Luxus-Bauprojekt in Nobelort
Pro Juventute plant Villa am Milliardärshügel in St. Moritz

Mitten am exklusiven Suvretta-Hang von St. Moritz will Pro Juventute eine Luxusvilla bauen. Damit möchte die Organisation zusätzliche Einnahmen generieren. Die Stiftungsaufsicht ist alarmiert.
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Mit Wellnessbereich: Die Chesa Spuondas gleich unterhalb des Luxushotels Suvretta House.
Foto: Christian Beutler/Keystone

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Thomas Angeli
Beobachter

Der Suvretta-Hang in St. Moritz ist nichts für kleine Portemonnaies. «Unter 30 Millionen gibts hier nichts», titelte die «Südostschweiz» schon vor rund neun Jahren in einem Bericht über den lokalen Immobilienmarkt. Die teuerste Villa am «Milliardärshügel» («Handelszeitung») soll rund 180 Millionen Franken gekostet haben.

Unter die Superreichen mischt sich nun eine Bauherrin, die nicht unbedingt für Glamour bekannt ist: Das Kinderhilfswerk Pro Juventute will an der Via Somplaz eine Villa errichten. So steht es in einem Baugesuch, das dem Beobachter vorliegt.

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Parzelle ist Millionen wert

Dank eines Legats aus dem Jahr 1963 besitzt die gemeinnützige Stiftung am Suvretta-Hang zwei Parzellen. Auf der grösseren steht die Chesa Spuondas, ein Hotel, das von der Pro Juventute selbst betrieben wird. Nach dem Willen der Spenderin sollte das Haus «für erholungsbedürftige Mütter, alleinerziehende Elternteile und Familien» offen sein und «ihnen erschwingliche Ferien vom Alltag ermöglichen».

Die kleinere, rund 2000 Quadratmeter grosse Parzelle stammt ebenfalls aus dem Legat. Sie ist noch unbebaut – eine Seltenheit auf dem völlig ausgetrockneten Immobilienmarkt im Nobelferienort. Im Sommer 2025 standen auf dem Grundstück plötzlich Bauprofile. Recherchen des Beobachters zeigen nun: Die Pro Juventute hat auf dem Grundstück Grosses vor. Die geplante Villa soll standesgemäss mit einer Tiefgarage und einem Wellnessbereich ausgerüstet sein. Eingereicht wurde das Projekt von einem St. Moritzer Architekturbüro, das im oberen Preissegment tätig ist.

Einer Auszonung zuvorkommen

Bei einer ersten Anfrage erklärt Pro-Juventute-Direktorin Nicole Platel: Ob man tatsächlich baue, sei offen, es gehe auch darum, einer allfälligen Auszonung zuvorzukommen. Davon ist allerdings in der Gegend, in der sich das Grundstück von Pro Juventute befindet, keine Rede. Bei der laufenden Ortsplanungsrevision St. Moritz bleibt die Villenzone am Suvretta-Hang von Auszonungen verschont, wie die kommunale Baupolizei bestätigt.

Auf eine weitere Anfrage bei Pro Juventute meldet sich Kommunikationschefin Lulzana Musliu. Sie bestätigt, dass man eine «Baubewilligung für eine Projektidee» erhalten habe. Das Einfamilienhaus soll sieben Zimmer haben und rund 300 Quadratmeter Wohnfläche aufweisen. Dagegen sei jedoch eine Einsprache eingegangen. Was mit der Luxusvilla dereinst geschehen soll, will Musliu nicht verraten. Noch sei nicht klar, ob sie überhaupt gebaut werde, und falls ja, ob das Haus verkauft oder vermietet werde, erklärt sie. Auch zu den Kosten für Projektierung und Bau will sie nichts sagen: «Wir befinden uns erst im Prozess um die Baubewilligung.»

Stiftungsaufsicht schaltet sich ein

Zu den Gründen für das eher ungewöhnliche Bauvorhaben der gemeinnützigen Stiftung sagt die Kommunikationschefin: «Ziel dieses Projekts ist es, zu prüfen, ob allfällige weitere Mittel für Pro Juventute gewonnen werden können, um im Sinne unseres Stiftungszwecks wirksame Angebote und Programme bereitstellen zu können.»

Dabei steht Pro Juventute finanziell bestens da. In der Jahresrechnung 2024 sind flüssige Mittel von knapp 12 Millionen Franken ausgewiesen, dazu ein Anlagevermögen von knapp 15 Millionen. Die Zahlen bewegen sich seit mehreren Jahren immer in einem ähnlichen Rahmen.

Die Baupläne von Pro Juventute haben mittlerweile die Eidgenössische Stiftungsaufsicht (ESA) auf den Plan gerufen. Die Behörde ist dafür zuständig, dass ihr unterstellte Stiftungen ihr Vermögen so verwenden, wie es der in den Statuten festgehaltene Zweck vorgibt. Man sei wegen des Projekts auf die Pro Juventute zugegangen, erklärt eine Sprecherin.

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