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Präsident der Gemeinde Laax:«Wir haben vier Jahre lang darüber gesprochen»

Weisse-Arena-Chef Gurtner zum Mega-Deal
«Ausländer hätten mir wesentlich mehr Geld bezahlt»

Flims, Laax und Falera und die Weisse Arena haben am Mittwochmorgen die Öffentlichkeit über den Deal mit der Weissen Arena informiert. Wie viel die Gemeinden für die Bergbahnen bezahlen müssen – und wie sich Bergkönig Reto Gurtner erklärt.
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Darum gehts

  • Gemeinden planen Kauf der touristischen Infrastruktur am Berg der Weissen Arena Bergbahnen AG
  • Pressekonferenz mit Gemeindepräsidenten und CEO der Weissen Arena Gruppe geplant
  • Weisse Arena Bergbahnen AG erreichte im letzten Geschäftsjahr EBITDA von 24 Prozent – ungenügend
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Reto Gurtner redet an der Pressekonferenz Klartext: «Ausländer hätten mir wesentlich mehr Geld bezahlt.»
Foto: Martin Schmidt

Die Präsidenten der Bündner Gemeinden Flims, Laax und Falera werden einiges an Überzeugungsarbeit und Aufklärung leisten müssen. Die drei Gemeinden planen den Kauf der touristischen Infrastruktur der Weissen Arena Bergbahnen AG am Berg. Die Bergbahnen AG soll die Infrastruktur danach in einem langjährigen Vertrag pachten und weiterhin betreiben. Die Stimmbevölkerung wird in einem Monat über diesen Deal entscheiden.

Am Mittwochvormittag um 10 Uhr laden die Gemeindepräsidenten Franz Gschwend (Laax), Christoph Schmid (Flims) und Norbert Good (Falera) im Rockresort in Laax zu einer Medienkonferenz. Mit dabei sind auch Projektleiter Adrian Wolf sowie Reto Gurtner (70), CEO und einer der Hauptaktionäre der Weissen Arena Gruppe. Die Spannung im Vorfeld ist enorm, Fragen gibt es reichlich: Schliesslich geht es um einen der grössten Bergbahnkäufe der letzten Jahrzehnte.

Wie viel wird das die Steuerzahler genau kosten? Die Rede ist von einem dreistelligen Millionen-Betrag, so Insider und Branchenkenner. Wenn die Einwohnerinnen und Einwohner von drei kleinen Bergdörfern über solche Summen entscheiden, wollen sie alle Details zu den Kosten und Pachtzinsen kennen – und über alle möglichen Risiken informiert werden.

Was steckt hinter dem Verkauf?

Auch die Begründung für den Verkauf könnte noch ein paar Erläuterungen gebrauchen. Darüber, dass ausländische Investoren ein Auge auf die Weisse Arena geworfen haben, hat Blick vor über einem Jahr berichtet. Nun heisst es in der Einladung zur Medienkonferenz: Die Gemeinden Flims, Laax und Falera sowie die Weisse Arena Gruppe möchten die touristische Infrastruktur am Berg «einem möglichen Zugriff durch externe Investoren entziehen» und so langfristig sichern. Die Hauptaktionäre der Weissen Arena hätten dies ja eigentlich in der Hand: Einfach nicht an ausländische Investoren verkaufen!

Wäre die Weisse Arena nach wie vor so erfolgreich wie vor einigen Jahren, bestünde dann überhaupt ein Verkaufswunsch aufseiten der Hauptaktionäre? Zur Gruppe gehören neben den Bahnen unter anderem Beherbergungsangebote, eine Immobiliensparte, Gastronomie, Sportgeschäfte. Doch das Bergbahngeschäft ist äusserst kapitalintensiv.

Die Weisse Arena Bergbahnen AG erreichte bei der wichtigen Kennzahl EBITDA im letzten Geschäftsjahr «nur» 24 Prozent. Bereits in den zwei Jahren davor wäre der Wert ohne Verkäufe von Immobilien und Grundstücken ungenügend ausgefallen. Eine Faustregel besagt: Eine Bergbahn muss hier mindestens 35 Prozent erreichen, damit sie genug rentabel ist, um alle künftigen Investitionen zu tätigen.

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