Nach Massenkündigung in Berner Hochhäusern
Städtische Pensionskasse vermietet sanierte Wohnungen 70 Prozent teurer

Die Städtische Pensionskasse in Bern musste zwei Hochhäuser totalsanieren. Über 100 Bewohner verloren ihr Zuhause. Jetzt steigen die Mieten von 1180 auf 2000 Franken – ein stärkerer Anstieg als angekündigt.
Publiziert: 10:27 Uhr
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Aktualisiert: 10:38 Uhr
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An der Bahnstrasse 59 (linkes Hochhaus) und 79 (mittleres Hochhaus) werden die Mieten um einiges teurer.
Foto: Wirz Bauunternehmung

Darum gehts

  • Mieter in Berner Hochhäusern erhielten Kündigung wegen Totalsanierung – die Mieten legen stark zu
  • Der Ausbaustandard wurde an moderne Wohnbedürfnisse angepasst
  • Der Mietzins für eine 3,5-Zimmer-Wohnung steigt von 1180 auf 2000 Franken
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft

Im Februar 2023 kam die Schocknachricht: Über 100 Mieterinnen und Mietern in zwei Hochhäusern an der Bahnstrasse im Berner Holligen-Quartier wurde gekündigt. Die Gebäude der Personalvorsorgekasse (PVK) der Stadt Bern müssen totalsaniert werden. Ein grosser Teil der Bewohner hatte jahrzehntelang in diesen Hochhäusern gelebt.

Die ersten Wohnungen sollen im Herbst 2026 wieder bezugsbereit sein. Doch wie die «Berner Zeitung» berichtet, fallen die Mieten massiv teurer aus als vorerst angekündigt. Vor der Sanierung kostete eine 3,5-Zimmer-Wohnung mit 80 Quadratmetern 1180 Franken. Statt für 1650 vermietet die PVK sie neu für 2000 Franken. Der Mietzins steigt damit nicht um 40, sondern um 70 Prozent an. Und die Nebenkosten von 240 Franken sind hier noch nicht eingerechnet.

Wohnungen an heutige Bedürfnisse angepasst

Obwohl frühere Bewohnerinnen Vorrang bei der Wiedervermietung hätten, wird es wohl kaum zu einer Rückkehr kommen; sie können sich die Wohnungen schlicht nicht mehr leisten. PVK-Geschäftsführer Jürg Schad macht gegenüber der «Berner Zeitung» nicht etwa äussere Faktoren wie eine Bauteuerung für die höheren Mieten verantwortlich. Die Kosten lägen im Plan, so Schad. Dafür sei der Ausbaustandard «vor und auch noch während des Projekts den heutigen Bedürfnissen an moderne Wohnungen angepasst» worden.

Zudem bekenne sich die PVK der Stadt Bern zu einer «nachhaltigen Wohnbaustrategie, die zwar mit dem Markt agiert, aber nicht preistreibend wirkt». Subventionierten Wohnungsbau betreibe die PVK allerdings nicht.

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