aus der Übernahme ziehen will, dazu darf das Saxo-Management noch nichts sagen, denn noch haben nicht alle Regulierer ihr Plazet für den Deal gegeben. Im Heimatmarkt Dänemark gilt Saxo als systemrelevant entsprechend aufwendig ist die Prüfung.
Spannend wird zu sehen sein, was Safra mit der eigenen Onlinetochter Zweiplus, die Partnerin der Handelszeitung-Schwesterpublikation Cash ist, machen wird. Angesichts des starken Kostenfokus bei Safra ist zu erwarten, dass Zweiplus in Saxo aufgehen wird.