Darum gehts
- Simon Gerber vermittelt auf Mallorca Luxusvillen an Schweizer
- Aktuell vermarktet er eine Villa in Costa d’en Blanes für 25 Millionen Euro
- Die Balearen sind bei reichen Hauskäufern hoch im Kurs
Wenn Simon Gerber (42) interessierte Hauskäufer durch eines seiner Luxusobjekte auf Mallorca führt, spricht er Berndeutsch. «Darüber freuen sich nicht nur die Kunden, sondern auch ich», sagt der Schweizer Makler. Seit 2018 lebt er auf der balearischen Ferieninsel. Seit fünf Jahren ist er Makler. Aktuell vermittelt er für die Boutique-Agentur Private Property Mallorca Luxus-Immobilien für reiche Schweizer Käufer.
Eine seiner Vorzeige-Liegenschaften: Eine 25-Millionen-Euro-Villa in Costa d’en Blanes im Südwesten von Mallorca, oberhalb der Bucht von Palmanova. Sie befindet sich auf einem 2500 Quadratmeter grossen Grundstück und verspricht maximale Privatsphäre – eines der wichtigsten Kriterien für die ultrareiche Käuferschaft, wie Gerber sagt: «Privatsphäre und Diskretion sind in meinem Geschäft das höchste Gut.»
Luxusimmobilien boomen auf Mallorca
Für ein solches 25-Millionen-Objekt sei die potenzielle Kundschaft klein, so der Makler. «Weltweit kommen dafür vielleicht einige Tausend Personen ernsthaft infrage, und nur ein Bruchteil davon sucht gerade auf Mallorca.» Objekte in dieser Preisklasse verkaufe man selten über Portale. Sondern über Netzwerke, Family-Offices und persönliche Kontakte.
Luxusimmobilien wie diese erleben auf Mallorca derzeit einen Boom. Nicht alle Villen von Gerber kosten 25 Millionen Euro, doch für die meisten muss man mehrere Millionen hinblättern. «Im Moment legen wir den Schwerpunkt auf Objekte ab 5 Millionen Euro», so der Makler. «Denn der Markt verschiebt sich immer stärker in dieses Luxussegment.»
Auch reiche Schweizer Kundschaft gewinne auf der Insel an Bedeutung. «Immer mehr Schweizerinnen und Schweizer möchten hier etwas kaufen», sagt Gerber. Offizielle Zahlen gibt es nicht. Klar ist aber: Auf den Balearen ist jeder dritte bis vierte Immobilienkauf auf Ausländer zurückzuführen. Die Deutschen stellen mit rund 39 Prozent den grössten Anteil. Der deutschsprachige Raum ist insgesamt die wichtigste Käufergruppe, und die Schweizer liegen hinter den Deutschen auf Platz zwei.
Jeder vierte Käufer Schweizer
Heute leben laut Gerber rund 2000 Schweizerinnen und Schweizer auf den Balearen, dazu kommen viele, die auf der Insel nur ein Feriendomizil haben. «Bei uns ist rund jeder vierte Käufer Schweizer», so der Makler.
Gerber hat eine Tellerwäscher-Karriere hingelegt: Ursprünglich machte er eine Lehre als Sanitärinstallateur, dann bildete er sich zum Haustechnikplaner weiter. Danach hat er lange in der Haustechnik und im Verkauf gearbeitet. «Diese Mischung hilft mir heute als Luxusmakler auf Mallorca sehr: Ich verstehe die Technik eines Hauses, weiss, wie man verkauft, und weiss, wie man die richtigen Käufer erreicht.»
Branche setzt auf Instagram und Tiktok
«Wir sind überzeugt, dass auch Social Media diese Zielgruppe erreichen kann, wenn man mit den richtigen Leuten zusammenarbeitet», so der Luxusmakler. Deshalb hat Gerber die Schweizer Immobilien-Influencerin Anisa Imhof (28) ins Boot geholt. Die Schweizerin drehte Ende September eine Woche lang Videos auf der Insel. Sie sollen auf ihren Social-Media-Kanälen auf Tiktok und Instagram ausgespielt werden. Imhof gehört zu den ersten Content-Creatorinnen der Schweiz, die auf den sozialen Medien Immobilien anpreisen. Mit ihren Beiträgen erreicht sie Millionen.
«Ich sehe in meinem Job viele aussergewöhnliche Liegenschaften, aber die Villa in Costa d’en Blanes hat alle meine Erwartungen übertroffen», sagt Imhof nach den Drehtagen auf Mallorca zu Blick. «Und dass wir mitten auf Mallorca auf Schweizerdeutsch drehen konnten, war mein persönliches Highlight.»
Neben dem spektakulären Meerblick bietet die Villa fünf Schlafzimmer, alle mit eigenem Badezimmer, ein Heimkino, einen Infinity-Pool, einen Spa- und Fitnessbereich mit Sauna und Jacuzzi und eine Garage für sechs Fahrzeuge.
Die Vermarktung eines Objektes in dieser Preisklasse erfordert Geduld und Ausdauer. Bis zum Verkauf können Jahre vergehen. «Normalerweise 12 bis 24 Monate, manchmal länger», so Gerber. Für Käufer gehe es dabei oft auch um Prestige. Wer so viel Geld habe, wolle wissen, wer die Nachbarn seien und wer in dieser Gegend kaufe. Und natürlich: Gibt es einen Hafen in der Nähe, wo die Yacht liegen kann?