Nach harter Kritik von Ferienhausbesitzer
Schillernder Investor muss Walliser Mega-Resort abspecken

Jean Claude Bregy plant im kleinen Obergesteln VS ein Tourismus-Resort. Für Ferienhausbesitzer ist das Projekt aber zu luxuriös. Jetzt steht der Walliser Investor kurz vor der Baueingabe – mit einer abgespeckten Variante.
Kommentieren
1/5
Hier soll die grosse Anlage entstehen: Obergesteln im Kanton Wallis.
Foto: PD

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Jean Claude Bregy plant Mega-Resort mit 115 Wohnungen in Obergesteln VS
  • Kritik der Zweitwohnungsbesitzer führte zu Verkleinerung des Projekts
  • Investition reduziert auf 60 Mio. CHF, Bauzeit auf drei Jahre geschätzt
RMS_Portrait_AUTOR_249.JPG
Robin WegmüllerRedaktor Wirtschaft

Die Augen der Walliser Bevölkerung waren gross, als Jean Claude Bregy im Januar 2025 aufzeigte, wie er dem Tourismus im Oberwallis neuen Schwung verleihen will. Einheimischen und Zweitwohnungsbesitzern hat er in der Turnhalle von Oberwald VS sein Projekt «Resort Obergoms» präsentiert. Mit zwei Partnern zusammen plant der schillernde Investor den grossen Wurf. Im 200-Seelen-Dorf Obergesteln VS soll ein Mega-Resort entstehen.

Jetzt, eineinhalb Jahre später, gibts Neuigkeiten aus dem Oberwallis, wie Bregy gegenüber dem «Walliser Bote» erklärt. Die Eingabe des Baugesuchs steht kurz bevor – nur minimal später als geplant. Dafür haben Bregy und seine Partner zurückgerudert und das «Resort Obergoms» abgespeckt. 

Im Dorf formierte sich Widerstand

Ursprünglich plante Bregy 130 neue Studios, Appartements und Maisonettewohnungen. Ein neues Restaurant für 80 Personen, ein Park mit künstlicher Seenlandschaft sowie Wellnessanlage, Fitnessbereich und ein unterirdisches Parkhaus gehören ebenfalls dazu. Dafür wollten die Verantwortlichen 100 Millionen Franken in die Hand nehmen. Das Land, auf dem die Liegenschaften entstehen, gehört seit Jahren Bregy. Eine mühsame Umzonung ist deshalb nicht nötig, es liegt bereits in der Bauzone.

Es waren grosse Pläne für das kleine Walliser Bergdorf – zu grosse? Es dauerte nicht lange, bis sich Widerstand gegen das Mega-Resort formierte. Ein Monat nach der Präsentation Anfang 2025 wandte sich eine Interessengemeinschaft mit einem offenen Brief an den Gemeinderat. Blick lag das Schreiben exklusiv vor. Die IGF setzt sich vor allem aus Zweitwohnungsbesitzern aus dem Oberwallis zusammen. Ihre Befürchtungen: Mit dem Bau des Resorts verliere die Region ihr zentrales Alleinstellungsmerkmal. Gäste kämen wegen der Unberührtheit und der Ursprünglichkeit der Natur. Das Projekt ist ihnen zu gross, zu luxuriös.

Das neue Projekt

Nun ist neu ein Konzept mit «nur» 115 Wohnungen geplant. «Die Bettenkapazität liegt bei rund 300 Betten», so der Unternehmer gegenüber dem «Walliser Boten». Neben Studios und Appartements soll es aber auch einige Erstwohnungen geben. Die grösste sichtbare Veränderung war zudem bereits bekannt: Bregys geliebte Seenlandschaft wird nicht umgesetzt. Für sie hätte es eine Umzonung gebraucht. Dafür gab es zu wenig Akzeptanz in der Bevölkerung. Am Anfang hiess es noch, die Seenlandschaft sei ein Muss, nur so lasse sich das Projekt umsetzen. 

Restaurant, Fitness- und Wellnessangebote bleiben bestehen. Dennoch dürfte die Kritik der Ferienhausbesitzer bei Bregy auf Gehör gestossen sein. Durch das kleinere Projekt sinken die benötigten Investitionen auf 60 Millionen Franken. Immer noch eine stolze Summe. Und doch ist der schillernde Investor laut dem Bericht überzeugt, das Geld ohne grössere Probleme zusammenzubekommen. 

Sollte die Baubewilligung bald vorliegen, wird mit einer Bauzeit von drei Jahren gerechnet. Wann Bregy das Mega-Ressort in Goms eröffnen will, ist nicht klar. Die Verantwortlichen geben sich erneut wortkarg. Auf diese und weitere Fragen von Blick haben sie bisher nicht reagiert.

Externe Inhalte
Möchtest du diesen und weitere externe Beiträge (z.B. Instagram, X und anderen Plattformen) sehen? Wenn du zustimmst, können Cookies gesetzt und Daten an externe Anbieter übermittelt werden. Dies ermöglicht die Anzeige externer Inhalte sowie von personalisierter Werbung. Deine Entscheidung gilt für die gesamte App und ist jederzeit in den Einstellungen widerrufbar.
Was sagst du dazu?
Heiss diskutiert
    Meistgelesen