Nach 42 Jahren gehen bald die Lichter aus
Aargauer Grosshändler entlässt die gesamte Belegschaft

Nach 42 Jahren ist Schluss: Der Garten- und DIY-Grosshändler Neogard AG fährt den Betrieb herunter. Das bittere Aus folgt nach harten Zeiten. Alle 42 Mitarbeitenden stehen vor dem Nichts.
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Beim Garten-Grosshändler Neogard in Gontenschwil AG gehen bis Frühjahr 2027 die Lichter endgültig aus.
Foto: Neogard

Darum gehts

  • Die Neogard AG in Gontenschwil AG schliesst im Frühjahr 2027 endgültig ihren Betrieb
  • 42 Angestellte sind betroffen
  • Ein Konsultationsverfahren läuft, ein Sozialplan ist jedoch nicht vorgesehen
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Bernadette HoggRedaktorin Wirtschaft

Aus nach über vier Jahrzehnten! Es ist eine Hiobsbotschaft für die 42 Angestellten des Garten- und Heimwerker-Grosshändlers Neogard AG in Gontenschwil AG. Am Mittwoch erfuhren sie, dass ihr Arbeitgeber dichtmacht. Im Frühjahr 2027 gehen die Lichter endgültig aus, wie das «Wynentaler Blatt» und die «Aargauer Zeitung» berichten.

Das Unternehmen will den Betrieb schrittweise und «in enger Zusammenarbeit mit Geschäftspartnern kontrolliert herunterfahren», wie das «Wynentaler Blatt» aus einer Medienmitteilung vom Freitag weiss. Als Grund nennt die Firmenleitung das veränderte Marktumfeld: Trotz starker Marken und Partnerschaften rechne sich das Geschäft schlicht nicht mehr. Was genau dahintersteckt, bleibt unklar – auf eine Blick-Anfrage reagierte das Unternehmen bislang nicht.

Bittere Pille für Angestellte

Das Konsultationsverfahren läuft bereits. Bitter für die Belegschaft: Ein Sozialplan ist laut Berichten nicht vorgesehen. Die Geschäftsleitung verspricht immerhin, nach Anschlusslösungen zu suchen und Unterstützung zu bieten. Der Kahlschlag erfolgt laut «Aargauer Zeitung» in zwei Wellen – und das Drama bahnte sich offenbar an: Bereits im Vorjahr gab es Entlassungen, im Sommer mussten sämtliche Lernenden gehen.

Neogard beliefert Garten- und Baumärkte in der ganzen Schweiz mit Pflanzgefässen, Gewächshäusern und weiterem Gartenbedarf. Seit der Gründung vor 42 Jahren ging es stetig bergauf: Weil die Firma in Reinach AG aus allen Nähten platzte, zog sie 1996 nach Gontenschwil, wie das Unternehmen auf seiner Website schreibt. Dort wuchs sie zu einem führenden Garten- und Do-it-Grosshändler heran und beliefert Grössen wie Jumbo, Obi und Onlinehändler Brack. Doch jetzt kommt das Unternehmen auf keinen grünen Zweig mehr.

Immer mehr Firmen gehen pleite

Damit steht Neogard nicht allein da: Die Schweizer Pleitewelle rollt. Von Januar bis September wurde über 11'412 Unternehmen der Konkurs eröffnet – ein Plus von 36,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr, wie Zahlen der Wirtschaftsauskunftei Crif zeigen. Immerhin: In Neogards Heimatkanton Aargau sanken die Firmenpleiten im selben Zeitraum um 8,6 Prozent.

Dennoch leidet der Handel spürbar unter der Billigkonkurrenz. Discounter und ausländische Plattformen expandieren aggressiv und fressen dem traditionellen Handel die Margen weg. Preisüberwacher Stefan Meierhans bringt es im März auf den Punkt: «Die Budgets vieler Menschen in der Schweiz sind ausgereizt.» Die Folge: Konsumenten weichen zunehmend auf Discounter, Online-Riesen wie Amazon und Galaxus oder chinesische Billig-Apps wie Temu aus.

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