Mitten in der Wechselsaison – iranische Hacker legen Winterthurer Pneucenter lahm
«Wir lassen uns davon nicht brechen!»

Ein Hackerangriff trifft das Reifencenter Häpo in Winterthur ZH hart. Seit Sonntag sind die IT-Systeme lahmgelegt. Angestellte müssen die im Mega-Lager eingelagerten Räder und Reifen von Kunden mühsam zusammensuchen. Die Cyberkriminellen fordern ein hohes Lösegeld.
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Im Reifencenter Häpo in Winterthur ZH läuft derzeit fast nichts.
Foto: Philippe Rossier

Darum gehts

KI-generiert, redaktionell geprüft
  • Hacker legen Reifencenter Häpo in Winterthur seit Sonntag lahm
  • Täglicher Schaden: mehrere Zehntausend Franken
  • Täter fordern vierstelliges Lösegeld
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Patrik BergerRedaktor Wirtschaft

Eigentlich müsste in der grossen Halle des Reifencenters Häpo in Winterthur ZH derzeit der Teufel los sein! Wenn die Tage länger werden und die Temperaturen steigen, wechseln Autofahrerinnen und -fahrer von Winterreifen auf Sommerpneus. Dann wird das Team durch vier bis fünf Temporäre verstärkt. Allein im Reifenservice sind 35 Mitarbeitende im Einsatz, wie ein Augenschein von Blick Ende November 2025 eindrücklich gezeigt hat.

Derzeit ist aber nichts mit emsigem Treiben. Fiese Hacker haben den Betrieb lahmgelegt, wie Häpo in einem emotionalen Instagram-Post bekannt gibt. «Unsere IT gibt alles, um die Systeme schnellstmöglich wieder hochzufahren», schreibt Geschäftsleitungsmitglied Rolf Hächler (36). Der «Landbote» hat zuerst darüber berichtet.

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Seit Sonntag geht beim Reifencenter praktisch nichts mehr. Die Cyberkriminellen haben die gesamte IT verschlüsselt. Besonders bitter: Das Unternehmen hat aktuell keinen Zugriff auf die Daten von 15’000 eingelagerten Rädern. Wer seine Sommerpneus montieren lassen will, braucht Geduld. In der Werkstatt läuft der Betrieb nur noch mit Handzetteln und Improvisation. Angestellte müssen die Reifen mühsam im Lager zusammensuchen.

Mehrere Zehntausend Franken Schaden – pro Tag

Der Schaden ist massiv. Laut dem «Landboten» verliert Häpo täglich mehrere Zehntausend Franken. Hinter dem Angriff soll die Hackergruppe Pay2Key stecken – mit mutmasslichen Verbindungen in den Iran. Die Täter fordern ein Lösegeld in einem höheren vierstelligen Bereich und drohen mit der Löschung aller Daten. Ihr Vorgehen ist perfid: Selbst das neuste Backup haben sie zerstört.

Die letzten intakten Daten stammen von Ende 2025. Eine Wiederherstellung würde grosse Lücken hinterlassen, etwa bei Rechnungen und Kundendaten. Konkret: Häpo weiss dann nicht mehr, wem der Betrieb schon eine Rechnung verschickt hat und wem nicht. Die Polizei ermittelt. Sensible Kundendaten wie Bankverbindungen sind offenbar nicht betroffen.

«Wir lassen uns nicht brechen!»

Immerhin: Der Waschpark läuft bereits wieder, teilt Häpo-Führungskraft Hächler im Instagram-Post mit. Beim Reifencenter brauche es noch etwas Geduld, doch er gibt sich kämpferisch: «Aber wir kommen Schritt für Schritt zurück.» Und bittet die Kundschaft, den Termin für den Reifenwechsel noch etwas zu verschieben.

Dann schreibt Hächler: «Was uns aber wirklich beschäftigt, geht tiefer: Wir stehen jeden Tag auf, arbeiten, investieren und bauen etwas auf. Für unsere Kundinnen und Kunden, für unsere Mitarbeitenden, für unsere Wirtschaft», so das Geschäftsleitungsmitglied von Häpo. «Und dann gibt es Menschen oder ganze Organisationen, die ihr Geschäftsmodell auf Betrug, Erpressung und Abzocke aufbauen.» Sie würden sich an keine Regeln halten. Sondern: «Sie greifen gezielt Unternehmen an, blockieren, zerstören und verlangen Geld dafür, dass man wieder arbeiten darf.» Für ihn ist klar: «Wir lassen uns davon nicht brechen!»

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