Darum gehts
- Migros Online musste wegen neuem Verteilzentrum Sortiment herunterfahren
- Blick-Leser Markus F.* berichtet davon, dass regelmässig Artikel nicht geliefert werden können
- Migros nennt die Entwicklung des Verteilzentrums in Regensdorf ZH erfreulich
Blick-Leser Markus F.* ist mit seiner Geduld am Ende: Der Familienvater bestellt regelmässig Waren bei Migros Online. Doch die Lieferungen werden immer unzuverlässiger.
«Mittlerweile wird praktisch jede Woche mindestens ein Artikel nicht geliefert», beschwert sich F., der anonym bleiben möchte. Jede Woche bestelle er den Grosseinkauf für die Familie in der Höhe von 150 bis 200 Franken bei Migros Online. In den letzten Monaten sei bei mindestens 14 Bestellungen ein oder mehrere Artikel nicht geliefert worden, obwohl sie online im Sortiment verfügbar waren.
«Oft sind rabattierte Artikel wie Pouletgeschnetzletes betroffen», erklärt F. Da er erst am Tag der Lieferung jeweils informiert werde, dass ein Teil der Waren fehlt, müsse der Familienvater oft kurzfristig auf teurere Alternativen ausweichen. Da er am Liefertag seinen Papi-Tag mit seinen Kindern habe, sei das auch organisatorisch herausfordernd. «Es sind immer wieder Waren betroffen, die für Familien ins Geld gehen», sagt der Vater. Besonders paradox: Der Lieferant stelle zum Teil neben vollgepackten Einkaufstaschen auch leere vor dem Hauseingang des Blick-Lesers ab. Das Geld für die nicht gelieferten Waren bekomme er jeweils zurückerstattet.
Neues Verteilzentrum ist schuld
F. stand wegen der Lieferschwierigkeiten schon mehrfach mit dem Kundenservice der Migros in Kontakt. Zweimal erhielt er aus Kulanz eine 10-Franken-Gutschrift auf sein Kundenkonto. «Das lindert etwas den Frust», so F.
Der Kundenservice der Migros verweist in der Antwort auf das neue Verteilzentrum in Regensdorf ZH, das die bestehenden Lager in Bremgarten AG und Pratteln BL ersetzt. Dieses hat seit dem Sommer für Lücken im Online-Sortiment gesorgt – von Tampons über Picknick-Eier bis zu Blevita-Crackern. Die Beschwerden der Kundschaft häuften sich.
Dabei hat der orange Riese das Sortiment bewusst heruntergefahren: Einschränkungen gehörten zur «Inbetriebnahme eines komplexen neuen Logistikstandorts», man könne so Überlastungen im Betrieb vermeiden, hiess es im August. Es dauere mehrere Monate, bis die Sortimentsbeschränkungen aufgehoben würden.
Die Gerüchteküche rund um die Organisation der Migros brodelt: Es ist vom Ende der Regionalfürsten die Rede, die zehn Genossenschaften könnten fusionieren. Also eine Organisationsform, wie sie Rivale Coop bereits vor einem Vierteljahrhundert eingeführt hat.
Angeblich will Migros-Chef Mario Irminger (61) aus den zehn Regionalgenossenschaften und der Zentrale (MGB) eine Einheitsgenossenschaft machen, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Innerhalb der Supermarkt AG soll es sechs Regionen geben. Das Verteilzentrum in Regensdorf ZH könnte eine dieser sechs logistischen Einheiten sein.
Doch alleine entscheiden kann Irminger das nicht: Jede Regionalgenossenschaft muss zuerst eine Urabstimmung durchführen, bei der eine Zweidrittelmehrheit benötigt wird. Kommt es also tatsächlich zum Umbau, haben die 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter das letzte Wort, wie auch Blick bereits berichtete.
Bis zu 400 Millionen Franken könnte die Detailhändlerin mit dem Schritt sparen, schreibt die Zeitung weiter. Ohne Jobabbau ist das kaum realistisch: Bis zu 3000 Jobs könnten deshalb dem Umbau zum Opfer fallen.
Am 27. Oktober findet der grosse Kaderanlass der Migros-Gruppe in Zürich-Oerlikon statt. Blick erwartet, dass sich die Detailhändlerin im Vorfeld an die Medien wendet.
Die Gerüchteküche rund um die Organisation der Migros brodelt: Es ist vom Ende der Regionalfürsten die Rede, die zehn Genossenschaften könnten fusionieren. Also eine Organisationsform, wie sie Rivale Coop bereits vor einem Vierteljahrhundert eingeführt hat.
Angeblich will Migros-Chef Mario Irminger (61) aus den zehn Regionalgenossenschaften und der Zentrale (MGB) eine Einheitsgenossenschaft machen, wie die «SonntagsZeitung» schreibt. Innerhalb der Supermarkt AG soll es sechs Regionen geben. Das Verteilzentrum in Regensdorf ZH könnte eine dieser sechs logistischen Einheiten sein.
Doch alleine entscheiden kann Irminger das nicht: Jede Regionalgenossenschaft muss zuerst eine Urabstimmung durchführen, bei der eine Zweidrittelmehrheit benötigt wird. Kommt es also tatsächlich zum Umbau, haben die 2,3 Millionen Genossenschafterinnen und Genossenschafter das letzte Wort, wie auch Blick bereits berichtete.
Bis zu 400 Millionen Franken könnte die Detailhändlerin mit dem Schritt sparen, schreibt die Zeitung weiter. Ohne Jobabbau ist das kaum realistisch: Bis zu 3000 Jobs könnten deshalb dem Umbau zum Opfer fallen.
Am 27. Oktober findet der grosse Kaderanlass der Migros-Gruppe in Zürich-Oerlikon statt. Blick erwartet, dass sich die Detailhändlerin im Vorfeld an die Medien wendet.
Migros zufrieden mit Hochlauf
Mittlerweile habe die Migros bei der Warenverfügbarkeit wieder das Niveau des Standorts in Bremgarten erreicht, teilt Mediensprecher Andy Zesiger auf Anfrage von Blick mit. Das neue Verteilzentrum von Migros Online in Regensdorf entwickle sich «erfreulich». Die bisherige Logistikstruktur werde nun schrittweise abgelöst: Pratteln wurde bereits im Juni geschlossen, Bremgarten wird mit dem weiteren Hochlauf von Regensdorf heruntergefahren.
Warum es trotzdem zu Lieferschwierigkeiten kommt, beantwortet die Migros nicht. «Bei Aktionsartikeln kann eine besonders hohe Nachfrage dazu führen, dass einzelne Produkte kurzfristig nicht mehr verfügbar sind», ergänzt der Sprecher.
*Name der Redaktion bekannt