Nach 62 Jahren ist Schluss!
Morschacher Kult-Skilift Telli wird stillgelegt

Eine Ära geht zu Ende: Der Swiss Holiday Park nimmt den Bügelskilift Telli aus dem Betrieb. Der Lift ist veraltet und der Schnee zu rar.
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Im kleine Skigebiet in Urnäsch fehlt es ebenfalls an Schnee. Dem Skilift Sölzer droht deshalb nach über 80 Jahren das Aus (Bild von 1953).
Foto: Instagram

Darum gehts

  • Der Skilift Telli in Morschach SZ wird nach 62 Jahren geschlossen
  • Der tiefstgelegene Skilift liegt nur 600 Meter über Meer
  • Seit 2000 verschwand jedes sechste Schweizer Skigebiet landesweit
Die künstliche Intelligenz von Blick lernt noch und macht vielleicht Fehler.
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Milena KälinRedaktorin Wirtschaft

62 Jahre lang hat der Bügelskilift Telli begeisterte Schneesportler in Morschach SZ den Berg hinaufbefördert. Doch jetzt ist Schluss: Der Swiss Holiday Park hat entschieden, den Betrieb definitiv einzustellen. Das schreibt der «Bote». 

Das Problem: Der Skilift befindet sich gerade mal 600 Meter über Meer. Damit ist er der tiefstgelegene Skilift. Von einer weissen Winterwunderlandschaft ist auf dieser Höhe aber immer weniger zu sehen: Es fehlt schlichtweg der Schnee für die Aufrechterhaltung der Anlage. Mit einer Piste von 250 Metern und einer Höhendifferenz von 40 Metern begeistert der Lift vor allem Kinder und Familien. 

«Die Anlage ist in die Jahre gekommen, die Winter werden kürzer – seit längerem steht die Frage im Raum, wie es mit dem Bügellift in Morschach weitergeht. Etliche Auflagen erschweren die Aufrechterhaltung der Anlage», informierte die Gemeinde die Bevölkerung. Nun ist der Entscheid gefallen.

Auch die Tage des angrenzenden Kinder-Schlepplifts sind gezählt: Lassen es die Schneeverhältnisse zu, läuft der Betrieb diese Saison zum letzten Mal, heisst es im Artikel weiter. Die Gemeinde prüft aktuell, ob er an einem schneesicheren Ort wieder aufgebaut wird. Auf der Website heisst es aktuell: «Der Kinderskilift und der Kleinkinderlift sind aufgrund zu wenig Schnees geschlossen.»

Schlechte Aussichten für tiefgelegene Skigebiete

Generell haben es Skigebiete in tieferen Lagen besonders schwer: Es fehlt einfach an Schneetagen, um den Betrieb zu finanzieren. Deswegen droht beispielsweise auch dem ältesten Skilift in der Ostschweiz das Aus. Der Skilift in Urnäsch war in der letzten Saison gerade mal sechs Tage geöffnet. Dabei liegt der Skiort auf 850 bis 1000 Höhenmetern – also deutlich höher als Morschach. Doch geht es mit dem Betrieb so weiter, wird das Appenzellerland seinen traditionsreichen Skilift verlieren.

Eine Recherche von Blick von letztem November zeigt gar: Seit dem Jahr 2000 ist jedes sechste Schweizer Skigebiet von der Landkarte verschwunden. In 17 Kantonen ist seit diesem Jahrhundert mindestens ein Skiort verloren gegangen. Das Wallis sowie den Kanton Graubünden trifft es mit neun respektive sieben eingestellten Destinationen besonders hart. Experten sind sich einig: Skigebiete unter einer Höhe von 1500 Metern über Meer haben langfristig keine Zukunft. 

In Urnäsch will man deshalb künftig ein Sommer-Angebot für Biker anbieten. Die Hoffnung bleibt, dass so der Betrieb aufrechterhalten werden kann. Im Swiss Holiday Park hat alles nichts mehr genützt: Der Skilift Telli ist bereits geschlossen, obwohl der Park das ganze Jahr Familien anlockt. 

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